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Aktion Sühnezeichen Friedensdienste verurteilt Welle von Antisemitismus in Europa

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste verurteilt Welle von Antisemitismus in Europa
BildImage: Jonas Reis   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-NC-SA 3.0

Mit Erschrecken und Sorge nimmt Aktion Sühnezeichen Friedensdienste zunehmende Vorfälle von offenem Judenhass wahr. Europaweit kam es in den vergangenen Tagen vermehrt zu verbalen und körperlichen Angriffen auf Jüdinnen und Juden.

Parolen von offenem Judenhass sind in diesen Tagen vor allem bei Demonstrationen gegen den israelischen Militäreinsatz im Gaza-Streifen zu hören. Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, Demonstrationen und Diskussionsforen dürfen aber deswegen keine Plattform für Judenhass bieten.

„Wir beobachten immer wieder, dass der israelisch-palästinensische Konflikt für die Verunglimpfung von Jüdinnen und Juden benutzt wird. Dies ist untragbar. Unsere Solidarität gilt allen Jüdinnen und Juden und wir fordern politische und zivilgesellschaftliche Akteure auf, alles zu tun, damit Judenhass keinen Ausdruck findet“, sagt Jutta Weduwen, Geschäftsführerin von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Diese Verantwortung liege auch bei den Verbänden und Gemeinden, die zu Demonstrationen gegen die israelische Politik aufrufen.

„Wir müssen zugleich achtsam sein, dass dieser aktuelle Antisemitismus nicht nur pauschal Muslim_innen oder Menschen arabischer oder türkischer Herkunft zugeschrieben wird, sondern auch von vielen Menschen in der Mehrheitsgesellschaft geäußert wird,“ fügt sie hinzu. „Der Antisemitismus hat seine Wurzeln in Europa und fand seinen extremsten Ausdruck in der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung des europäischen Judentums. Diese Erfahrung mahnt uns heute zu großer Sensibilität gegenüber historischen Gleichsetzungen. Die politische und pädagogische Präventionsarbeit gegen Antisemitismus ist unerlässlich und muss ausgebaut und gefördert werden.“

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste setzt sich seit 1958 für eine kritische und sensible Auseinandersetzung mit den Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen ein. In Freiwilligendiensten und Sommerlagern engagieren sich jedes Jahr mehrere hundert überwiegend junge Menschen in vielen Länder n Europas, den USA und Israel in Gedenkstätten, in der Begleitung von Überlebenden der Schoa und in der politischen Arbeit gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus. Aktion Sühnezeichen Friedensdienste meldet sich immer wieder zu gesellschaftspolitischen Themen zu Wort.

Quelle: Aktion Sühnezeichen Friedensdienste

Redaktion: Christian Herrmann

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