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Explorative Studie „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Österreich“ erschienen

Jugendlicher Afghane. Bildquelle: fsHH / pixabay.com

Die explorative Studie „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Österreich“ wurde von der Bundesjugendvertretung im Herbst 2015 bei IFES in Auftrag gegeben. Der Fragebogen erhebt die soziale Realität sowie die Zukunftserwartungen und Zukunftshoffnungen der jungen Flüchtlinge.

Die Studie ist nicht in jeder Hinsicht repräsentativ für alle unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in Österreich. Sie ist dennoch von großer Bedeutung, weil sie in explorativer Vorgehensweise die ersten empirischen Daten zu dieser Bevölkerungsgruppe liefert, welche alsTrends zu verstehen sind, nicht als exakte Quantifizierung von Phänomenen.

Hintergrund zur Stichprobe

Die Interviews wurden zwischen 22. November und 10. Dezember 2015 geführt. Es wurden 66 junge Flüchtlinge befragt, darunter vor allem Flüchtlinge, die in großen Unterkünften leben. 65% der Befragten kommen aus Afghanistan, 17% aus Syrien, 9% aus Somalia, der Rest aus Iran, Irak, Sudan und Bangladesch. Die Befragten waren zwischen 13 und 22 Jahren alt, die meisten zwischen 15 und 18 Jahren (81%).

Themen

Die Themen der Studie sind die Lebenssituation und Zukunftserwartungen von (unbegleiteten) minderjährigen Flüchtlingen in Österreich, insbesondere die Bereiche Wohnen, Ausbildung/Arbeit, Finanzielles und Tagesabläufe. 

Ergebnisse

Etwas mehr als die Hälfte der Befragten besucht keine Schule, Lehre oder andere Ausbildung. Ob sie die Möglichkeit dazu haben, hängt vor allem auch von der Unterkunft ab, in der sie leben (Erstaufnahmeeinrichtung, Notquartier etc.). Der Großteil der Jugendlichen ist sehr optimistisch, später eine Ausbildung und einen Beruf zu erlangen:  51% sind sich ganz sicher und 36% eher sicher, dass ihr Berufswunsch in Erfüllung gehen wird.

53% der bis 2013 nach Österreich geflüchteten Menschen haben schon einen Deutschkurs abgeschlossen. Wohingegen 39% der Befragten, die 2015 nach Österreich gekommen sind, noch überhaupt keine Gelegenheit hatten, einen Deutschkurs zu besuchen.

Schule, Lehre oder Deutschkurs sind wichtig, um den Tagesablauf zu strukturieren und die Integration zu erleichtern. Der Wunsch nach mehr Struktur des Lebens, Abwechslung im Tagesablauf z.B. Freitzeitgestaltung und durch sportliche Aktivitäten ist groß und bei allen gegeben.

Weiterführende und detailliertere Informationen u.a. auch zu den Themen Finanzen, Wohnen, Wünschen sowie die Schlussfolgerungen der Bundesjugendvertretung erhalten Sie in der Studie Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Österreich. Forschungsbericht im Auftrag der Österreichischen Bundesjugendvertretung, Wien 2016. (13 Seiten). 

Quelle: Österreichische Bundesjugendvertretung

Redaktion: DIJA

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