Katrin Schauer
Abschluss des Internationalen Trainingsseminars in Tübingen
Mit den Internationalen Trainingsseminaren „Deutsche Sprache und Jugendhilfe“ für Anfänger(innen) hat das BMFSFJ von 1975 bis 2011 die Qualifizierung von ausländischen Fachkräften der internationalen Jugendarbeit gefördert, wodurch junge Erwachsene notwendige Kompetenzen für den internationalen Jugendaustausch erwerben konnten.
Im Mai 2011 fand das vierwöchige Seminar für Anfänger(innen) letztmalig statt unter Beteiligung von Fachkräften aus Litauen, Polen, Russland, Spanien, Tschechien, Türkei und der Ukraine. Die 20 ausländischen Teilnehmenden kamen nach Tübingen, um die deutsche Sprache zu erlernen und ihr Wissen über die deutsche Kinder- und Jugendhilfe zu vertiefen. Das Trainingsseminar vermittelte durch die ausgewogene Mischung aus Deutschunterricht und Fachprogramm sowohl Sprachkenntnisse als auch einen Einblick in die deutsche Jugendarbeit.
Nach einführenden Vorträgen über Strukturen und Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe veranschaulichten die Fachbesuche bei verschiedenen freien und öffentlichen Trägern die Praxis der Jugendhilfe. Besondere Aufmerksamkeit wurde in diesem Jahr dem Thema „Gesundes Aufwachsen“ gewidmet und die Teilnehmenden beteilgten sich an der Tübinger Aktionswoche zur Alkoholprävention. Dies ermöglichte einen intensiven Erfahrungs- und Meinungsaustausch über die Methoden der Suchtprävention in den verschiedenen Teilnehmerländer und Deutschland im Vergleich. Abgerundet wurde das Programm durch ein lebendiges Exkursions- und Kulturangebot. Für drei Teilnehmende gab es die Möglichkeit, die im Fachprogramm erworbenen Einblicke durch eine einwöchige Hospitation im Anschluß an das Seminar zu erweitern und sich außerdem bei einem Besuch auf dem 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag in Stuttgart einen Überblick über die Landschaft der Kinder- und Jugndhilfe in Deutschland zu verschaffen.
Das Feedback der Teilnehmenden fiel wie auch in den Vorjahren sehr positiv aus. Hervorgehoben wurde besonders das Interkulturelle Lernen in der internationalen Teilnehmer(innen)gruppe wie auch aufgrund der Unterbringung in den tübinger Gastfamilien, was den Teilnehmenden das Erleben der deutschen Alltagskultur ermöglichte und vielfältige Gelegenheiten für interkulturellen Austausch bot.
Ein Rückblick auf die Internationalen Trainingsseminare für Anfänger(innen) zeigt, dass seit 1995 insgesamt 412 ausländische Mitarbeiter der Jugendhilfe von IJAB im Auftrag des BMFSFJ nach Tübingen eingeladen wurden. Sie kamen aus den Ländern Ägypten, Großbritannien, Italien, Spanien, Lettland, Litauen, Israel, Türkei, Kasachstan, Rumänien, Russland, Slowakei, Tschechien, Ukraine und Polen und ließen ein Netz internationaler Fachkontakte entstehen. Auf diesem Weg trugen sie nicht nur zur Verbesserung der interkulturellen Verständigung bei, sondern vor allem auch zur Intensivierung der multi- und bilateralen Kooperationen. Sie bereicherten den internationalen Diskurs über Jugendhilfe zwischen ausländischen und deutschen Fachkräften und die internationalen Kontakte für die deutsche Jugendarbeit.
