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Antrag auf Verankerung von Jugend- und Schüleraustausch in Auswärtiger Kultur- und Bildungspolitik angenommen

Der Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD, Internationalen Jugend- und Schüleraustausch als Fundament in der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik verankern, ist in der Sitzung des Deutschen Bundestags am 18. Juni angenommen worden.

In dem Antrag heißt es:

"Internationale Jugendpolitik und internationaler Jugend- und Schüleraustausch sind feste Bestandteile der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Kernziele dieses Politikbereichs sind die Förderung der deutschen Sprache und des kulturellen Austausches sowie die Stärkung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes Deutschland [...].

Unter Punkt II fordert der Deutsche Bundestag die Bundesregierung auf,

  • "den internationalen Jugend- und Schüleraustausch als Bestandteil der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik zu stärken und dabei auch junge Berufstätige für längerfristige Auslandsaufenthalte zu gewinnen;
  • bestehende Programme des Jugend- und Schüleraustauschs stärker als bisher miteinander zu vernetzen, um Synergieeffekte in Verwaltung und Struktur besser nutzen zu können;
  • im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel Jugend- und Schüleraustauschprogramme mit Fördermaßnahmen aus der Programmarbeit der Auswärtigen Kultur- und Bildungsarbeit gezielt auszubauen und hierbei die Jugendlichen, die in der Programmarbeit der Kultur-Mittlerorganisationen und des Auslandsschulwesens sowie der Kirchen und Religionsgemeinschaften erreicht werden, in besonderer Weise zu fördern sowie in den Austausch gezielt benachteiligte Jugendliche und junge Menschen mit Behinderung gemäß Artikel 32 der UN-Behindertenrechtskonvention einzubeziehen;
  • die Jugend- und Schüleraustauschprogramme im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel so auszugestalten, dass sich die Jugendlichen über die Programmdauer hinaus in Alumni-Netzwerken organisieren und weiter vernetzen können, um somit einen weiteren dauerhaften Mehrwert im Sinne der interkulturellen und intergesellschaftlichen Verständigung zu generieren;
  • den Dialog von international tätigen Jugendaustauschorganisationen und staatlichen Einrichtungen zur Weiterentwicklung des Jugendaustausches zu fördern;
  • Jugend- und Schüleraustauschprogramme in den durch Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik identifizierten Schwerpunktregionen zu intensivieren;
  • neue Austauschprogramme mit den Staaten Südosteuropas innerhalb und außerhalb der Europäischen Union (EU) zu initiieren. Dabei könnten bereits vorhandene Strukturen des IPS-Programmes genutzt werden;
  • Internationale Jungend- und Schülerbegegnungen an historischen Gedenkorten, in In- und Ausland zu stärken;
  • die Willkommens- und Anerkennungskultur zu stärken, indem die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit auf die Bedeutung und den hohen Wert von kurz- und langfristigen Austauschprogrammen für junge Menschen, die nach Deutschland kommen, gelenkt wird;
  • darauf hinzuwirken, dass die staatlich geförderten Austauschprogramme, auch die der Träger der freien Jugendhilfe, in Deutschland bekannter gemacht werden und auf die Zukunftschancen, die sich aus Aufenthalten für deutsche Jugendliche ergeben, offensiv hinzuweisen;
  • Maßnahmen zu ergreifen, um das bürgerschaftliche Engagement der Gastfamilien und Jugend- und Schüleraustauschorganisationen stärker in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen und zu honorieren;
  • die Möglichkeit zu prüfen, Gastfamilien, die junge Menschen im Rahmen von Jugend- und Schüleraustauschprogrammen  unentgeltlich aufnehmen, zu entlasten;
  • deutsche Auslandsvertretungen und Ausländerbehörden über die Besonderheit und die Bedeutung des kurz- und langfristigen Jugend- und Schüleraustausches zu informieren, um etwaigen Schwierigkeiten bei der Visumvergabe entgegenzuwirken sowie den Umfang der Forderungen von finanziellen Nachweisen kritisch zu prüfen;
  • die Möglichkeiten zu prüfen, in den deutschen Auslandsvertretungen den Teil-nehmenden von Jugend- und Schüleraustauschprogrammen eine Sondertermin-vergabe einzuräumen, um lange Wartezeiten zwischen Terminvergabe und der eigentlichen Antragsannahme des Visums zu verkürzen;
  • die Möglichkeit zu prüfen, Teilnehmende von Programmen der Jugend- und Schüleraustauschorganisationen von Gebühren für Visa und Aufenthaltstitel zu befreien."

Der Antrag zum Nachlesen auf der Website des Deutschen Bundestags ...

Quelle: Deutscher Bundestag

Ergänzend dazu Reden im Bundestag im Zusammenhang mit der Diskussion um den Antrag:

Die LINKE: http://www.linksfraktion.de/reden/mittel-internationalen-jugendaustausch-muessen-aufgestockt-werden/

Dr. Thomas Feist (CDU): http://thomasfeist.de/internationaler-jugend-und-schueleraustausch-als-fundament-in-der-auswaertigen-kultur-und-bildungspolitik-verankern/

Beate Walter-Rosenheimer (Die Grünen): http://www.beate-walter-rosenheimer.de/9-bundestag/722-internationaler-jugend-und-sch%C3%BCleraustausch.html

Redaktion: DIJA

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