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Expert/-innen regen Verbesserungen von Erasmus+ an

Expert/-innen regen Verbesserungen von  Erasmus+ an
BildImage: Deutscher Bundestag / Simone M. Neumann

Am 26. April 2017 fand im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgeabschätzung des Deutsches Bundestags ein öffentliches Fachgespräch zum Thema "Bildungszusammenarbeit in Europa - einschließlich ERASMUS +" statt. Erasmus+ sei  ein so unglaublich wichtiges Thema in der heutigen Zeit, machte Ausschussvorsitzende Patricia Lips die Bedeutung des Programms klar. Das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ unterstützt junge Menschen finanziell bei ihrem Auslandsaufenthalt.  Erasmus+ ist mit einem Budget in Höhe von rund 14,8 Milliarden Euro (2014-2020) ausgestattet. Mehr als vier Millionen Menschen werden bis 2020 von den EU-Mitteln profitieren. Das auf sieben Jahre ausgelegte Programm soll Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit verbessern und die Modernisierung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Kinder- und Jugendhilfe voranbringen.

Der Bundestagsausschuss hatte als Sachverständige die Leiter der vier Nationalen Agenturen in Deutschland eingeladen. Martine Reicherts (Generaldirektion für Bildung und Kultur der Europäischen Kommission, Brüssel) sowie Martin Ströhmeier (Leiter Kompetenzzentrum Jugendbildung, DGB-Bildungswerk, Hattingen) und Dr. Eva Maria Vögtle-Köckeritz (Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung GmbH, Hannover) komplettierten die Runde der Experten.

Als Vertreter für Erasmus+ JUGEND IN AKTION erläuterte Hans-Georg Wicke, Leiter von JUGEND für Europa, dem Ausschuss, wie das europäische Netzwerk der Nationalagenturen für den Jugendbereich die Umsetzung von Erasmus+ einschätzt.

"Erasmus + ist eine Erfolgsgeschichte." Das sagte Klaus Fahle, Leiter der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung. Dieses Lob teilten die anderen Experten weitgehend, wenn sie auch viele Vorschläge zur Verbesserung des Programms vortrugen. Fahle monierte unter anderem, dass es zu wenig Akteure in der Wirtschaft gebe, die angesprochen werden würden. Man bräuchte andere und flexiblere Zugänge. Grundlage des Fachgesprächs waren die Drucksachen (18/11726) , (18/11737)  und (18/11100).

Die Bildungslandschaft in Europa stehe vor großen Herausforderungen, unterstrich Martine Reicherts, Generaldirektion für Bildung und Kultur der Europäischen Kommission in Brüssel. Sie betonte, dass es wichtig sei, die europäische Identität weiter zu stärken. Zudem forderte sie für die Zukunft eine Erhöhung des Budgets, um auf die steigende Nachfrage reagieren zu können.

Gernot Stiwitz, Abteilungsleiter des Pädagogischen Austauschdienst des Sekretariats der Kultusministerkonferenz, Nationale Agentur für EU-Programme im Schulbereich, forderte, dass es eine deutliche Vereinfachung der Antrags-, Abrechnungs- und Berichtspflichten für schulische Projekte geben müsste. Für Schulen sei das Verwaltungsverfahren oft zu aufwendig. Nur wenn die Gesamtattraktivität von Erasmus + im Schulbereich gesteigert werden könnte, würden sich auch kleine und bisher in der europäischen Bildungskooperation unerfahrene Einrichtungen als neue Antragstelle an dem Programm beteiligen.

Auch Martin Ströhmeier, Leitung des Kompetenzzentrum Jugendbildung des DGB-Bildungswerks, monierte ebenfalls die komplizierte Organisationsstruktur des Programms und sprach sich für die Erhöhung der Fördersätze aus und somit für die Erhöhung des Gesamtbudgets.

"Erasmus + ist das Shop-Window der EU", sagte Hanns Sylvester, Direktor der Nationalen Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit, Deutscher Akademischer Austauschdienst. Das Programm habe eine hohe Akzeptanz. Aber auch er trat, wie seine Vorredner, für einen vereinfachten Zugang für alle Teilnehmergruppen ein und forderte eine bessere Finanzierung.

Eva Maria Vögtle-Köckeritz, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, machte darauf aufmerksam, dass Studenten mit akademischem Hintergrund eher international mobil seien als Studenten aus Nicht-Akademikerfamilien. Das sei bedauerlich, da sich ein Auslandsaufenthalt positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung auswirken würde. Daher sollten bei der Auswahl der Bewerber nicht nur Leistungskriterien, sondern auch soziale Kriterien eine Rolle spielen.

Hans-Georg Wicke, Leiter der Nationalen Agentur für das EU-Programm Erasmus + JUGEND IN AKTION, das außerschulische Aktivitäten von Jugendlichen in Europa fördert, rechnete vor, dass das Programm 10 Prozent des verfügbaren Gesamtbudgets von Erasmus + bekomme und damit aber etwa 25 Prozent aller Teilnehmer an Erasmus + fördere. Er forderte nachdrücklich eine Budgeterhöhung für JUGEND IN AKTION. Die Hälfte der Projekte müsste aus finanziellen Gründen derzeit abgelehnt werden.

Weitere Informationen und Live-Mitschnitt unter: https://www.bundestag.de

Auch zum Thema bei JUGEND für Europa: Erasmus+ im Bildungsausschuss des Bundestages

[Quelle: hib - heute im bundestag Nr. 268, 26. April 2017 und JUGEND für Euroapa]

Redaktion: Cathrin Piesche

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