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Bund und Länder wollen China-Kompetenz fördern

Deutsche lernen zu selten Chinesisch, studieren zu wenig und zu kurz in China. Die internationale Bedeutung der Volksrepublik China nimmt stetig zu, nicht nur im politischen und wirtschaftlichen Bereich, sondern auch im wissenschaftlichen und kulturellen Bereich. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Kultusministerkonferenz (KMK) und das Auswärtige Amt (AA) wollen daher gemeinsam die China-Kompetenz in Deutschland weiter fördern und ausbauen. Das Mercator Institute for China Studies (MERICS) stellte dazu in Berlin bei einer gemeinsamen Fachveranstaltung von BMBF, KMK und AA seine Publikation „China kennen, China können. Ausgangspunkte für den Ausbau von China-Kompetenz in Deutschland“ vor.

Zur China-Kompetenz gehören vor allem Sprachkenntnisse, aber auch Landeskenntnisse und interkulturelle Kompetenzen; all diese Kompetenzen können am besten bei Aufenthalten in China erworben werden.

Die MERICS-Publikation zeigt Fortschritte der vergangenen Jahre bei der Förderung von China-Kompetenz auf. Gleichzeitig konstatiert sie weiterhin Aufholbedarf in mehreren Bereichen. So lernen vergleichsweise wenige Schüler in Deutschland Chinesisch, und an den Hochschulen ist die Zahl der Sinologie-Studenten niedrig. Auch die Zahl der deutschen Studierenden, die an einem chinabezogenen Studium und einem längeren Aufenthalt im Land interessiert sind, stagniert.

Das BMBF, die KMK und das AA setzen im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten bereits eine Vielzahl von Maßnahmen um, die zu mehr China-Kompetenz in Deutschland beitragen. 2016 haben sie und andere Partner, unter anderem mit der chinesischen Regierung, das Deutsch-Chinesische Jahr für Schüler- und Jugendaustausch ausgerichtet.

Das BMBF fördert seit diesem Jahr mehrere innovative Konzepte zur Steigerung der China-Kompetenz an deutschen Hochschulen. Insgesamt sollen über vier Jahre mehrere Millionen Euro bereitgestellt werden. An der Universität Hohenheim beispielsweise wird das Projekt „China-Kompetenz in Hohenheim“ (CHIKOH) gefördert. Projektziel ist, die Handlungsfähigkeit für wissenschaftliche und wirtschaftliche Austauschbeziehungen mit China zu steigern. Die Universität Hohenheim bildet in ihren wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen Absolventen aus, die zu einem großen Teil Anstellung in einem der regional ansässigen Unternehmen finden. Viele dieser Unternehmen suchen gezielt nach Mitarbeitern, die spezifisch für die Anforderungen unternehmerischer Kooperationen mit China ausgebildet sind. Deshalb stehen (Nachwuchs-)Wissenschaftler, regional ansässige Unternehmen, Kammern und Verbände sowie Studenten im Mittelpunkt von CHIKOH.

Die Kultusministerkonferenz hat in den vergangenen Jahren mehrere Erklärungen mit dem chinesischen Bildungsministerium zur weiteren Intensivierung der deutsch-chinesischen Bildungszusammenarbeit, inklusive der Beruflichen Bildung, sowie des Schüler- und Lehrkräfteaustausch unterzeichnet. Viele Länder unterhalten und pflegen bereits heute enge Beziehungen zu Partnereinrichtungen in China. Die guten Erfahrungen können Anregungen sein, weitere Länder zu gewinnen und den Austausch auszubauen.

Akademischer und kultureller Austausch, Hochschulkooperationen und Sprachförderung sind Kernaufgaben der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Mit seinen Programmen schlägt das Auswärtige Amt wichtige kulturelle, sprachliche und wissenschaftliche Brücken zwischen Deutschland und China. Auf diesem Weg fördert das Auswärtige Amt die China-Kompetenz in Deutschland. Hervorzuheben sind hier beispielsweise das weltweit größte DAAD-Hochschulprojekt, das Chinesisch-Deutsche Hochschulkolleg an der Tongji-Universität Shanghai, und das vom AA geförderte Netzwerk der Schulen der Partnerschulinitiative PASCH. China ist das Land mit den meisten PASCH-Schulen.

BMBF, KMK und AA wollen weitere maßgeschneiderte, abgestimmte und gemeinsame Maßnahmen vorbereiten und umsetzen.

Weiterführende Informationen:
Die Studie „China kennen, China können – Ausgangspunkte für den Ausbau von China-Kompetenz in Deutschland“ steht beim Mercator Institute for China Studies (MERICS) zum Download zur Verfügung.

Die vollständige Pressemitteilung erhalten Sie auf der Internetseite der Kultusministerkonferenz.

Quelle: Kultusministerkonferenz

Redaktion: DIJA

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