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Politischer Wandel: Erfahrungen aus Mittel-/Osteuropa und wie politische Bildung die Erkenntnisse nutzen kann

Das Netzwerk "Transition Dialogue" hat ein Buch über die Erfahrungen mit der Transformations- und Wendezeit in Russland, Bulgarien, der Ukraine, Kroatien, Deutschland und Rumänien veröffentlicht. Es umreißt auf der Basis von Interviews und Analysen, wie die Menschen in den sechs Ländern die Veränderungen seit 1990 erlebt haben. Das Netzwerk wurde vom Deutsch-Russischen Austausch (DRA) initiiert und koordiniert.

Die Arbeiten zeigten, dass die bisher meist vertretene Vorstellung von einer gleichgerichtet verlaufenden Transformation – mit einem gemeinsamen Ausgangspunkt in der (post-) sozialistischen Gesellschaft hin zu mehr Demokratie und Marktwirtschaft – zu kurz greift. Sowohl die Ausgangslagen als auch die Wege und vorläufigen Ergebnisse dieser Übergangszeit waren äußerst unterschiedlich. In der Wahrnehmung der Betroffenen reichen sie "von Wissenslücken und Nostalgie in Bezug auf die kommunistische Vergangenheit in Bulgarien über den Brain-Drain in Kroatien, den Verlust an Gemeinschaftsgeist und –raum in Deutschland und die verpassten Chancen in der Minderheitenpolitik in Rumänien bis zum konservativ-autoritären Wiederaufstieg in Russland und den sowjetischen Überbleibseln in der Ukraine."

Für die politische Bildung könnte die Nutzung dieser Erkenntnisse nach Meinung der Autorin bedeuten, die Vermittlung dieser Zeit zu verändern, individuelle Narrative der Zeitzeugen stärker einzubeziehen, eine differenzierte Erinnerung an diese Zeit zu etablieren und entsprechende Schlüsse für die heutige, der Bürgerdemokratie nähere oder fernere Verfasstheit der jeweiligen Gesellschaften und Institutionen zu ziehen.

>>> Buch zum Download auf der Website des DRA (pdf; 96 Seiten; 2,5 MB)

Quelle: Deutsch-Russischer Austausch e.V.

Redaktion: DIJA

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