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Studie offenbart Diskriminierung an deutschen Bildungsinstitutionen

Eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) hat erstmals umfassend Benachteiligungserfahrungen unter Kindern und Jugendlichen untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass Diskriminierungen aufgrund von Herkunft, Gesundheitszustand oder sexueller Orientierung hierzulande allgegenwärtig sind.

Laut der Studie, die am 13.8. 2013 dem Bundestag vorgelegt wurde, fühlt sich ein Viertel aller Schüler/-innen und Studient(inn)en mit Migrationshintergrund an Schulen oder Universitäten benachteiligt. "Bereits bei der frühkindlichen Betreuung findet Segregation statt" heißt es im Bericht. Mit Eintritt in die Schule verschärft sich die Benachteiligungsproblematik. Die Autor(inn)en der Studie bemängeln in diesem Zusammenhang vor allem, dass Inklusion in den Schulgesetzen der Länder bislang zu zögerlich umgesetzt werde, obwohl die UN-Behindertenrechtskonvention gemeinsamen Unterricht von nicht-behinderten und behinderten Kindern ausdrücklich verlange.

Weiter stellt die Studie fest, dass es im Verhältnis von Lehrer(inne)n und Schüler(inne)n immer wieder zu Diskriminierungserfahrungen kommt und ein hohes Diskriminierungspotential bei der Leistungsbewertung besteht. Ausgrenzungen gehen aber nicht nur vom Lehrpersonal und/oder den Schulen aus, sondern auch von den Schüler(inne)n selbst. Mitschüler/-innen werden aufgrund ihres türkischen oder arabischen Hintergrundes oft beschimpft und homosexuellen Schüler(inne)n wird durch Schulhofbeleidigungen häufig jedes Selbstwertgefühl genommen.

Auch haben junge Menschen aus bildungsferneren und sozial schwächeren Milieus bzw. mit Migrationshintergrund höhere Hürden zu bewältigen, wenn sie an die Uni wollen und auch während ihrer Studienzeit sind sie benachteiligt. Studierende mit Behinderung stehen beim Hochschulzugang vor besonderen Herausforderungen, da an viele Universitäten mangelnde Barrierefreiheit immer noch ein Problem ist.

Den 450-seitigen Bericht der ADS, der nicht nur Problemfelder aufzeigt, sondern auch Empfehlungen gibt, finden Sie hier.

Quelle: 

Redaktion: DIJA

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