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Katholischer Verbund: Staat und Zivilgesellschaft müssen bei „weltwärts“ stärker zusammenarbeiten

Seit dem Jahr 2008 gibt es den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „weltwärts“. Im Jahr 2011 wurde das Programm evaluiert. Ein wesentliches Ergebnis dieser Analyse überrascht nicht. „weltwärts“ wird nur dann erfolgreich sein, wenn es wesentlich stärker als bisher als Gemeinschaftsprogramm von Staat und Zivilgesellschaft ausgerichtet ist. Aus Sicht des Katholischen Verbundes leitet sich daraus die gemeinsame Steuerung des Programms auf Augenhöhe ab. Dies beinhaltet sowohl  die Mittelbewirtschaftung, administrative Regelungen als auch Qualitätsentwicklung und ein Anerkennungsverfahren für Einsatzplätze, welches die Erfahrungen und die Verantwortung der Träger in den Mittelpunkt stellt. Der Katholische Verbund bietet dafür seine konstruktive Zusammenarbeit an. Die Finanzierung der zusätzlichen Leistungen darf dabei aber nicht mehr alleine bei den Trägerzusammenschlüssen liegen.

Gemeinsame Programmverantwortung bedeutet aus Sicht des Verbundes auch eine Vergewisserung über die Zielsetzungen des Programms, die Profilschärfung, die Rolle der Partnerorganisationen und die Möglichkeiten des bildungs- und entwicklungspolitischen Engagements der zurückgekehrten Freiwilligen im Verständnis einer gemeinsamen „Ownership“.

Insbesondere der verstärkte Einbezug von Partnerorganisationen bedarf weiterhin der Unterstützung durch geeignete Begleitmaßnahmen, die dazu führen, dass der Süd – Nord Dialog im Sinne des gemeinsamen Lernens qualifiziert durchgeführt werden kann. Die Evaluierungsergebnisse bestärken den Katholischen Verbund in seiner Forderung eine angemessene dialogische Infrastruktur und Vernetzung durch Begleitmaßnahmen zu fördern. In diesem Zusammenhang sollte auch ein Reverseprogramm konzeptionell verankert sein.

Mit großem Erstaunen stellt der katholische Verbund fest, dass der größte Zuwendungsempfänger, der ehemalige ded, in der Evaluierung nicht erwähnt wird. Auf Grund der vom ded eingenommenen Sonderrolle im Programm sei dies unangemessen und wenig transparent.

Quelle: Hans Nirschl (kath. Bundesarbeitsgemeinschaft Freiwilligendienste) & Thomas Antkowiak, MISEREOR

Zur Info: Der Katholische Verbund vertritt 58 Träger internationaler Freiwilligendienste. Die Zahl der Entsendungen beträgt 1400. Gründungsmitglieder sind das Bischöfliche Hilfswerk Misereor, die Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) und die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft Freiwilligendienste (kath. BAG). Der Katholische Verbund vertritt die Interessen der Träger und bündelt administrative, finanztechnische und pädagogische Leistungen und die Qualitätssicherung und Entwicklung.

Redaktion: Christian Herrmann

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