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Besorgniserregender Anstieg von Zwangsverheiratungen syrischer Flüchtlingsmädchen in Jordanien

Junge Mutter mit drei Kindern; Bildquelle: Jerzy Sawluk / pixelio.de

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF ist besorgt über den Anstieg von Kinderehen syrischer Mädchen, die nach Jordanien geflohen sind. Eine neue UNICEF-Untersuchung zeigt, dass bereits jedes dritte Mädchen im Kinder- und Jugendalter verheiratet wird. Vor Ausbruch des Krieges in Syrien und der Flüchtlingskrise waren 13% der syrischen Mädchen bei ihrer Heirat jünger als 18 Jahre, mittlerweile sind es 32%. Bereits im vergangenen Jahr hat UNICEF einen deutlichen Anstieg von Frühehen unter den Flüchtlingen in Jordanien beobachtet.

Die UNICEF-Studie dokumentiert eine bislang wenige beachtete Entwicklung in Folge des nunmehr dreieinhalb Jahre anhaltenden Konflikts in Syrien. Nach Angaben von UNICEF sind die häufigsten Gründe für die Kinderehen die verbreitete Armut unter den Flüchtlingen, die Suche nach Schutz für die Töchter und die Sehnsucht, dem Stress und der Gewalt in den Familien zu entkommen. Bereits vor dem Konflikt lag der Anteil der Frühehen in Syrien im internationalen Vergleich relativ hoch – eine problematische Tradition in der Region, dir durch die Krise verschärft wird, so UNICEF.

Die Konsequenz von Kinderehen sind allerdings, dass Mädchen einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt werden und mit höherer Wahrscheinlichkeit auch arm bleiben. Auch der Bildungsstand und die Perspektiven der Mädchen werden durch eine frühe Ehe eingeschränkt. Die Bekämpfung von Kinderehen soll daher auch in die post-2015 Entwicklungsagenda aufgenommen werden, fordert das internationale Bündnis gegen Zwangsverheiratungen von Mädchen Girls not Brides.

Quelle: epo.de

Komplette Studie als PDF: www.unicef.de/blob/53668/816cc48e9a8dad419b341c1655db8db5/unicef-jordanien-early-marriage-data.pdf

Weitere Links zum Thema: www.girlsnotbrides.org

Redaktion: DIJA

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