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Belgien: Erster nationaler Plan gegen Kinderarmut verabschiedet

Am 10. Juni wurde im Rahmen der Interministeriellen Konferenz „Integration in die Gesellschaft“ der erste nationale Aktionsplan gegen Kinderarmut verabschiedet. Unter dem Vorsitz von Gemeinschaftsminister Harald Mollers haben sechzehn zuständige Föderal-, Regional- und Gemeinschaftsminister und Staatssekretäre der gemeinsam ausgearbeiteten Strategie grünes Licht gegeben.

In Belgien lebt nahezu jedes fünfte Kind in Armut oder ist einem Armutsrisiko ausgesetzt. Vor allem alleinerziehenden Eltern fällt es stets schwerer, der Armut zu entkommen. Kinderarmut hat vielfältige Ursachen und die Folgen sind gravierend.

Um für Kinder die Chancen auf ein gutes Aufwachsen zu verbessern und Kinderarmut zu bekämpfen, haben Vertreter aller zuständigen politischen Instanzen gemeinsam den ersten nationalen Plan gegen Kinderarmut ausgearbeitet.

Der Plan weist 140 Maßnahmen auf, die auf vier strategischen Zielsetzungen beruhen: Familien und Kinder sollen den Zugang zu ausreichenden Mitteln erhalten, die Partizipation von Kindern soll stimuliert werden, der einfache Zugang zu qualitativ hochwertigen Dienstleistungen soll gewährleistet werden und die Vernetzung der Akteure und Behörden aus betroffenen Bereichen soll gefördert werden.

Die Deutschsprachige Gemeinschaft hat insgesamt acht umzusetzende Maßnahmen in den Plan einfließen lassen. Um Kinderarmut zu bekämpfen muss beispielsweise die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestärkt werden. Hierzu soll die Umsetzung des bereits erarbeiteten Familienpolitischen Gesamtkonzeptes der DG beitragen. Das Konzept legt das Augenmerk insbesondere auf Betreuungsangebote von Kleinkindern. Aber auch die Beratung und Hilfestellung für Familien, eine effiziente finanzielle Unterstützung, der intergenerationelle Zusammenhalt und das Thema familienfreundliche Unternehmen finden in diesem Konzept ihren Platz.

Außerdem will die DG durch die Modernisierung und Neustrukturierung der PMS- und Gesundheitszentren sowie der kinder- und jugendunterstützenden Sozialdienste den Kindern und ihren Familien den Zugang zu hochwertigen Dienstleistungen vereinfachen. Ein einziger integrierter Dienst soll in Zukunft alle Kinder von der Geburt an begleiten und kann so die von Armut betroffenen Kinder schneller erkennen und früher Hilfestellung anbieten.

Des Weiteren fördert die DG die Vernetzung aller sozialen Akteure. Im dienstübergreifenden Vernetzungskonzept für die Arbeit mit Familien mit vielfältiger Problembelastung haben sich die betroffenen Dienste und Organisationen bereit erklärt, koordiniert zusammen zu arbeiten. Diese Form von Vernetzung lässt die oft leisen Anzeichen für Kinderarmut schneller feststellen. Durch das Konzept des Case Managements und die daraus entstehende gebündelte Hilfestellungen kann der Teufelskreis der Kinderarmut effektiver durchbrochen werden.

Quelle: Regierung der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

Redaktion: DIJA

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