zur Übersicht

Einigung beim Europäischen Solidaritätskorps

Einigung beim Europäischen Solidaritätskorps
Europa im Fokus BildImage: Redvers   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung CC BY 3.0

Die Botschafterinnen und Botschafter der EU haben am 27. Juni 2018 die Einigung zwischen dem bulgarischen Ratsvorsitz und Vertreterinnen und Vertretern des Europäischen Parlaments über einen rechtlichen Rahmen für das Europäische Solidaritätskorps und eine entsprechende finanzielle Ausstattung für den Zeitraum 2018-2020 bestätigt.

Das Europäische Solidaritätskorps wurde ins Leben gerufen, um jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren die Möglichkeit zu geben, an solidarischen Tätigkeiten in verschiedenen Bereichen (Umwelt, Kultur, Sozialdienste, Hilfe für Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten, Kinder oder ältere Menschen) teilzunehmen und damit europäische Werte konkret umzusetzen.  Das Solidaritätskorps soll bestehende gesellschaftliche Bedürfnisse erfüllen und gleichzeitig die persönliche, bildungsbezogene, soziale, staatsbürgerliche und berufliche Entwicklung junger Menschen fördern.

Nach der aktuellen Einigung kann nun die zweite Phase der Einführung des Korps eingeleitet werden, damit – wie geplant – bis 2020 die ersten 100 000 Europäerinnen und Europäer an entsprechenden Tätigkeiten teilnehmen können.

Einzelheiten der Einigung:

  • Das Europäische Solidaritätskorps wird 90 % seiner Ressourcen für Projekte der Freiwilligenarbeit und Solidarität und 10 % entweder für Praktika und/oder Arbeitsplätze verwenden, wobei maximal 20 %inländischen Tätigkeiten vorbehalten bleiben.
  • finanzielle Ausstattung (376,5 Mio. EUR): Das Europäische Solidaritätskorps wird zu 80 % durch Umschichtungen, vor allem in der Rubrik 1a des Haushaltsplans und zu 20 % durch nicht ausgeschöpfte Spielräume, d.h. frisches Geld finanziert. Es werden keine zusätzlichen Mittel vom Programm Erasmus+ abgezogen.
  • Das Portal des Europäischen Solidaritätskorps – ein einziger, nutzerfreundlicher Zugang zu hochwertigen Freiwilligenstellen und Beschäftigungen mit Solidaritätsbezug für junge Menschen in der EU – wird weiterhin eine zentrale Rolle spielen.
  • Die solidarischen Tätigkeiten können sowohl außerhalb des Wohnsitzlands der Teilnehmerinnen und Teilnehmer (grenzüberschreitend) als auch innerhalb des Wohnsitzlandes (im eigenen Land) ausgeübt werden; sie dauern drei bis zwölf Monate.
  • Auf Inklusion und die Teilnahme junger Menschen mit beschränkten Möglichkeiten am Programm wird besonders Wert gelegt. Um ihnen zu helfen, werden auch kürzere Einsätze vorgesehen. Das Programm wird gemeinsam mit verschiedenen teilnehmenden Organisationen durchgeführt , um die Auswahl für die jungen Freiwilligen zu erhöhen.

Die nächsten Schritte
Nachdem die Botschafterinnen und Botschafter der EU die Einigung im Namen des Rates bestätigt haben, wird die Verordnung nun dem Europäischen Parlament zur Abstimmung in erster Lesung und danach dem Rat zur Annahme vorgelegt.

Die neue Regelung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft und gilt ab 1. Oktober 2018.

Am 11. Juni 2018 hat die Kommission einen weiteren Vorschlag für das Europäische Solidaritätskorps nach 2020 vorgelegt, der eine Aufstockung der finanziellen Ausstattung auf insgesamt 1,26 Mrd. EUR und mindestens 350 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorsieht. Nun müssen das Europäische Parlament und der Rat dem Vorschlag zustimmen.

>> Zur Meldung beim EU-Rat

Alle Informationen zur Programmumsetzung gibt es demnächst auf der Seite:  www.solidaritaetskorps.eu/

[Quelle: Pressemitteilung 355/18 Rat der EU vom 27.6.2018]


Redaktion: Cathrin Piesche

Begleiten Sie uns

RSS-Feed abonnieren IJAB auf Facebook IJAB-Alumni-Gruppe auf Facebook IJAB auf Twitter IJAB auf YouTube

Newsletter