Stephanie Bindzus

Fachkongress: "Begegnen, bewegen, gestalten - Herausforderungen und Chancen der Internationalen Jugendarbeit in der globalisierten Welt"

Globalisierung und eine rasant fortschreitende Digitalisierung verändern unser Leben. Die Europäische Union kämpft angesichts von Finanzkrisen, nationalen Abschottungen und Brexit um ihren Zusammenhalt. Demokratische Strukturen werden zunehmend in Frage gestellt. Welche neuen Anforderungen ergeben sich daraus für Politik sowie Träger und Fachkräfte der Internationalen Jugendarbeit? Ein Fachkongress zum 50-jährigen Jubiläum von IJAB will dazu neue Impulse geben.

Kinderhände halten einen Globus
BildImage: © Joachim Wendler - Fotolia.com

Die Welt scheint sich schneller denn je zu drehen: Globalisierung und eine rasant fortschreitende Digitalisierung verändern unsere Lebensräume, machen sie komplexer und fordern mehr Nachhaltigkeit in unserem Handeln. Weltweite Kommunikation und grenzüberschreitende Mobilität werden für immer mehr Menschen selbstverständlich. Gleichzeitig lösen soziale Ungleichheit, kriegerische Konflikte und die Folgen des Klimawandels große Wanderungsbewegungen aus, die nicht mehr vor Europas Haustür halt machen. Die Europäische Union kämpft angesichts von Finanzkrisen, nationalen Abschottungen und Brexit um ihren Zusammenhalt. Demokratische Strukturen werden zunehmend in Frage gestellt.

Diese Entwicklungen wirken sich unmittelbar auf die Lebenswelten junger Menschen in Deutschland, Europa und der Welt aus, beeinflussen ihre Zukunft und ihre Möglichkeiten auf Teilhabe und Mitgestaltung.

Der Fachkongress will aktuelle Fragestellungen in den Blick nehmen und neue Impulse geben, welchen Beitrag die Internationale Jugendarbeit und die jugendpolitische Zusammenarbeit zur Bewältigung dieser Herausforderungen leisten können. Zugleich sollen die zentralen Herausforderungen der Internationalen Jugendarbeit und jugendpolitischen Zusammenarbeit für die Zukunft gemeinsam und umsetzungsorientiert diskutiert und angepackt werden. Die folgenden Fragen sollen dabei leitend sein: Welche neuen Anforderungen ergeben sich für Politik, Träger und Fachkräfte? Welche Potentiale bietet die Internationale Jugendarbeit mit ihrer auf Austausch und Verständigung setzenden grenzüberschreitenden Zusammenarbeit? Welche Weiterentwicklungen sind sinnvoll und notwendig, um den Herausforderungen nachhaltig zu begegnen und aus den Potentialen zu schöpfen? Welche Perspektiven gewinnen junge Menschen dadurch und wie können sie umfassend beteiligt werden?

Der Fachkongress ist Teil einer Veranstaltungsreihe anlässlich des 50jährigen Bestehens von IJAB. Unter dem Leitgedanken „Mut“ wollen wir uns offensiv und beharrlich für Austausch und Zusammenarbeit, für die Chancen von Offenheit, Vielfalt und Toleranz einsetzen. Es geht es um den Mut, sich nicht einschüchtern zu lassen von übermächtig erscheinenden Herausforderungen, die Welt von morgen friedlich und menschenwürdig zu denken und zu gestalten sowie Herz statt Hetze zu zeigen.

Ziele der Veranstaltung

  • Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Lebenssituation junger Menschen sowie auf die Internationale Jugendarbeit
  • Identifizierung von Anforderungen und Veränderungsbedarf für die Internationale Jugendarbeit und Jugendpolitik
  • Entwicklung von konkreten Empfehlungen/Initiativen/Visionen für die Zukunft der Internationalen Jugendarbeit und jugendpolitischen Zusammenarbeit

Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Leitungspersonen und Fachkräfte von Mitgliedsorganisationen, Partnern, Trägern sowie Vertreter/-innen aus Wissenschaft, Ministerien, Stiftungen; ferner Einbindung von Jugendlichen.

Programmablauf

Moderation: Frau Dr. Nkechi Madubuko
10:00 Uhr Einlass
10:30 Uhr Eröffnung: Steffen Hebestreit, Leiter der Vertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund, Begrüßung: Lothar Harles, IJAB-Vorsitzender
10:45 Uhr Jugendpolitische Eröffnungsrede: Staatssekretärin Caren Marks
11:05 Uhr Vortrag mit Plenumsfragen „Die Welt in 10 Jahren: Entwicklungen, Herausforderungen, Zukunftsaufgaben“: Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Radermacher
11:45 Uhr Pause
12:00 Uhr Videoeinspieler der Jugendkonferenz „Wir bewegen die Welt von morgen“
12:05 Uhr Impulsvortrag „Generation what?“ – Zur Situation der Jugendlichen in Europa: Maximilian von Schwartz, SINUS-Institut
12:25 Uhr Diskussion des Vortrags mit Jugendlichen und Plenum – Welches sind die drängendsten Problemlagen? Was heißt das für die nächsten 5-10 Jahre?
13:00 Uhr Mittagessen
14:00 Uhr Workshops
16:45 Uhr Pause
17:30 Uhr Panel mit Publikumsbeteiligung:
Diskussion der erarbeiteten Empfehlungen mit Abteilungsleiterin Bettina Bundszus-Cecere (BMFSFJ) angefragt, Bundestagsabgeordneten und Trägervertreter/in
18:25 Uhr Fazit und Ausblick: Marie-Luise Dreber, Direktorin IJAB, Lothar Harles, Vorsitzender IJAB
18:30 Uhr Ende Fachkongress
19:00 Uhr – 23:00 Uhr Festlicher Abend zu 50 Jahren IJAB mit Festrede, Talkrunde „Begegnen, bewegen, gestalten – 50 Jahre IJAB im Spiegel persönlicher Geschichten“, Musik und Empfang

