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70 Jahre: ICJA feiert und blickt auf bewegte Geschichte zurück

70 Jahre: ICJA feiert und blickt auf bewegte Geschichte zurück
BildImage: © ICJA Freiwilligenaustausch weltweit e.V.

2019 wird der ICJA Freiwilligenaustausch weltweit e.V. 70 Jahre alt und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, die vom Engagement für Frieden und internationale Verständigung vieler Tausender von Freiwilligen erzählt. Vier Programmtage mit Veranstaltungen für Mitglieder, Mitarbeitende und Freunde des Vereins am Pfingstwochenende (7. bis 10. Juni 2019) bilden das Highlight der Feierlichkeiten in der Bauhaus-Stadt Dessau.

Wie alles begann

1949 entwickelte die Church of the Brethren und ihr Gründervater John Eberly ein Lernprogramm für junge Deutsche aus der Bundesrepublik Deutschland. Zwei unterschiedliche Interessen standen am Anfang des Jugendprogramms mit den USA. Nach Beendigung des II. Weltkrieges und der Niederschlagung des Nazi-Regimes durch die Alliierten machte es sich das US State Department zum Ziel, jungen Deutschen eine neue Weltanschauung zu vermitteln und so zur demokratischen Entwicklung in Deutschland beizutragen. John Eberly wiederum sah im Schüleraustausch ein Lernprogramm für Frieden, Versöhnung, Ökumene und internationale Verständigung aus christlicher Perspektive. Es entstand ein bilaterales Schulprogramm für Schülerinnen und Schüler aus der Bundesrepublik Deutschland und den USA.

60er-Jahre und weiter

In den 1960er-Jahren nahmen auch Länder des Südens am Austausch teil und der Entwicklungsgedanke gewann an Bedeutung. In den 1970er-Jahren fand ein Ausbau der Projekteinsatzstellen und des Bildungsprogramms statt. Die kritische Auseinandersetzung mit sozialen, politischen und ökonomischen Gegensätzen wurde gefördert. In den 1980er-Jahren wurden neben entwicklungspolitischen Inhalten verstärkt umweltpolitische, Gender- und deutsch-deutsche Fragestellungen in der Arbeit aufgegriffen. Die 1990er-Jahre waren vom Nord-Süd-Austausch geprägt. Ende des Jahrzehnts war der ICJA eine Organisation für internationale Freiwilligendiensteinsätze geworden. Damit einher ging der Ausbau der Föderation der Nationalkomitees im Internationalen Kulturellen Jugendaustausch – ICYE (International Cultural Youth Exchange) auf bis zu 34 Länder.

Ab 2000

Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurden zusätzlich zum "klassischen" ICJA-Freiwilligendienst auch ein Dienst im Ausland als Zivildienstersatz (bis zur Abschaffung des Wehrdienstes 2011), internationale Freiwilligendienste für alle Lebensphasen und ein Europäischer Freiwilligendienst angeboten. Ab 2008 entstanden neue internationale Jugendfreiwilligendienste (weltwärts, IJFD, weltwärts Süd-Nord). In der ICJA-Bildungsarbeit fand ab 2014 eine Erweiterung auf europäische Förderprogramme statt, die den Austausch gerade innerhalb Europas intensivierten. Als Reaktion auf die Flüchtlingskrise führte der Verein 2015 einen Freiwilligendienst von Geflüchteten in Berliner und Brandenburger Einsatzstellen ein.

Fazit

Die Geschichte von ICJA Freiwilligenaustausch weltweit zeugt davon, dass ein von Ehrenamtlichen getragener Verein über die Jahrzehnte hinweg jung und wandelbar bleiben kann. Er reagierte auf gesellschaftliche Entwicklungen und bot jeweils zeitgemäße Möglichkeiten zum Engagement. Als Bildungsträger mit einem weiten Netz an zuverlässigen Partnern weltweit möchte ICJA auch heute noch auf die wichtigen Themen der Globalisierungsentwicklung aufmerksam machen: Europa als Friedensprojekt, Nord-Süd-Gefälle, Frieden, Flucht und Asyl, Anti-Rassismus, interkulturelle Kompetenz und Nachhaltigkeit.

ICJA ist Mitglied bei der IJAB-Mitgliedsorganisation Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF).

Umfassende Daten und Informationen zum Herausgeber bietet die Webseite von ICJA.

Quelle: ICJA Freiwilligenaustausch weltweit

Redaktion: Susanne Klinzing

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