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Spanien: Studie räumt mit Klischee vom "faulen" Jugendlichen auf

Der Generaldirektor des spanischen Jugendinstituts INJUVE, Gabriel Alconchel, hat am 24. März 2011 eine Studie vorgestellt, die mit dem Vorurteil aufräumt, dass spanische Jugendliche "faul und träge" wären. Dieses Bild, dass sich in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit breit gemacht hätte, sei so nicht tragbar, sagte Alconchel bei der Vorstellung der Forschungsergebnisse.

Die Studie Desmontando a ni-ni. Un estereotipo juvenil en tiempos de crisis (Frei übersetzt: Die Demontage der Weder-Noch-Generation. Ein Klischee über Jugendliche in Krisenzeiten) wurde von der Universität Madrid durchgeführt, unter Federführung des Soziologieprofessors Lorenzo Navarrete. Hierfür wurde die Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen unter die Lupe genommen.

Die so genannten "Weder-Noch"s (el colectivo "ni-ni") zeichnen sich dadurch aus, dass sie

  • nicht arbeiten (weil sie arbeitslos sind oder noch nie eine Arbeit bekommen haben),
  • sagen, dass sie keine Arbeit suchen oder keine Lust haben, eine Arbeit zu suchen,
  • keiner Regelung über einen Stellenabbau unterliegen,
  • keine Anzeichen von Erwerbsunfähigkeit zeigen oder eine Krankheit haben, die sie an der Ausübung einer Arbeit hindern würde,
  • weder studieren noch eine Ausbildung machen,
  • nicht vorhaben, in nächster Zeit, eine Ausbildung anzufangen,
  • keiner ehrenamtlichen Tätigkeit nachgehen,
  • keine familiären Verpflichtungen haben (Kinder, Betreuung älterer Familienmitglieder oder pflegedürftiger Personen) und auch keinem Hausstand vorstehen.

Laut Angaben des Nationalen Statistischen Instituts machten die "Weder-Noch"s im 3. Quartal 2009 etwa 1,73 % der Altersgruppe 16-29 aus. Das entsprach 136 696 Personen in dieser Altersgruppe. Diese Angaben wurden über die Umfrage zur Zahl der Erwerbspersonen (Encuesta de Población Activa, EPA) erfasst. Nach Auswertung der statistischen und zusätzlichen von der Uni Madrid erfassten qualitativen Daten liegt die Zahl der "Weder-Noch"s, so Navarrete, bei 80 358 (Vergleiche Gesamtzahl von 7 550 163 jungen Menschen zwischen 16 und 29) und ist also rückläufig. Außerdem hat die Analyse ergeben, dass es sich hier um eine kleine Gruppe innerhalb der Bevölkerung handelt, deren Handeln nicht auf eine generelle Einstellung zum Thema Arbeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen schließen lässt. Vor allem ist hier von jungen Leuten die Rede, die zum Teil schon gearbeitet haben und arbeitslos sind oder Studierenden, die ihr Studium abgebrochen haben.

Mehr dazu und die Studie zum Download (in Spanisch, pdf, 2,5 MB, 134 Seiten: ACHTUNG: längere Ladezeit!) auf der Website von INJUVE.

Redaktion: Susanne Klinzing

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