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EUROPASS Mobilität: Studie dokumentiert Nutzen und Chancen des Mobilitätsnachweises für Auszubildende

Die deutliche Mehrheit der Nutzerinnen und Nutzer des EUROPASS Mobilität schätzt Auslandsaufenthalte und die damit verbundene Dokumentation der erreichten Lernergebnisse als „sehr wichtig“ für das eigene berufliche Fortkommen ein. Dies ist ein wesentliches Ergebnis der Anfang 2011 vom Nationalen Europass Center (NEC) in Auftrag gegebenen Nachhaltigkeitsstudie, deren Ergebnisse nun vorliegen. Demnach sehen 90 Prozent aller Befragten den EUROPASS Mobilität als individuelle Anerkennung für ihren im Ausland geleisteten Lern- und Qualifizierungsschritt. 

„Die Studie zeigt, wie wichtig der EUROPASS Mobilität ist – sowohl zum Nachweis der während des Lernaufenthaltes im Ausland erworbenen Kompetenzen als auch im Rahmen einer Bewerbung“, unterstreicht Uta Behnisch, Leiterin des NEC. Die empirische Basis dazu bildete eine umfangreiche Online-Befragung, in deren Rahmen mehr als 26.000 Inhaberinnen und Inhaber des EUROPASS angesprochen wurden. Sie alle hatten in den Jahren 2006 bis 2009 an Mobilitätsmaßnahmen teilgenommen. Um eine möglichst hohe Aussagekraft für einzelne Zielgruppen zu erreichen, wurde bei der Auswertung der Ergebnisse zwischen Auszubildenden und Personen am Arbeitsmarkt unterschieden.

Besonders die Auszubildenden setzen den EUROPASS Mobilität im Rahmen ihrer Jobsuche ein. Dies bestätigen rund zwei Drittel der Befragten, bei den Personen am Arbeitsmarkt sind es immerhin noch mehr als die Hälfte. Einen entscheidenden Vorteil versprechen sie sich dadurch, dass das Dokument die international gesammelten Erfahrungen transparent macht – ein Aspekt, den vor allem jüngere Menschen ohne lange Lern- und Berufsvita als unterstützend ansehen. Ihnen bietet der EUROPASS eine Chance, sich aus der Masse der Bewerberinnen und Bewerber herauszuheben – vorausgesetzt, seine Inhalte sind relevant und aussagekräftig. Mit zunehmendem Alter und zunehmender Berufserfahrung scheint dieser Aspekt jedoch an Bedeutung zu verlieren.

Auch soziale Kompetenzen werden sichtbar

Unzweifelhaft ist bei alledem, dass sich die Position eines Bewerbers oder einer Bewerberin durch den Einsatz des EUROPASS Mobilität prinzipiell verbessert. In fast jedem Vorstellungsgespräch von Befragten, die den EUROPASS Mobilität bei ihrer Bewerbung eingesetzt haben, spielt der zuvor absolvierte Auslandsaufenthalt eine wichtige Rolle. Hier eignet sich das Dokument zur besseren Dokumentation gewonnener Erfahrungen und Fähigkeiten. Als besonderer Mehrwert kommen dabei die „soft skills“ – die sozialen Kompetenzen – zum Tragen. Sie sind in der Regel nur schwer nachweisbar und kaum irgendwo beschrieben; im EUROPASS Mobilität können sie detailliert aufgeführt werden. 

Ein Manko hingegen sehen viele der Befragten darin, dass das Dokument sowohl in Unternehmen als auch in Hochschulen noch zu wenig bekannt sei. Betrachtet man den Hochschulbereich, so fällt auf, dass der EUROPASS bei der Bewerbung um einen Studienplatz häufig deshalb nicht eingesetzt wird, weil er nicht explizit verlangt wird. Hinzu kommt, dass nicht selten anderen Dokumenten der Vorzug gegeben wird oder der EUROPASS Mobilität außen vor bleibt, um den Umfang der Bewerbungsmappe überschaubar zu halten. Wie im Hochschulbereich könnten nach Ansicht des NEC auch in der Unternehmenslandschaft der Bekanntheitsgrad und die Einsatzmöglichkeiten des Mobilitätsnachweises noch erheblich gesteigert werden. 

Die Zukunft hat bereits begonnen

So ist Uta Behnisch einerseits mit den Resultaten der Nachhaltigkeitsstudie zufrieden, andererseits sieht sie darin eine Vielzahl von Anregungen, um das Dokument und seinen Wirkungsgrad zukünftig weiterzuentwickeln. Eine stärkere Bindung an den EUROPASS Lebenslauf könnte beispielsweise dazu beitragen, dass der Mobilitätsnachweis für Unternehmen an Attraktivität gewinnt. Denkbar sind auch verschiedene Varianten des EUROPASS Mobilität, die inhaltlich den Bogen von der formellen Aufenthalts- und Arbeitsbestätigung bis zum klassischen Arbeitszeugnis spannen. 

All dies ist Zukunftsmusik. Zugleich aber ist es ein Beleg dafür, dass die Bedeutung von Instrumenten wie dem EUROPASS in einem zusammenwachsenden und immer mobileren Europa permanent zunimmt. Denn die Zukunft hat bereits begonnen: Zwischen 2005 und 2012 wurden allein in Deutschland über 100.000 Mobilitäts-Dokumente ausgestellt. Beantragt werden diese durch die jeweilige Entsendeorganisation, die das Formular für die Teilnehmenden ausfüllt und die Ergebnisse des Lernaufenthalts mit der Gastorganisation im Ausland abstimmt. Ein Prozess, der seit 2005 ausschließlich online erfolgt und durch eine eigene Internetplattform und eine Datenbank unterstützt wird. 

Der EUROPASS ist ein kostenloser Service der Europäischen Union. Er fördert die europäische Mobilität und unterstützt Bürgerinnen und Bürger bei der Darstellung ihrer Qualifikationen und Kompetenzen im Arbeits- und Lernumfeld. Dabei bietet er die Möglichkeit, Lernergebnisse zu dokumentieren und sichtbar zu machen. Er besteht aus insgesamt fünf Dokumenten: dem EUROPASS Lebenslauf, dem EUROPASS Sprachenpass, den EUROPASS Zeugniserläuterungen sowie dem EUROPASS Mobilität und dem EUROPASS Diploma Supplement.

Weitere Infos zum EUROPASS im Internet unter www.europass-info.de.

Die Ergebnisse der Studie können hier heruntergeladen werden.

Quelle: Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB)

Redaktion: Christian Herrmann

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