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Haltungen, Überzeugungen und Erwartungen der Jugend in Serbien 2015: FES veröffentlicht Studie

Coverausschnitt der Publikation 'Young People in Seribia 2015'. Bildquelle: Friedrich-Ebert-Stiftung Serbien

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Belgrad (Serbien) hat eine Studie zur Jugend in Serbien in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nun veröffentlicht wurden. Sie analysiert die staatsbürgerlichen und politischen Sichtweisen sowie die individuellen Erfahrungen der Jugendlichen im heutigen Serbien. Sie untersucht die Haltungen, Überzeugungen und Erwartungen der jungen Generation, die hauptsächlich in einem Land im Übergang zu einem demokratischen System aufgewachsen sind.

Aus den Ergebnissen:

  • Die sozio-ökonomische Lage der jungen Leute hängt sehr stark mit den Mitteln zusammen, die der eigenen Familie zur Verfügung stehen.
  • Junge Leute sind motiviert, was Bildung und Schule angeht, jedoch kritisch, was die Qualität der Bildung in Serbien betrifft.
  • Pa­t­ri­ar­cha­lis­mus und Autoritarismus gehen in den intergenerationellen Beziehungen in den Familien der befragten jungen Leute zurück. Das lässt auf einen Prozess des Loslassens von Traditionen und eine zunehmende Individualisierung der Jugendlichen schließen.
  • Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und (oft illegalen) befristeten Beschäftigungen gehören Jugendlichen in diesem Bereich zu den Risikogruppen.
  • In der Freizeit beschäftigen sich Jugendlichen in Serbien am liebsten damit: Musik hören, Freunde treffen, ins Kino gehen, Sport treiben. Lesen ist kaum angesagt.
  • Jugendliche in Serbien sind durchaus solidarisch und ehrenamtlich engagiert. Dieses Engagement ist oftmals personalisiert und es herrscht starkes Misstrauen gegenüber politischen Akteuren und Einrichtungen.
  • Junge Leute fühlen sich kaum diskriminiert, es sei denn, sie kommen aus weniger bemittelten Familien. Dort droht die soziale Ausgrenzung.
  • Junge Leute fühlen sich von der Politik wenig oder nicht beachtet und gehört. Sie nehmen jedoch das politische Geschehen war, ob über die Medien oder durch Diskussionen in den sozialen Kreisen, in denen sie sich bewegen. Hier spielt auich eine Rolle, wie stark über Politik in den Familien gesprochen und diskutiert wird. Dennoch ist das das Vertrauen in die Politik gering.

Die Studie dient als abschließender Beitrag zu Serbien für eine Reihe der FES zur Jugend in den südosteuropäischen Staaten (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Kosovo, Mazedonien, Rumänien und Slowenien). Hier wurden im Zeitraum zwischen 2011 und 2014 verschiedene Studien veröffentlicht. Die wichtigsten Ergebnisse sind in einer Gesamtveröffentlichung 'LOST IN DEMOCRATIC TRANSITION? Political Challenges and Perspectives for Young People in South East Europe' zusammengeflossen. Diese steht auf der Website der FES Kosovo in einer Langversion sowie in einer Kurzversion mit den wichtigsten Ergebnissen als Zusammenfassung zur Verfügung.

Die Studie 'Jugend in Serbien 2015' (Mladi u Srbiji 2015) steht zum Download

zur Verfügung.

Quelle: FES Büro Belgrad

Redaktion: DIJA

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