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Jugendkongress zur Zukunft Griechenlands und Deutschlands: "Eine verlorene Jugend bedeutet eine verlorene Zukunft"

Auf dem zweitägigen Jugendkongress der Konrad-Adenauer-Stiftung, der vom 14. bis 15. Oktober 2013 in Berlin stattfand, diskutierten deutsche und griechische Jugendliche mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft über Lösungsansätze zur Bekämpfung der Krise Griechenlands und der damit verbundenen Verantwortung der europäischen Mitgliedsstaaten.

Von der anhaltenden Rezession in Griechenland sind besonders die jungen Menschen unter 25 Jahren betroffen. Ihre Arbeitslosenquote in dem südeuropäischen Land liegt bei knapp 65 Prozent. Der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung und Präsident des Europäischen Parlaments a.D., Dr. Hans-Gert Pöttering MdEP, sieht dringenden Handlungsbedarf. Hilfreich sei zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit die Bereitstellung von 24 Milliarden Euro aus EU-Mitteln. Doch bei der Eröffnung des Jugendkongresses betonte er, „dass neben Finanzspritzen auch Initiativen für Nachhaltigkeit wichtig sind“. Als Beispiel führte er Start-up-Unternehmen in Griechenland an, die unterstützt werden müssten, „denn die europäische Union braucht starke Unternehmen“. Zudem erinnerte er an das gemeinsame Werte-Fundament der EU. „Wir müssen jetzt gemeinsam handeln, denn wir sind als europäische Familie zu Solidarität verpflichtet“, erklärte der Vorsitzende.

Der Forderung, rasche Schritte gegen die Jugendarbeitslosigkeit zu unternehmen, pflichtete der griechische Botschafter, Panayotis Zografos, bei. „Eine verlorene Jugend bedeutet eine verlorene Zukunft“, sagte er. Dabei dürften sich die Unterstützungshilfen der EU nicht gegen das Projekt Europa richten. Denn die Zustimmung zu Europapolitik sei in Griechenland gesunken. „Wir müssen Europa reformieren und vertiefen aber dabei die Entwicklungen zu einem Sprungbrett für ein besseres Europa werden lassen“, sagte Zografos.

In der anschließenden Diskussionsrunde waren Skepsis und Vorurteile der griechischen und deutschen Bürger eines der Themen der Panellisten. Konstantinos Kyranakis, Präsident der „Youth Organization of the Europeans People’s Party” (YEPP), bestätigte die kritische Haltung vieler griechischer Jugendlichen gegenüber Europa. Er machte dafür eine einseitige, negative Berichterstattung der Medien verantwortlich. Es sei notwendig, positive Beispiele in den Fokus zu rücken und unter anderem die Geschichte Europas in den Lehrplan europäischer Schulen aufzunehmen. „Wir sollten uns vor Stereotypen und Formulierungen wie ‚die Deutschen‘, ‚die Griechen‘ oder ‚die Spanier‘ hüten. Sondern wir müssen gemeinsam den Weg gehen und miteinander in einen Dialog treten“, bekräftigte Pöttering.Über die bereits entstandenen Projekte zwischen Griechenland und Deutschland und wie in der Praxis das Know-How weitergegeben wird, berichtete Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Mit Praktikumsangeboten oder Bürgermeisterbüros würde nachhaltig die Wirtschaftskraft Griechenlands aufgebaut. „Wir wollen die Wirtschaft auf diese Weise stimulieren und Hoffnung geben“, sagte der Koordinator der Deutsch-Griechischen Versammlung. Dabei sei ein sensibler Umgang beider Kooperationspartner maßgebend. In der Weitergabe des Know-Hows liege eine große Chance, bestätigte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung. „Schauen wir nicht zurück, sondern diskutieren nach vorne in die Zukunft gerichtet“.

Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung, gesehen 17.10.13

Redaktion: DIJA

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