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Entwurf der russischen Jugendstrategie steht zur öffentlichen Diskussion

Seit Ende Dezember 2013 steht der Entwurf der 'Strategie für die Entwicklung der Jugend bis 2025' in Russland zur öffentlichen Diskussion. Der Textentwurf wurde vom stellvertretenden russischen Bildungs- und Wissenschaftsminister Kaganov und dem Leiter der Russischen Föderalen Agentur für Jugend (FADM) Belokonev vorgestellt. Auf Vorschlag der beiden Einrichtungen sowie des Rats für Jugendpolitik beim Ministerium für Bildung und Wissenschaft steht dieser nun zur öffentlichen Diskussion. Daraus erhoffen sich die Verfasser weitere Vorschläge, um die Strategie fertigzustellen.

Der Textentwurf der Strategie wurde vom Bildungs- und Wissenschaftsministerium in Zusammenarbeit mit der FADM im Auftrag des Präsidenten sowie der Regierung Russlands erarbeitet. Ziel ist die Schaffung langfristiger Orientierungen für die Jugendpolitik sowie von Parametern für Investitionen in Jugendprogramme, -projekte und -verbände sowie in die Infrastruktur von Jugendpolitik.

Unter anderem sind in dem Entwurf grundlegende Begriffe und Termini erläutert: Was versteht man unter staatlicher Jugendpolitik?, Wer fällt unter den Begriff 'Jugend'?, Was ist eine junge Familie?, Was ist ein Jugendverband?, Was ist unter 'Nicht formale Bildung' zu verstehen?, Was bedeutet außerschulische Bildung?, Was ist ein Jugendprojekt?

Zu den großen Herausforderungen für die Jugendpolitik gehören der Rückgang der jugendlichen Bevölkerung, das Fehlen einer ausgeprägten Weltanschauung bei den Jugendlichen, das Fehlen einer gesunden Lebensweise bei Jugendlichen sowie der Anstieg nationalistischer, ausländerfeindlicher und extremistischer Einstellungen und Verhaltensweisen.

Das Ziel und leitende Prinzip für die Umsetzung der Jugendstrategie ist die Herausbildung der Wettbewerbs- beziehungsweise Konkurrenzfähigkeit der russischen Jugend in wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht. Zu den wichtigsten Aufgaben gehört dabei:

  • die Qualität der Berufsausbildung durch die Weiterentwicklung der Bereiche Nicht formales und Informelles Lernen zu erhöhen,
  • talentierte Jugendliche und Start-ups junger Menschen zu unterstützen,
  • die berufliche Orientierung Jugendlicher, insbesondere der 14- bis 16(17)-Jährigen, zu gestalten und ihnen beim Übergang in den Beruf zu helfen,
  • die Arbeitsvermittlung Jugendlicher voranzutreiben,
  • eine gesunde Lebensweise - ohne Drogen, Alkohol und Rauchen - zu propagieren,
  • Präventionsarbeit bei Jugendlichen zu leisten, um rechtswidrigen Taten vorzubeugen,
  • bürgerschaftliches und patriotisches Denken und Verhalten bei Jugendlichen zu fördern,
  • junge Familien zu stärken und eine positive Einstellung zu Familie und Ehe zu fördern,
  • mit den Jugendorganisationen und -verbänden zusammenzuarbeiten und die öffentlich-private Zusammenarbeit im Bereich der Jugendpolitik zu entwickeln,
  • Migrantenjugendliche, ob aus dem Binnen- oder dem Ausland, bei ihrer Integration in die Gesellschaft zu unterstützen (durch psychologische Hilfe oder juristischen Beistand sowie Sprachunterricht im Russischen),
  • die finanzielle Absicherung der geplanten Maßnahmen zu gewährleisten und
  • den Bereich Jugendmedien zu entwickeln.

Die Umsetzung der Strategie ist in zwei Etappen geplant: von 2015 bis 2020 sowie von 2021 bis 2015. In der 1. Etappe geht es vor allem darum, die Grundlagen, Voraussetzungen, Programme, Einrichtungen, Methoden, Kompetenzen etc. für die geplanten Vorhaben zu schaffen und zu bilden. Unter anderem sollen das Gesetz 'Über die Grundlagen der staatlichen Jugendpolitik in Russland' sowie das staatliche Programm zur 'Entwicklung der Jugend' für 2015-2025 verabschiedet werden. Außerdem soll eine behördenübergreifende Kommission zur Entwicklung der Jugend(politik) eingerichtet werden. Im Verlauf der 2. Etappe wird dann mit ersten Ergebnissen gerechnet.

Drei mögliche Szenarien sind für die Entwicklung der Jugend denkbar:

  1. passives (Rückgang)
  2. kompensierendes (Beibehalten oder leichte Verbesserung)
  3. aktives (Wachstum)

Die derzeitige finanzielle Situation (Stand 2013) lässt bisher nur die Annahme zu, dass es zum 1. Szenarium kommen wird. Das würde bedeuten, dass das Leistungskapital junger Menschen zurückgeht. Die Ergebnisse der Umsetzung der Jugendstrategie werden letztendlich davon abhängen, welche finanziellen Mittel zur Verfügung stehen und welches Szenarium damit zum Einsatz kommt.

Als Basis für den Entwurf diente der Bericht der FADM zur Jugend Russlands 2000-2025 (siehe News auf dija.de vom 20.11.2013).

Die Jugendstrategie im Wortlaut zum Nachlesen (in Russisch, pdf, 441 kb, 23 Seiten) auf der Website der FADM ...

Quelle: Pressemeldung der Föderalen Agentur für Jugend (FADM) vom 27.12.13, gesehen 6.1.14

Redaktion: DIJA

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