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Anerkennung erwünscht: Die Zertifizierung nicht formalen und informellen Lernens soll unterstützt werden

98% derjenigen, die sich an der öffentlichen Online-Konsultation der Kommission zum Thema Werbung und Anerkennung nicht formalen und informellen Lernens beteiligt haben, bewerten nicht formales und informelles Lernen als wichtig für alle Altersklassen und für alle Bildungsniveaus.

Es herrscht auch Konsens darüber, dass diese Fähigkeiten, sichtbar und damit weitergehend "nutzbar" gemacht werden sollten. Dabei ist man sich nicht einig über die Form der Anerkennung, allerdings werden weniger formale Verfahren geringfügig bevorzugt. Nur ein Viertel der Antwortenden sind der Meinung, dass die existierenden Instrumente dafür ausreichen, nur 40% meinen, dass die existierenden Verfahren Qualitätsstandards standhalten würden. Vor allem im Bereich der Freiwilligenarbeit (88%), am Arbeitsplatz (87%) und für junge Menschen (82%) gebe es diesbezüglichen Entwicklungsbedarf. Dafür seien vor allem Hindernisse wie der Mangel an Information und Kommunikation (80%), an Begleitung und Unterstützung der Nutzer (77%) sowie an Vertrauen in die Validierungsprozesse und -ergebnisse (74%) zu überwinden.

Einig ist man sich, dass mehr getan werden muss (94%), und zwar auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene (84%), nicht nur auf europäischer. Die EU solle vor allem die öffentliche Wahrnehmung verbessern (84%), den Austausch guter Praxis befördern (81%) sowie Synergien zwischen den existierenden europäischen Instrumenten und Referenzrahmen wie Europass, Youthpass, EQF, ECVET und ECTS verbessern (78%).

Insgesamt müsse es darum gehen, den Stellenwert nicht formalen und informellen Lernens zu erhöhen (89%), den Zugang zu Validierungsmöglichkeiten vor allem für junge Menschen zu verbreitern (85%), die Sichtbarkeit von Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen, die außerhalb formaler Bildungsgelegenheiten erlangt werden, zu verbessern (84%) und flexible Wege zwischen nicht formaler, informeller und formaler Bildung und Ausbildung zu finden (81%). Außerdem sei die Professionalität und die Wahrnehmung derjenigen zu schulen, die an der Bereitstellung nicht-formalen und informeller Lerngelegenheiten beteiligt sind (77%).

Nahezu 470 Antworten und ca. 20 Positionspapiere sind bei der Kommission eingegangen, nachdem diese vom 1. Dezember 2010 bis zum 9. Februar 2011 Einzelpersonen und Organisationen um ihre Meinung gebeten hatte. 53% der Antworten kamen von Einzelpersonen, 47% von Organisationen, vor allem aus dem „Dritten Sektor“, also freie Träger, die auf nationaler Ebene arbeiten. Die größte Gruppe stellen dabei Freiwilligenorganisationen, gefolgt von Trägern aus den Bereichen Bildung, Weiterbildung und Qualifikation. Nur 11 Organisationen ,die nicht formales Lernen für Jugendlichen anbieten, beteiligten sich. Unter denjenigen Organisationen, die ein eigenes Positionspapier abgegeben haben, waren auch zwei deutsche: das BAQ Forschungsinstitut für Beschäftigung, Arbeit und Qualifikation sowie IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland.

Nach der quantitativen Auswertung steht noch die Sichtung der offenen Antworten und der einzelnen Stellungnahmen an. Auch weitere Gespräche mit Stakeholdern sind geplant. Dies will die Kommission in diesem Frühjahr erledigt haben, um alles in einem Gesamtbericht zu veröffentlichen. Das Ziel der Kommission ist ein Vorschlag für eine neue Initiative, der im Sommer 2011 vorgelegt werden soll, eventuell auch eine Ratsempfehlung, die dann unter polnischer Ratspräsidentschaft Ende 2011 angenommen werden sollte.


Quelle: Europäische Kommission, GD EAC, 
www.jugendpolitikineuropa.de

Redaktion: Dr. Dirk Hänisch

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