Workshops

Soziale Gerechtigkeit international gestalten (Arbeitssprache Englisch)
Chancen auf umfassende Teilhabe sind weder in Deutschland noch im internationalen Vergleich gerecht verteilt. Viele junge Menschen sind von Arbeitslosigkeit bedroht, haben aufgrund einer Behinderung oder ihrer sozialen und ökonomischen Situation verringerte Teilhabemöglichkeiten. Auch die vermehrte Zuwanderung minderjähriger (unbegleiteter) Geflüchteter stellt Gesellschaften vor große Herausforderungen. Wie kann ein stärkeres Engagement der Jugendpolitik und (Internationalen) Jugendarbeit hinsichtlich der Fragen sozialer Gerechtigkeit und besserer Teilhabechancen auf internationaler Ebene gestaltet werden, beispielsweise auch im Hinblick auf die Umsetzung der Sustainable Development Goals oder der EU-Jugendstrategie? Welche Konsequenzen ergeben sich für die Jugendarbeit aus den zunehmenden Migrationsbewegungen? Wie können Zugänge zu non-formalen Bildungsangeboten für bisher benachteiligte junge Menschen geschaffen werden? Wie können finanzielle Hürden für junge Menschen abgebaut werden? Und wie können finanzielle Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass eine wechselseitige Zusammenarbeit mit Partnern aus anderen Ländern möglich ist?

Demokratie stärken und Vielfalt leben (Arbeitssprache Englisch)
In der Europäischen Union wird der Zusammenhalt durch Finanzkrise, nationale Abschottungen und zuletzt den Brexit immer fragiler. Rechtspopulismus, fremdenfeindliche und rassistische Einstellungen gefährden nicht nur in Deutschland den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Demokratie als leitendes Gesellschaftsmodell wird in Frage gestellt. Diese Entwicklungen erfordern eine Stärkung politischer Bezüge und Inhalte in der Internationalen Jugendarbeit und der jugendpolitischen Zusammenarbeit. Wie kann die politische Dimension Internationaler Jugendarbeit sichtbar gemacht und gefördert werden? Welchen Beitrag kann Internationale Jugendarbeit zu aktiver Bürgerschaft und europäischem/globalem Bewusstsein leisten? Wie kann sie der Radikalisierung junger Menschen entgegenwirken und Vielfalt erlebbar machen? Wie können demokratische Strukturen und Zivilgesellschaft durch internationale Zusammenarbeit im Jugendbereich unterstützt werden?

Austausch und Begegnung in der digitalisierten Welt
Digitale Medien und Technologien sind längst aus der Jugendarbeit und der internationalen Zusammenarbeit nicht mehr wegzudenken. Sie werden für kollaboratives Arbeiten, aktives Vernetzen und für die grenzüberschreitende Kommunikation mit den ausländischen Partnern zur Vor- und Nachbereitung von gemeinsamen Aktivitäten genutzt. Soziale Medien sind häufig das zentrale Instrument für junge Menschen, um nach einem Austausch miteinander in Kontakt zu bleiben. Ferner gewinnen internetbasierte Beteiligungsverfahren für junge Menschen an Bedeutung. Welche Rolle spielen die internetgestützten Technologien für die Weiterentwicklung der Internationalen Jugendarbeit, z.B. im Hinblick auf neue Begegnungs- oder auch Fortbildungsformate? Wie kann die Beteiligung junger Menschen durch digitale Partizipationsverfahren gefördert werden? Welche Herausforderungen stellen sich im Bereich der Medienkompetenz auf Seiten der jungen Menschen und der Fachkräfte?
Darüber hinaus sollen auch Fragen der Datengrundlagen für Internationale Jugendarbeit sowie neue Wege der Datenerhebung und -verarbeitung thematisiert werden.

Mehr-wert: Internationale Jugendarbeit anerkennen
Junge Menschen erfahren durch Internationale Jugendarbeit einen Zuwachs an Kompetenzen und werden in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestärkt. Ebenso tragen spezifische Austauschformate zur Qualifizierung von Fachkräften bei. Wie kann der Mehrwert Internationaler Jugendarbeit besser sichtbar gemacht und vermittelt werden? Wie kann die gesellschaftliche Anerkennung dieser informellen und non-formalen Lernprozesse gefördert werden – losgelöst von einer rein arbeitsmarktorientierten Sicht? Wie kann die Rolle von Mobilitätserfahrungen im Kontext lebenslangen Lernens gestärkt werden? Wie kann das Zusammenspiel von nichtformaler und formaler Bildung gelingen?

