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Erinnerungskultur in Israel: Einführung eines internationales M.A.-Programm für „Shoa-Studien“

Die Universität in Haifa gab nun bekannt, dass sie ein internationales M.A.-Programm für „Shoa-Studien“ einführen will. Das englischsprachige Programm soll im Oktober 2012 erstmals durchgeführt werden und ist damit das erste Programm dieser Art in Israel. Direktor der Einrichtung soll Prof. Arieh Kochavi werden. Der Lehrplan enthält neben Deutschunterricht unter anderem auch die Studien von Holocaustliteratur, sozialpsychologischen Mechanismen sowie Aspekten von Genozid.

Anlass sind die alarmierend geringen Zahlen derjenigen israelischen Studierenden, die sich auf die Erforschung des Holocausts spezialisieren sowie die Tatsache, dass die etablierten, älteren Wissenschaftler nach und nach in Rente gehen.

Israel pflegt eine ausgeprägte Erinnerungskultur für die Nazi-Verbrechen. Jährlich wird der Holocaust-Gedenktag im Mai durchgeführt, an dem Israelis neben einer landesweiten Schweigeminute mit einer emotionalen Veranstaltung den Opfern gedenken. Auch in der Schule findet sich die Behandlung des Völkermordes an den Juden ausführlich im Lehrplan wieder.
Daneben führen Jugendgruppen im Rahmen des Programms „Marsch der Lebenden“ jährlich einen Gedenkmarsch vom Konzentrationslager Auschwitz zum Vernichtungslager Birkenau durch. Auch Offiziere der israelischen Armee besuchen die Gedenkstätten regelmäßig – umso wichtiger ist es, dass sich auch die israelische Wissenschaft anhaltend mit dem Thema beschäftigt.

Weitere Informationen:

(Quelle: Info-Service ZWISCHENZEILEN der Gesellschaft ISRAEL-SCHWEIZ (GIS), 23.1.12)

Redaktion: Susanne Klinzing

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