Die jugendpolitische Zusammenarbeit mit Japan kann auf eine langjährige erfolgreiche Tradition zurückblicken. Sie beruht auf dem 1957 unterzeichneten Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Japan. Erste organisierte Formen eines deutsch-japanischen Jugendaustausches entwickelten sich bereits in den Jahren 1953 bis 1964.
Aus der „Olympia-Fahrt der Deutschen Jugend“ im Jahre 1964 wurde ein von beiden Regierungen (in Japan MONBUSHU, auf deutscher Seite das damalige Ministerium für Familie und Jugend) mit öffentlichen Mitteln gefördertes offizielles Jugendbegegnungsprogramm „Japanfahrt der deutschen Jugend / Deutschlandfahrt der japanischen Jugend“. Das bilaterale Begegnungsprogramm wurde 1971 durch die mit der Durchführung beauftragten Organisationen IJAB und WYVEA mit Zustimmung der beiden Ministerien um einen Fachkräfteaustausch erweitert.
Dieser Fachkräfteaustausch unter der Bezeichnung „Deutsch-Japanisches Studienprogramm“ wurde bis 2004 von IJAB im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Kooperation mit der japanischen Partnerorganisation WYVEA kontinuierlich durchgeführt.
Aufgrund intensiver Diskussion der beiden verantwortlichen Jugendministerien (BMFSFJ und Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology, MEXT) wurde ab 2005 eine neue Programmstruktur für das Deutsch-Japanische Studienprogramm verabredet. Die neue japanische Partnerorganisation ist das National Olympics Memorial Youth Center (NYC).
Seither werden zwei thematisch ausgerichtete Studienprogramme auf deutscher Seite gemeinsam sowohl von IJAB als auch vom Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (JDZB) verantwortlich geleitet. Dabei standen in den Jahren 2005-2007 „Jugendmedienschutz/Jugendmedienkompetenz“ und in den Jahren 2008-2010 "Systeme und Methoden früher Förderung“ im Fokus der IJAB-Aktivitäten. Für das Jahr 2011 ist das Thema „Zusammenarbeit von schulischer und non-formaler Bildung“ vereinbart worden.
Die Themen und Inhalte der Zusammenarbeit werden jährlich während zwei bilateraler Gespräche zwischen dem BMFSFJ und dem MEXT bewertet und besprochen. Das aktuelle Protokoll wurde während der Zweiten Deutsch-Japanischen Regierungsgespräche 2010 über die Fortführung der deutsch- japanischen Programme am 26. November 2010 in Berlin unterzeichnet (Deutsch, Japanisch).
Neben diesem Deutsch-Japanischen Studienprogramm führt das Büro des japanischen Ministerpräsidenten (Cabinet Office) seit 2002 ein multilaterales Qualifizierungsprogramm mit dem Titel „Young Core Leaders of Civil Society Groups Development Program“ in Japan und verschiedenen Partnerländern durch. Das BMFSFJ ist seit 2008 regelmäßig dazu eingeladen worden, Fachkräfte nach Japan zu entsenden und für die japanischen Fachkräfte entsprechende Gegenprogramme in Deutschland anzubieten. IJAB ist seitens des BMFSFJ beauftragt worden, diese Programme verantwortlich durchzuführen.
Für das Jahr 2012 sind folgende Fachaktivitäten geplant:
- Fachprogramm des Büros des Japanischen Ministerpräsidenten "Soziale Aktivitäten und bürgerschaftliches Engagement" vom 06. bis 21. Februar 2012 in Japan
- Studienprogramm "Zusammenarbeit von schulischer und non-formaler Bildung" vom 12. bis 26. Mai 2012 in Japan
- Studienprogramm "Zusammenarbeit von schulischer und non-formaler Bildung" vom 25. November bis 08. Dezember 2012 in Deutschland.
Im Jahr 2011 haben die folgenden Fachaktivitäten stattgefunden:
- Fachprogramm des Büros des Japanischen Ministerpräsidenten "Soziale Aktivitäten und bürgerschaftliches Engagement" vom 07. bis 22. Februar 2011 in Japan
- Fachprogramm des Büros des Japanischen Ministerpräsidenten "Soziale Aktivitäten und bürgerschaftliches Engagement" vom 9. bis zum 17. Oktober 2011 in Deutschland
- Studienprogramm "Zusammenarbeit von schulischer und non-formaler Bildung" vom 30. Oktober bis 12. November in Japan (Nachholtermin für das aufgrund der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe ausgefallene Programm in Mai in Japan)
- Studienprogramm "Zusammenarbeit von schulischer und non-formaler Bildung" vom 20. November bis 01. Dezember 2011 in Deutschland
- Deutsch-Japanische Fachkonferenz zum Thema „Kinder und Jugendliche stärken: Der Beitrag des non-formalen Lernens zur Stärkung junger Menschen.“ vom 28. bis 30. November 2011 in Berlin.
Hintergrundinformationen
>> Länderinformationen zu Japan: Die Datenbank für internationale Jugendarbeit (DIJA) von IJAB hält für alle Interessierten länderkundliche und jugendpolitische Informationen zu fast 40 Ländern bereit.
Ansprechpartnerin bei IJAB für den internationalen Jugend- und Fachkräfteaustausch mit Japan ist
Dorothea Wünsch
wuensch@DontReadMeijab.de
0228/9506-101