Jugendarbeit zwischen Transformation und Globalisierung
Die interkulturelle Öffnung und die Internationalisierung/Europäisierung zählen zu den aktuellen Herausforderungen für die Träger der Jugendhilfe. Dabei stehen Organisationen und Institutionen vor der Aufgabe angesichts stetigen Wandels ihre Transformationsfähigkeit sicherzustellen. Wie kann die internationale/europäische Dimension in den Organisationen und Institutionen gestärkt und nachhaltig sichergestellt werden? Wie können internationale und europäische Vernetzung ausgebaut und für die eigene Organisationsentwicklung genutzt werden? Wie können grenzüberschreitende Angebote für die Arbeit mit Jugendlichen und für die Fachkräfte selbst besser genutzt werden? Welche Qualifikationen sind angesichts dieser Herausforderungen nötig?

Perspektiven der jugendpolitischen Zusammenarbeit
Um jungen Menschen ein gelingendes Aufwachsen zu ermöglichen, bedarf es im Bereich der Jugendpolitik gemeinsamer Handlungsansätze auf europäischer und internationaler Ebene. Es gilt, die Zusammenarbeit zu stärken und gemeinsam den jugendpolitischen Herausforderungen zu begegnen. Welche Impulse sind nötig, um die grenzüberschreitende jugendpolitische Zusammenarbeit wirkungsvoll gestalten zu können? Wie können Ansätze der bi- und multilateralen Zusammenarbeit gefördert und genutzt werden? Welche Rolle spielen europäische und internationale Netzwerke und wie kann diese gestärkt werden? Wie können europäische und internationale Strategien im Bereich Jugend eine bessere Wirkung entfalten?

Is Europe really lost? – Wie Jugendhilfe und Jugendpolitik die Erneuerung der europäischen Idee unterstützen können.
Es besteht Anlass zu großer Sorge um die Zukunft Europas. Wie kann der Rückfall in die Zeiten des Nationalismus aufgehalten, wie können die Grundlagen und Werte der europäischen Zusammenarbeit bewahrt werden? Es braucht die Erneuerung der europäischen Idee. Der Workshop geht der Frage nach, welchen Beitrag Jugendhilfe und Jugendpolitik zu einer neuen gelebten europäischen Erzählung leisten können.

Arbeitssprache

Die Arbeitssprache ist deutsch mit Simultandolmetschung Deutsch/Englisch/Deutsch. Ausnahme bildet die Workshopeinheit. Hier werden zwei Workshops in Englisch durchgeführt, fünf weitere in Deutsch. Eine Übersetzung ist in den Workshops nicht vorgesehen.

Festlicher Abend zu 50 Jahren IJAB

An den Kongress schließt sich ein festlicher Abend an zum 50-jährigen Jubiläum von
IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Datum und Ort

Donnerstag, 18. Mai 2017

  • 10:30 Uhr bis 18:30 Uhr (Fachkongress)
  • 19:00 Uhr bis 23:00 Uhr (Festlicher Abend)

Vertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund
Jägerstraße 1-3
10117 Berlin
Anfahrt: http://www.hamburg.de/senatskanzlei/service-landesvertretung/

Kosten

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Übernachtungs- und Fahrtkosten werden von den Teilnehmenden selbst getragen.

Anmeldung

Die Anmeldung für den Fachkongress ist nicht mehr möglich.

Hotelkontingente

Für Teilnehmende der Veranstaltung stehen auf Selbstzahlerbasis Hotelkontingente zur Verfügung. Bitte beachten Sie, dass Sie den beruflichen Hintergrund Ihrer Reise im Hotel mit einer Arbeitgeberbescheinigung nachweisen. Ansonsten ist das Hotel verpflichtet, eine Übernachtungssteuer zu erheben.
Bei folgenden Hotels stehen Kontingente zur Verfügung (Stichwort: „50 Jahre IJAB“):
Motel One Potsdamer Platz, Leipziger Platz 12, 10117 Berlin, Tel.: +49 (30) 206 70 78-0
(88,50€ Übernachtung mit Frühstück), Kontingent bis 20.4 abrufbar
Novum Select Hotel Berlin Gendarmenmarkt, Charlottenstr. 66, 10117 Berlin, Tel.: +49 (30) 20 60 50-0, (79, 00 € Übernachtung mit Frühstück), Kontingent bis 27.4 abrufbar

Informationen und Kontakt

Für organisatorische Informationen steht Ihnen Meike Zens (zens@DontReadMeijab.de, Tel 0228-9506-314) gerne zur Verfügung.

Für inhaltliche Rückfragen steht Ihnen Claudia Mierzowski (mierzowski@DontReadMeijab.de, Tel. 0228-9506-103) gerne zur Verfügung.

>> Ausschreibung und Tagungsinformationen zum Download (PDF)

Lizenz: INT 4.0 – Namensnennung CC BY 4.0


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