zur Übersicht

djo: VIS-Einführung gefährdet Deutsch-Russischen Jugendaustausch

djo: VIS-Einführung gefährdet Deutsch-Russischen Jugendaustausch
Fingerabdruck auf einem Glastisch. BildImage: Maren Beßler / pixelio.de

Die djo-Deutsche Jugend in Europa bezieht auf ihrer Website wie folgt Stellung zu der geplanten Einführung des Visainformationssystem (VIS):

"Die geplante Einführung des VIS in Schengen-Vertretungen Russlands gefährdet den Deutsch-Russischen Jugendaustausch. Alle Antragsteller/-innen, die das 12. Lebensjahr vollendet haben, müssen ab Oktober 2015 zur Beantragung eines Schengen-Visums persönlich in den jeweiligen Auslandsvertretungen erscheinen, damit ihre biometrischen Daten erfasst werden können. Bisher konnten Gruppenleiter/-innen und Lehrer/-innen das Visum im Vorfeld stellvertretend für die gesamte Gruppe beantragen.

Aufgrund der großen Distanzen sowie des finanziellen und zeitlichen Mehraufwands werden kleinere Städte und ländliche Gebiete Russlands mit dieser Änderung de facto von internationalen Begegnungen ausgeschlossen.

Chancengleichheit, Partizipation und Teilhabe für Jugendliche aus allen Milieus und unabhängig ihrer Herkunft zu gewährleisten, sind gemeinsame und länderübergreifende Ziele im Internationalen Jugendaustausch. Die djo-Mitgliedsorganisation JunOst e.V. (Verband der russischsprachigen Jugend in Deutschland) führt beispielsweise schon seit 2010 erlebnis- und umweltpädagogische Begegnungen mit Jugendlichen aus verschiedenen kleinen und großen Orten aus Ulan-Ude, Russland durch. Nach Einführung des VIS müssen die Jugendlichen des russischen Partnervereins zur Beantragung ihres Schengenvisums zum Deutschen Generalkonsulat Nowosibirsk reisen – 2.282 Kilometer entfernt! Selbst das neu eröffnete Visazentrum in Irkutsk liegt eine Tagesreise entfernt. Die zusätzlichen Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie der zeitliche Mehraufwand machen eine Teilnahme für die meisten der Jugendlichen unmöglich.

Bei genau diesen Gruppen – Jugendliche, die aus wirtschaftlichen und/oder geografischen Gründen eben nicht selbstverständlich an internationalen Begegnungen teilnehmen können – wird durch die Einführung des VIS in Schengen-Vertretungen Russlands eine Teilnahme noch weiter erschwert.

Um bestehende Partnerschaften zu pflegen und neue Projekte planen zu können, muss eine Ausnahmeregelung für Gruppen im Internationalen Jugendaustausch mit Russland gefunden werden, wie zum Beispiel durch Abgabe der Fingerabdrücke bei der Einreise oder durch eine stärkere Dezentralisierung der Registrierung.

Das gemeinsame Ziel, interkulturelles Lernen, Toleranz und Offenheit zwischen Jugendlichen aus verschiedenen Ländern zu fördern, wird sonst in diesem wichtigen Bereich der Deutsch-Russischen Beziehungen schwer zu erreichen sein."

Die Stellungnahme und weitere Informationen zum Nachlesen auf der Website der djo ...

Quelle: djo

Redaktion: Susanne Klinzing

Begleiten Sie uns

RSS-Feed abonnieren IJAB auf Facebook IJAB-Alumni-Gruppe auf Facebook IJAB auf Twitter IJAB auf YouTube

Newsletter