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Schweizer Jugendorganisationen lehnen Pädophilie-Initiative ab

Frau und Kind auf einem Spielplatz, Bildquelle: Helene Souza  / pixelio.de
Frau und Kind auf einem Spielplatz, Bildquelle: Helene Souza / pixelio.de

Am 18. Mai 2014 stimmen die Schweizer/-innen über die Volksinitiative „Pädophile sollen nicht mehr mit Kindern arbeiten dürfen“ ab. Die Jugendorganisationen Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV), Jungwacht Blauring, Pfadibewegung Schweiz (PBD), SATUS Schweiz und die Stiftung Kinderschutz Schweiz lehnen die Verfassungsänderung als unzureichend und verfassungswidrig ab.


Die Jugendverbände begründeten ihre Ablehnung vor allem mit bereits beschlossenen Maßnahmen und fehlender Verhältnismäßigkeit. Bereits 2013 wurde durch das eidgenössische Parlament umfassende Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor wiederholten Gewalttaten erlassen. Demnach besteht für Straftäter/-innen nun ein Tätigkeitsverbot im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit auch auf außerberuflicher und freiwilliger Ebene. Das Erlassen eines allgemeinen Kontaktverbotes ist dadurch bereits möglich.
Kritisiert wird von den Jugendverbänden jedoch die Missachtung der Einzelfallgerechtigkeit. Das pädokriminelle Straftaten geahndet werden müssen stehe außer Frage, allerdings erachten die Verbände es als falsch, dass beispielsweise 20-jährige nach einvernehmlichen sexuellen Kontakt mit knapp 16-jährigen strafrechtlich genau wie Personen behandelt werden, die mehrere sexuelle Übergriffe auf Kinder und/oder Jugendliche verübt haben. Auch wenn das Verhalten dieser 20-jährigen Beispielsperson korrekterweise verboten sei, sei die Handlung anders zu bewerten und zu bestrafen. Ein lebenslanges Arbeitsverbot mit Kindern und Schutzbedürftigen sei nicht verhältnismäßig.
Zudem warnen die Jugendverbände vor scheinbarer Sicherheit durch die Umsetzung der Forderungen der Initiative: Ersttäter/-innen werden nicht erfasst und leider sei es tragische Realität, dass nur 5% der Taten in einem Schuldspruch enden. Generell setzen deshalb sowohl die Forderungen der Initiative als auch die bereits beschlossenen Maßnahmen zu spät an, im Fokus sollen Präventions- und Schutzmaßnahmen stehen.


Die ausführliche Stellungnahme der Jugendorganisationen finden Sie unter www.sajv.ch/de/news/news/2014/04/08/paedophile-sollen-nicht-mehr-mit-kindern-arbeiten-duerfen/


Quelle: www.sajv.ch

Redaktion: DIJA

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