JiVE. Jugendarbeit international – Vielfalt erleben

Eine jugendpolitische Initiative für Bildung und Teilhabe benachteiligter junger Menschen unterschiedlicher Herkunft

Die Integration benachteiligter junger Menschen unterschiedlicher Herkunft  und ihre umfassende Teilhabe sowie die Öffnung der deutschen Gesellschaft und ihrer Institutionen sind wichtige Herausforderungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft. IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. und JUGEND für Europa – Deutsche Agentur für das EU-Programm JUGEND IN AKTION, greifen mit der jugendpolitischen Initiative JiVE diesen Handlungsauftrag im Feld der internationalen Jugendarbeit auf.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse des Pilotprojektes „JiVE. Jugendarbeit international – Vielfalt erleben“ (2008-2010) haben gezeigt: Konzepte und Methoden der internationalen Jugendarbeit bieten besondere Potenziale zu Integration und Teilhabe Jugendlicher mit und ohne Migrationshintergrund.
 
Im Rahmen der jugendpolitischen Initiative JiVE werden diese Erkenntnisse in den Jahren 2011 bis 2014 in die Jugendhilfe, insbesondere auf kommunaler Ebene, implementiert. Um verstärkt benachteiligten Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft nicht-formales Lernen in Formaten der internationalen Jugendarbeit zu ermöglichen, wird speziell die  Zusammenarbeit von Trägern der Kinder- und Jugendhilfe unterstützt. Der Ansatz von JiVE ist es, die internationale Jugendarbeit strukturell zu vernetzen – sowohl mit der migrationsbezogenen Jugendarbeit (z. B. den Jugendmigrationsdiensten) als auch mit den Selbstorganisationen von Migrantinnen und Migranten im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Inhaltlich setzt die jugendpolitische Initiative JiVE auf eine sensible und reflexive Auseinandersetzung mit kultureller Vielfalt.

Internationale Jugendarbeit wirkt

Im Rahmen des Pilotprojektes JiVE wurde wissenschaftlich belegt, dass die Teilnahme junger Menschen an Projekten der internationalen Jugendarbeit (Internationale Jugendbegegnungen und Freiwilligendienst) positive und nachhaltige Wirkungen auf ihre Persönlichkeitsentwicklung hat. Internationale Jugendarbeit trägt bei zur Erlangung sozialer und interkultureller Kompetenzen, die im beruflichen Alltag und im sozialen Zusammenleben in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft immer wichtiger werden.

Auch Fachkräfte können in diesem Sinne von internationalen Programmen profitieren: Der fachliche Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern erweitert den professionellen und persönlichen Horizont und trägt zurSensibilisierung und zur interkulturellen Qualifizierung der eigenen Arbeit im Feld der Kinder- und Jugendhilfe bei.

JiVE leistet Beitrag zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit

Übergreifendes Ziel der jugendpolitischen Initiative JiVE ist die Verbesserung der Chancengerechtigkeit benachteiligter Jugendlicher unterschiedlicher Herkunft. Darüberhinaus zielt JiVE auf: 

  • eine erhöhte Erhöhung der Beteiligung von benachteiligten Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft an der internationalen Jugendarbeit.
  • Schaffung von nachhaltigen strukturellen Verbindungen zwischen internationaler Jugendarbeit und Strukturen der Jugendsozialarbeit / Jugendmigrationsarbeit, Migrantenselbstorganisationen(MSO) /  Vereinen junger Migrantinnen und Migranten (VJM), kommunaler Jugendhilfe, Schulen und anderen.
  • Qualifizierung der Fachkräfte der kommunalen Jugendhilfe, Jugendsozialarbeit, der MSO  / VJM und Jugendmigrationsdiensten für die Internationale Jugendarbeit einerseits sowie die Arbeit mit der Zielgruppe der benachteiligten Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft.
  • Forcieren von Mobilitätsangeboten in Form internationaler Kurz- und Langzeitprojekte im Ausland, die Bildungs- und Lernprozesse anstoßen.
  • Profilierung internationaler Jugendarbeit als nichtformales Bildungsangebot.


Die Initiative JiVE berührt damit zentrale Zielsetzungen für die Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland: Soziale Integration und gelingende Übergänge in Arbeit, Partizipation und die Aufwertung und Anerkennung informeller und nichtformaler Bildung. 

