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Großbritannien: Ob für oder gegen den Brexit ist eine Frage des Alters

Yes or no? Bildquelle: geralt / pixabay.com

Im Juni 2016 entscheiden die Brit(inn)en über die Frage „IN or OUT“. Seit Monaten liefern sich Meinungsumfragen zufolge die EU-Befürworter/-innen und EU-Gegner/-innen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. YouGov analysierte die Umfrageergebnisse und untersucht, wer bleiben und wer gehen will.

  • Wie sieht die/der typische Brexit–Gegner/-in aus? 
    Sie oder er ist zwischen 18 und 29 Jahre, hat einen Universitätsabschluss, lebt in Schottland und wählt die Green Party.
  • Wie sieht die/der typische Brexit–Befürworter/-in aus? 
    Sie oder er ist über 60 Jahre alt, hat die Schule nach der Sekundarstufe (O-Level) verlassen, wohnt im Osten Englands und wählt Ukip.

Schottland ist die Region, in der die meisten Leute in der EU bleiben wollen und im Osten von England (East Anglia) möchten die meisten die EU verlassen. Brit(inn)en mit akademischem Abschluss sprechen sich häufiger für die Mitgliedschaft aus und die Geschlechterverteilung in den beiden Lagern ist ausgewogen.

Die größte Kluft liegt beim Alter: zwei von drei unter 30Jährigen wollen in der EU bleiben, während 56 Prozent der über 60Jährigen für einen Austritt sind. Das verschafft den EU-Gegner(inne)n einen Vorteil, da die Wahlbeteiligung bei den Älteren höher als bei den Jüngeren ist.

Nicht überraschend ist, dass innerhalb der Gruppe der Ukip-Wähler/-innen die Zahl der EU-Gegner/-innen sehr hoch ist. Bei den Tories und den Labour-Wähler(inne)n ist das nicht so eindeutig, wobei die Tories eher zu “out” und die Labour-Wähler eher zu “in” tendieren.

Der Vorschlag der Labour Party, dass auch die 16- und-17jährigen das Recht bekommen sollen, abstimmen zu dürfen, wurde im Juni 2015 von den Abgeordneten des House of Commons abgelehnt. Somit können diejenigen, die die längste Zeit ihres Lebens mit den Folgen des Referendums zu leben haben, nicht mitbestimmen. Zuvor hatte sich Premierminister David Cameron gegen die Absenkung des Wahlalters ausgesprochen, die sicherlich der „in“-Kampagne in die Hände gespielt hätte.

Quellen: yougov.co.uk, www.telegraph.co.uk

Redaktion: DIJA

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