zur Übersicht

Neue Jugendstrategie in Österreich: Ziele und Zeitplan präsentiert

In Österreich sind die Kompetenzen für die Jugendpolitik aufgeteilt. Ähnlich wie in Deutschland, sind für viele Bereiche die Bundesländer zuständig.  Gesetze, die die Jugend betreffen, werden in vielen Ministerien umgesetzt. Aus diesem Grund wird gerade im Bund eine Jugendstrategie erarbeitet, die in einem strategischen Gesamtkonzept mehr konkrete Hilfestellungen für die Jugend anbieten soll. Dabei sollen aus den Betroffenen Beteiligte gemacht werden. Wie Jugendminister Reinhold Mitterlehner betonte, soll nicht eine Politik für die Jugendlichen, sondern mit den Jugendlichen gemacht werden. 

Die Vorarbeiten für die Jugendstrategie wurden Anfang des Jahres aufgenommen und die konkrete Stoßrichtung gemeinsam mit der Bundesjugendvertretung, dem Bundesnetzwerk offene Jugendarbeit und dem Bundesnetzwerk Österreichische Jugendinfos erarbeitet. Im September starten nun österreichweit Workshops, Internet-Umfragen und die Verteilung von Fragebögen, um möglichst viele Jugendliche persönlich über ihre Wünsche, Probleme und Ziele befragen zu können. Als Basis der Arbeit dient der EU-Rahmenbeschluss zur Jugendstrategie aus dem Jahr 2009 mit seinen acht Handlungsfeldern. Diese sind: Allgemeine und berufliche Bildung, Beschäftigung und Unternehmergeist, Gesundheit und Wohlbefinden, Partizipation, Freiwilligentätigkeit, soziale Eingliederung, Jugend in der Welt, Kreativität und Kultur.

Mit der Präsentation der Jugendstrategie Anfang nächsten Jahres, in der zahlreiche Maßnahmen und Aktivitäten festgelegt sein werden, ist die Arbeit noch nicht zu Ende. Im Jugendministerium wird eine Koordinationsstelle für Jugendpolitik eingerichtet, die alle Ressorts über jugendpolitische Themen informiert und konkrete Maßnahmen abstimmt. 

Die Jugendstrategie selbst soll kontinuierlich weiter entwickelt werden. Drei erste Maßnahmen zur Umsetzung liegen schon jetzt vor:

  1. Jugendcheck
    Die erste konkrete Verbesserung im Rahmen der Jugendstrategie ist der sogenannte Jugendcheck, der am 1. Januar 2013 in Kraft treten soll. Zukünftig sollen damit alle Gesetze der Ministerien auf ihre Auswirkungen für Kinder und Jugendliche geprüft werden.
     
  2. Anerkennung von informell erworbenen Kompetenzen
    Ein weiteres wichtiges Thema der Jugendstrategie ist die allgemeine und berufliche Bildung. Derzeit werden informell und non-formal erworbene Kompetenzen wie Organisationsexpertise, und soziale Kompetenz im Berufsleben nicht auf struktureller Basis anerkannt. Daher soll es nach Gesprächen mit Personalverantwortlichen in Unternehmen, Interessensvertretungen und Jugendorganisationen künftig einen Kriterienkatalog geben, in dessen Rahmen solche Qualifikationen von den Unternehmen etwa bei der Bewerbung dokumentiert und anerkannt werden.

  3. Ausweitung des Medienkompetenzpakets
    Das Jugendministerium bietet in der Medien-Infostelle in Wien seit dem Vorjahr Schulungen für Jugendliche an, mit denen sie ihre Medienkompetenz verbessern können. Eine davon ist JobTalks 2.0. Dabei lernen die Jugendlichen wie sie das Internet sinnvoll für ihre Berufswahl und für den Bewerbungsprozess nutzen können. Zudem wird das Schreiben von Bewerbungen gelehrt und werden Bewerbungsgespräche durchgespielt. Diese Schulungen werden auf ganz Österreich ausgeweitet. 

Alle Informationen zur Jugendstrategie werden laufend auf der Webseite des österreichischen Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend veröffentlicht: www.bmwfj.gv.at/jugendstrategie

[Quelle: Pressemitteilung des BMWFJ vom 22.8.2012]

Redaktion: Cathrin Piesche

Begleiten Sie uns

RSS-Feed abonnieren IJAB auf Facebook IJAB-Alumni-Gruppe auf Facebook IJAB auf Twitter IJAB auf YouTube

Newsletter