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Neue Wege für alle: Das anonymisierte Bewerbungsverfahren in den Jugendfreiwilligendiensten

Die deutschlandweite Einführung des anonymisierten Online-Bewerbungsverfahrens im FSJ Kultur, FSJ Politik und FSJ Schule startete am 1. Januar 2016.

 „Es ist ein Beitrag der Freiwilligendienste Kultur und Bildung zu einer inklusiveren und gerechteren Gesellschaft. Die Allgemeinen Menschenrechte und das Allgemeine Gleichstellungsgesetz dienen uns als Grundlage“, sagt Jens Maedler, Leiter des Geschäftsbereichs Freiwilligendienste Kultur und Bildung bei der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ). 

Die Realität ist bisher eine andere. In den Freiwilligendiensten des Trägerverbundes Kultur und Bildung werden derzeit fast ausschließlich Volljährige (87,5 Prozent) und/oder Abiturient/innen (91,6 Prozent) gefördert. Was aber ist zu tun, damit diese Freiwilligendienste allen jungen Menschen die Möglichkeit bieten, sich zu engagieren und ihre Potentiale zu entfalten? Um Barrieren abzubauen und Zugänge zu schaffen, wurden im Trägerverbund viele Schritte in einer Roadmap vereinbart. Das anonymisierte Bewerbungsverfahren ist einer davon.

Anonymisierte Bewerbungsverfahren sind international weit verbreitet; in Deutschland gelten sie noch als innovativ. Dabei zeigte beispielsweise das Modellprojekt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, dass diese Verfahren die Chance bieten (un)bewusste Vorurteile und Zuschreibungen zu vermeiden. Sie führen zu einer vielfältigeren Auswahl. Organisationen, wie nun auch die Träger und Einsatzstellen der Freiwilligendienste Kultur und Bildung, setzen damit ein deutliches Zeichen, dass sie ein selbstkritisches Bewusstsein für Diskriminierung haben und dieser etwas entgegen setzen wollen.
Im Vordergrund der anonymisierten Bewerbung stehen Motivation und Interesse der jungen Menschen. Sie stellen sich den Einsatzstellen im ersten Schritt der Bewerbung ausschließlich mit ihren individuellen Ressourcen und Erfahrungen vor. Verzichtet wird auf alle Angaben, die Fantasien, feste Bilder und Zuschreibungen über Herkunft, Verhalten oder Fähigkeiten auslösen können. Dazu zählen z. B. Name, Geschlecht, Alter, Adresse und Geburtsort.

Der Trägerverbund wird gemeinsam mit den Beteiligten die Wirksamkeit und die Wirkungen dieses Verfahrens evaluieren. Die Ergebnisse sollen nicht nur in Bezug auf die Freiwilligendienste reflektiert werden. Sie geben auch Impulse für die weitere inklusive Öffnung des BKJ-Gesamtverbandes; verbunden mit dem Ziel, für kulturelle Teilhabe, Partizipation und gerechte Bildungschancen wirksam zu werden – und dies aus Perspektive von Kinder- und Jugendrechten, wie es die BKJ auch in ihrem aktuellen Jahresthema fordert.

Die BKJ hat als bundeszentraler Träger gemeinsam mit dem Trägerverbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung bereits im letzten Jahr Schritte zu einer diversitätssensibleren Kommunikation unternommen. So sind die wichtigsten Informationen über das FSJ Kultur nun auch in mehreren internationalen Sprachen und in Leichter Sprache zu finden. Sämtliche Informationstexte orientieren sich an einfacher Sprache und es sind Erklärfilme in einem partizipativen Workshop mit ehemaligen Freiwilligen entstanden.

Weitere Informationen unter: www.fsjkultur.de

[Quelle: Pressemitteilung BKJ vom 11.1.2016]

Redaktion: Cathrin Piesche

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