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Youth Progress Index 2017 erschienen: Norwegen auf Platz 1, Deutschland auf Platz 13

Der so genannte Youth Progress Index (YPI) misst weltweit den sozialen Fortschritt im Leben junger Menschen. Er wertet aus, wie sich bestimmte Faktoren - jenseits von ökonomischen Kennzahlen - auf die Lebensqualität junger Leute auswirken. Der YPI basiert auf dem Index für sozialen Fortschritt (Social Progress Index), der Länder auf Basis von sozialen und ökologischen Maßzahlen vergleicht.

Die drei Hauptkategorien, die untersucht werden, sind:

  • Menschliche Grundbedürfnisse,
  • Grundlagen des Wohlbefindens,
  • Chancen und Möglichkeiten.

Diese wiederum umfassen je 4 Kompenenten und insgesamt 60 verschiedene jugendrelevante Indikatoren, an denen der soziale Fortschritt gemessen wird. Der YPI erfasst ausführliche Zahlen und Daten für 102 Länder; für 52 Länder wurden die Daten getrennt erfasst und konnten aufgrund der unzureichenden Datenlage nur teilweise betrachtet werden.

Die Daten dienen der Unterstützung der politischen Debatte und der Vertretung der Interessen junger Menschen sowie des Forschungsbereichs in der Erfassung und Messung von Daten dazu, wie Gesellschaften in jugendrelevanten Fragen handeln.

Ergebnisse

Norwegen erzielt in der Gesamtsicht die höchsten Werte mit 88,94 Punkten. In der Auswertung der Einzelbereiche erreicht die Schweiz bei 'Menschliche Grundbedürfnisse' den höchsten Wert mit 94,36 Punkten (Norwegen: 94,20). Dänemark liegt mit 91,36 Punkten (Norwegen: 90,89) bei 'Grundlagen des Wohlbefindens' vorn. Finnland erreicht mit 82,91 Punkten (Norwegen: 81,95) den höchsten Wert im Bereich 'Chancen und Möglichkeiten'. Deutschland liegt in der Gesamtschau auf Platz 13 (84,41 Punkte).

Am anderen Ende der Skala (Auswertung 102-Länder-Liste) bildet Mosambik das Schlusslicht mit einem Gesamtwert von 33,53 Punkten und Einzelwerten von 29,64 bei 'Menschliche Grundbedürfnisse', 37,97 bei 'Grundlagen des Wohlbefindens' und 33,25 bei 'Chancen und Möglichkeiten'. Das Land kann aber bei einzelnen Komponenten, zum Beispiel im Bereich 'Chancen und Möglichkeiten' punkten. So werden bei 'Inklusion' 55,81 Punkte (Island: 92,98 Punkte, Platz 1) erreicht und damit Platz 54 im Gesamtvergleich aller 154 erfassten Länder. Damit liegt Mosambik zum Beispiel noch vor Polen, das hier auf Platz 55 rangiert.

In einzelnen Komponten der Hauptkategorien, zum Beispiel 'Wasserversorung und Sanitär' (unter 'Menschliche Grundbedürfnisse') rangiert Singapur mit der vollen erreichbaren Punktzahl von 100 noch vor Norwegen. An letzter Stelle liegt hier die Demokratische Republik Kongo mit einem Wert von 5,83 Punkten. Japan führt die Liste bei der Komponente 'Wohnraum' mit einem Wert von 91,25 Punkten an. An letzter Stelle ist hier die Zentralafrikanische Republik zu finden (0,28 Punkte). Auch bei 'persönlicher Sicherheit' erreicht Singapur den höchsten Wert (92,83 Punkte). Am unsichersten fühlen sich Jugendliche in der Zentralafrikanischen Republik (16,26 Punkte).

In der Kategorie 'Grundlagen des Wohlbefindens' punktet Kanada bei der Komponente 'Zugang zu Grundbildung' und hat mit 99,65 Punkten die Nase vorn. Hier finden sich unter den ersten zehn Plätzen auch Kasachstan, Georgien und Usbekistan. Niger erreicht hier nur 6,16 Punkte und damit den letzten Platz. In puncto 'Umweltqualität' hat Schweden den 1. Platz inne vor der Schweiz und Dänemark. Am unzufriedesten sind Jugendliche mit der 'Umweltqualität' im Sudan (16,86 Punkte).

Bei der Kategorie 'Chancen und Möglichkeiten' steht bei 'Persönliche Rechte' Norwegen ganz vorn (81,53 Punkte), Iran ganz hinten (16,95 Punkte). Bei 'Zugang zu weiterführender Bildung' sind die USA ganz vorn (91,86 Punkte). Der Tschad erreicht 5,99 Punkte.

EU-Vergleich

Eine Auswertung der Daten zu den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) zeigt, dass alle umfassend beleuchteten Länder der EU (außer Luxemburg und Malta) in der Gesamtbetrachtung unter den Plätzen 2 bis 41 zu finden sind. Auf 2 liegt dabei Finnland, auf 41 Rumänien. Deutschland rangiert auf Platz 13 (84,41 Punkte). Es kann in Einzelbereichen bzw. einzelnen Komponenten seine Platzierung nach oben verbessern (zum Beispiel Platz 5 bei 'Umweltqualität' in der Kategorie 'Grundlagen des Wohlbefindens' oder Platz 8 bei 'Persönliche Rechte' in der Kategorie 'Chancen und Möglichkeiten').

Insgesamt zeichnet sich für die EU-Länder im Vergleich zum Rest der Welt bei den meisten Einzelkomponenten ein relativ einheitliches Bild ab, zum Beispiel bei 'Ernährung und medizinische Grundversorgung'. Der Unterschied zwischen best- (Finnland: 99,35 Punkte) und schlechtplatziertestem (Rumänien: 96,85 Punkte) EU-Land beträgt hier 2,5 Punkte.

Bei 'Persönliche Freiheit und Wahlfreiheit' ist der Unterschied deutlich höher (45,06 Punkte). Finnland als bestplatziertes EU-Land erreicht hier 85,53 Punkte, Griechenland bekommt 40,47 Punkte und landet im EU-Vergleich auf dem letzten Platz. In der Gesamtliste der Länder liegt Griechenland mit diesem Wert auf Platz 114.

Im EU-Vergleich liegt Finnland auch bei 'Zugang zu Information und Kommunikation' vorn und erreicht mit 96,97 Punkte die beste Platzierung. Das Schlusslicht in dieser Komponente bei den EU-Ländern bildet Bulgarien mit 81,09 Punkten. Auch hier ist ein größerer Unterschied zwischen den EU-Ländern zu beobachten mit 15,88 Punkten. In dieser Komponente kommen alle baltischen Staaten und skandinavischen EU-Mitgliedstaaten im EU-Vergleich unter die ersten 10.

Wer steht hinter dem Youth Progress Index?

Der Youth Progress Index ist eine gemeinsame Initiative des Europäischen Jugendforums, Deloitte Touche Tohmtsu Limited (Deloitte), dem Internationalen Institut zur Förderung von Demokratie und demokratischer Teilhabe (International IDEA), dem OSZE-Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODIHR), der gemeinnützigen US-amerikanischen Organisation 'Social Progress Imperative' und  dem internationalen Arbeitgeberverband IOE.

Weitere Informationen

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie auf der Webseite von Deloitte (7 Seiten, pdf: 4,3 MB).

Den ausführlichen Bericht finden Sie auf der Webseite des Europäischen Jugendforums (300 Seiten, pdf: 20, 5 MB).

Quellen: Deloitte, Europäisches Jugendforum

Redaktion: DIJA

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