Zahlreiche Partner beteiligen sich an der Umsetzung von JiVE - JiVE wird in fünf Teilinitiativen umgesetzt:

  1. Kommune goes International (IJAB in Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden)Stärkung der internationalen Jugendarbeit auf kommunaler Ebene insbesondere hinsichtlich benachteiligter Jugendlicher unterschiedlicher Herkunft

  2. International.Interkulturell (Dt. Bundesjugendring)
    Förderung der Teilhabe von MSO / VJM an internationaler Jugendarbeit, Fachkräftequalifizierung, interkulturelle Öffnung der Träger der internationalen Jugendarbeit und Ausbau und Stärkung vorhandener Kooperationen (verbandlich organisierte Träger)

  3. Interkulturell Goes On (transfer e.V.)
    Förderung der Teilhabe von MSO / VJM an internationaler Jugendarbeit, Fachkräftequalifizierung, interkulturelle Öffnung der Träger der internationalen Jugendarbeit und Ausbau und Stärkung vorhandener Kooperationen (nicht verbandlich organisierte Träger)

  4. Jugendsozialarbeit macht mobil (Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit)
    Entwicklungswerkstätten zur Mobilisierung und Begleitung der Jugendsozialarbeit als Träger von Maßnahmen der internationalen Jugendarbeit, Weiterentwicklung didaktischer Konzepte, Förderinstrumente und Modellmaßnahmen unter Berücksichtigung der Bedarfe benachteiligter junger Menschen

  5. Diversitätsbewusste internationale Jugendarbeit (JUGEND für Europa)
    Anregung eines fachlichen Austausches und Diskurses über Konzepte von Integration und Diversität in der internationalen Jugendarbeit und der Jugendhilfe allgemein

Die fünf Teilinitiativen werden durch gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, jährliche stattfindende übergreifende JiVE-Fachkolloquien und eine Steuerungsgruppe miteinander verknüpft. 

Die jugendpolitische Initiative JiVE wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie aus Mitteln des EU-Programms JUGEND IN AKTION und koordiniert von IJAB und JUGEND für Europa.

Mahmut Canbay und Fatih Haholu

Christian Herrmann

Wir brauchen internationale heterogene Lerngruppen

Die Initiative „Kommune goes International“ möchte in den Kommunen mit den Mitteln der internationalen Jugendarbeit junge Menschen mit Migrationshintergrund stark machen. Wie wird das aus der Sicht von lokalen Jugendhilfeträgern wahrgenommen? Welchen Mehrwert können Sie aus der Initiative ziehen? Wir haben mit Mahmut Canbay vom Hamburger MUT Theater gesprochen. [mehr]

Christian Herrmann

JiVE-Fachkolloquium 2012: Empowerment für alle Jugendlichen ermöglichen - Jetzt anmelden!

Die Initiative „JiVE. Jugendarbeit International – Vielfalt erleben“ lädt am 19./20. Juni 2012 zum ersten JiVE-Fachkolloquium nach Bad Honnef. Für zwei Tage treffen sich 60 Expert(inn)en, um Erfahrungen aus den einzelnen JiVE-Teilinitiativen auszutauschen und fachliche Diskussionen zum Thema „Empowerment für alle Jugendlichen“ zu führen. [mehr]

Dagnija Brühl, Kinder und Jugendbüro Eislingen/Fils

Christian Herrmann

Wir können es uns nicht mehr leisten, auch nur einen Jugendlichen zu verlieren!

„Kommune goes International“ stärkt als Teil der jugendpolitischen Initiative JiVE die internationale Jugendarbeit in den Kommunen. Sozial benachteiligten Jugendlichen und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sollen neue Chancen für Bildung und Teilhabe eröffnet werden. Wie stellt sich die Initiative aus kommunaler Sicht dar, was motiviert Kommunen sich zu beteiligen und was wird vor Ort praktisch umgesetzt? Wir haben mit Dagnija Brühl vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt Eislingen/Fils gesprochen. [mehr]

Lutz Stroppe

Christian Herrmann

Wir wollen Wege zur Überwindung von Mobilitätshürden aufzeigen

Die jugendpolitische Initiative JiVE verankert Internationale Jugendarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe und hat die jugendlichen Zielgruppen in den Blick genommen, die bislang keine oder wenig Möglichkeiten zur Mobilität haben. Wir haben mit Lutz Stroppe, Abteilungsleiter für Kinder und Jugend im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das die Initiative fördert, über Ziele und Chancen von JiVE gesprochen. [mehr]

Gute Stimmung: Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Netzwerktagung "Kommune goes International" in Köln

Christian Herrmann

Kommune goes International: Ein Schritt weiter für Bildung in Vielfalt

Die Initiative "Kommune goes International" stärkt die internationale Jugendarbeit vor Ort. Vor allem benachteiligte Jugendliche und Jugendliche mit Migrationshintergrund werden davon profitieren. Während einige der beteiligten Kommunen mit der Erstellung lokaler Entwicklungspläne schon weit fortgeschritten sind, arbeiten andere an der Verbesserung der Rahmenbedingungen vor Ort. Die Netzwerktagung der 21 beteiligten Kommunen am 27. März gab den Stand der Initiative wider. [mehr]

Bettina Wissing

Christian Herrmann

Die Partner in den Kommunen haben Rückenwind

Das IJAB-Projekt „Kommune goes International“ ist Teil der jugendpolitischen Initiative JiVE. 22 Kommunen möchten – unterstützt durch Beratungsteams – die internationale Jugendarbeit vor Ort voranbringen. Wir haben Koordinatorin Bettina Wissing nach den ersten Erfahrungen gefragt. Wie kommt das Projekt in den Kommunen an und was werden Jugendliche am Ende davon haben? [mehr]