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Belgisches Vinkt wird neuer Zielort für Internationale Jugendbegegnungen

Zu den fünf Zielorten des LVR-Programms "Jugend gestaltet Zukunft - Internationale Jugendbegegnungen an Orten der Erinnerung in Europa" ist nach einem Beschluss des Landesjugendhilfeausschusses Rheinland nun mit dem Belgischen Vinkt ein weiterer Erinnerungsort hinzugekommen. Im Rahmen des Programms des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) reisen bildungsbenachteiligte Jugendliche in europäische Orte, in denen während des Zweiten Weltkrieges Verbrechen an der Zivilbevölkerung geschahen. Vor und während der Reise findet eine intensive politische Bildungsarbeit statt und die Jugendlichen unterstützen Projekte vor Ort, wie den Ausbau eines Erinnerungsweges oder Bauarbeiten an einem Spielplatz. Außerdem lernen sie Jugendliche aus den Erinnerungsorten kennen, bauen Vorurteile ab und tragen so aktiv zu mehr Völkerverständigung bei.

"Wir freuen uns, dass mit Vinkt ein mitteleuropäischer Partnerort in unser Programm aufgenommen werden konnte. In Ost-, Süd- und Westeuropa bestehen bereits ausgezeichnete Kooperationen", so Prof. Dr. Jürgen Rolle, Vorsitzender des Landesjugendhilfeausschusses Rheinland. "Die Jugendlichen wirken vor Ort daran mit, dass die grausamen Verbrechen der Nazi-Zeit nicht in Vergessenheit geraten und setzten ein Zeichen für Frieden und gegenseitigen Respekt", ergänzt LVR-Jugenddezernent Reinhard Elzer.

Das ostflandrische Vinkt wurde als neuer Zielort des Programms ausgewählt, weil deutsche Truppen dort am 27. Mai 1940 ein Massaker unter der Zivilbevölkerung anrichteten. Mindestens 86 Zivilisten wurden ermordet, die deutschen Truppen tragen außerdem die Verantwortung für den Tod von mindestens 54 weiteren Geiseln.

Im Rahmen von "Jugend gestaltet Zukunft" arbeitet der LVR mit verschiedenen Trägern der Jugendsozialarbeit zusammen, die die praktische Umsetzung des Projekts unterstützen. Der Träger sci:moers e.V. hat bislang die Jugendbegegnungen in Sant' Anna di Stazzema in Italien begleitet. Künftig wird er auch die Fahrten nach Vinkt realisieren. Jugendliche vom sci:moers e.V. überreichten Prof. Dr. Jürgen Rolle und Reinhard Elzer während der Sitzung des Landesjugendhilfeausschusses ein selbst hergestelltes LVR-Logo aus Marmor, als Dankeschön für die Unterstützung des Ausschusses. Das Kunstwerk hatten Jugendliche aus der Jugendwerkstatt des Moerser Jugendhilfeträgers gemeinsam mit Schülerinnen und Schüler einer Werk- und Kunstschule aus der italienischen Gemeinde gefertigt.

Rolle bedankte sich für die Anerkennung, die die Jugendlichen dem Ausschuss mit dem Geschenk zeigten. "Nach und nach ist unser Programm gewachsen. Mittlerweile finden Jugendbegegnungen im französischen Maillé, im griechischen Ano Viannos, im italienischen Sant' Anna di Stazzema, im polnischen Maidanek und im ukrainischen Baranivka statt", so Rolle.

Quelle: Landschaftsverband Rheinland (LVR)

Redaktion: Christian Herrmann

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