Türkei will Internet-Filter einführen
Wie SPIEGEL-Online berichtet, plant die Regierung Erdogan die Einführung verbindlicher Internet-Filter ab Sommer. "Bis Ende August müssen Internetnutzer in der Türkei eines von vier Paketen buchen: "Kinder", "Familie", "Inland" oder "Standard". Die BTK-Wächter (Anm.: Türkische Telekommunikationsbehörde) sortieren in der Folge alles Unliebsame aus; bei den Paketen "Kinder" und "Familie" sind das Seiten, die der Staat als "unanständig" oder "unmoralisch" einstuft, bei "Inland" werden alle ausländischen Seiten geblockt. "Standard" sieht die wenigsten Einschränkungen vor, auch wenn die Einzelheiten noch offen sind." Bereits zuvor hatte die Türkei zwei Jahre lang den Kanal YouTube gesperrt - er ist mittlerweile wieder zugänglich. Onliner fanden zuvor aber immer wieder Wege und Mittel, diese Sperrung zu umgehen. Im genannten Beitrag von SPIEGEL-Online wird Haluk Sahin, Medienprofessor an der Istanbuler Bilgi Universität dazu zitiert: Die türkische Regierung habe das "Informationszeitalter" noch nicht verstanden, sagt er. "Die Mentalität ist eine, die sich auf Zensur und das Unterbinden von Nachrichten verlässt, eher als auf den freien Informationsfluss."
