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Schweizer Jugendliche nutzen Internet und Online-Games häufig, aber nicht exzessiv

Jugendliche und junge Erwachsene in der Schweiz surfen jeden Tag durchschnittlich zwei Stunden im Internet. Nur eine kleine Minderheit zeigt ein exzessives und damit problematisches Nutzungsverhalten. Dies zeigt ein Bericht des Schweizer Bundesrates. Mit seinem Bericht beantwortet der Bundesrat die Aussagen der beiden Parlamentarierinnen  Forster-Vannini (09.3521) und Schmid-Federer (09.3579) zum Gefährdungspotenzial von Internet und Online-Games.

Das World Wide Web zählt zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten der Schweizer Jugend: Jugendliche verbringen an Wochentagen durchschnittlich rund zwei Stunden im Internet, an freien Tagen knapp eine Stunde mehr. Die Nutzungsdauer variiert jedoch stark: Einige sind nur wenige Minuten online, andere surfen täglich mehrere Stunden im Web. Die allermeisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen nutzen das Internet indes in einem angemessenen zeitlichen Rahmen. Ein problematisches Nutzungsverhalten1 weisen nur rund 2,3 % von ihnen auf. Eine exzessive Internetnutzung geht häufig Hand in Hand mit physischen und psychischen Beschwerden, denn der Kontrollverlust über die Online-Zeiten wirkt sich auf das Ernährungsverhalten, die Bewegung und den Schlafrhythmus aus, und das vermehrte Sitzen vor dem Rechner kann zu Muskelabbau und Haltungsschäden führen. Personen mit exzessiver Internetnutzung neigen zudem eher zum Suchtmittelkonsum und leiden häufiger unter psychischen Problemen wie Angststörungen, Depressivität oder ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) als die Durchschnittsbevölkerung.

Ansätze für Prävention und Früherkennung

Neben der Bestandesaufnahme zur Internetnutzung bietet der Bericht einen Überblick über die aktuellen Ansätze für Prävention und Behandlung exzessiver Internetnutzung. Mögliche Maßnahmen werden in vier Phasen eingeteilt:

  1. Primärprävention (Maßnahmen vor Entstehung eines Suchtverhaltens), mit der die persönlichen Ressourcen (z.B. Frustrationstoleranz) und die Medienkompetenz gestärkt werden.
  2. Früherkennung gefährdeter Kinder und Jugendlicher.
  3. Gefährdungseinschätzung, um bei Problemen rechtzeitig die Phase 4 (Intervention) und die nötigen unterstützenden Maßnahmen einleiten zu können.

Der Bundesrat erteilt dem EDI (Eidgenössisches Departement des Innern) den Auftrag, die weitere Entwicklung im Bereich der exzessiven Internetnutzung zu beobachten und die Datengrundlage mit bestehenden Monitoringsystemen wie dem Nationalen Suchtmonitoring zu verbessern. Zudem soll die Fachwelt über bestehende Plattformen für die Thematik sensibilisiert werden. Im Hinblick auf die Prävention der exzessiven Internetnutzung misst der Bundesrat der Förderung der Medienkompetenz sowie der Früherkennung und Frühintervention hohe Bedeutung zu. Während die Förderung der Medienkompetenz über das nationale Programm Jugendmedienschutz und Medienkompetenz des Bundesamtes für Sozialversicherungen abgedeckt wird, ist die Früherkennung und Frühintervention Bestandteil des dritten Maßnahmenpakets des Bundes zur Verminderung der Drogenprobleme (MaPaDro III).

1 Von „problematischer Internetnutzung" wird gesprochen, wenn durch eine übermässige Nutzung des Internets Dinge des alltäglichen Lebens wie Schlafen, Essen, Arbeit oder Freizeitbeschäftigungen vernachlässigt werden und sich der Lebensmittelpunkt zunehmend in die Virtualität verschiebt. Darüber hinaus ist ein Kontrollverlust über die im Internet verbrachte Zeit zu beobachten.

Adresse für Rückfragen: Bundesamt für Gesundheit, BAG, Sektion Kommunikation, 031 322 95 05 oder media@bag.admin.ch

Quelle: Schweizerische Eidgenossenschaft, Pressemeldung vom 15.8.12

Redaktion: DIJA

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