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UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2016: Die Macht der zehnjährigen Mädchen

Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) hat den Weltbevölkerungsbericht 2016 veröffentlicht. Darin wird auf die Bedeutung und die Gesundheit zehnjähriger Mädchen für die Erreichung der 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Nachhaltigen Entwicklungszielen verwiesen.

Im Alter von zehn Jahren erweitern sich oder schrumpfen die Möglichkeiten und Lebensperspektiven insbesondere für Mädchen. Mit einsetzender Pubertät erfahren sie je nachdem mehr Unabhängigkeit und Zeit für neue Interessen oder werden als Hausmädchen oder Babysitter eingesetzt oder sogar wie eine Ware eingetauscht. Im Alter von zehn Jahren müssen viele Mädchen weltweit, insbesondere in Entwicklungsländern, im Haushalt mithelfen, teilweise werden schon Hochzeiten ausgehandelt. Manche Mädchen gehen schon nicht mehr zur Schule.

Fakten aus dem UNFPA-Weltbevölkerungsbericht:

  • Die meisten Zehnjährigen leben in einem Entwicklungsland. Neun von zehn Zehnjährigen (89 %) leben in weniger entwickelten Regionen, davon die Hälfte in Asien und im pazifischen Raum. Dazu gehören auch China und Indien. Einer von fünf Zehnjährigen lebt in einem der 48 Länder, das von den Vereinten Nationen als am wenigsten entwickelt eingestuft wird (34 im subsaharen Afrika, 13 in Asien und im pazifischen Raum, eins in Lateinamerika/Karibik).
  • Über 35 Millionen der heutigen 10-jährigen Mädchen leben in Ländern mit einem hohen Grad an Geschlechterungerechtigkeit. Im Gegensatz zu ihren Brüdern ist bei ihnen wahrscheinlicher, dass sie nicht in der Schule bleiben, Kinderarbeit leisten, vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet werden, Gewalt erfahren, Komplikationen in der Schwangerschaft und bei der Geburt erleiden und weniger Mitspracherechte in Haushaltsangelegenheiten haben.
  • Über 62 Millionen heranwachsende Mädchen weltweit gehen nicht zur Schule.

Hier gilt es für die Regierungen vieler Staaten anzusetzen und dabei zu helfen, die Chancen von Mädchen zu stärken. Die Gesundheit und das Wohlergehen von Mädchen und Frauen sind auch ein wichtiger ökonomischer Faktor: Wer gesünder ist, ist auch produktiver, und trägt damit auch zur Stabilität von Familien und des ganzen Landes bei.

Der Bericht empfiehlt unter anderem eine hochwertige Sekundarschulbildung, eine maßgeschneiderte Gesundheitsversorgung, eine umfassende Sexualaufklärung, Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt sowie striktere Gesetze zum Beispiel gegen Genitalverstümmelung und Kinderehen – einschließlich Durchsetzung dieser Gesetze in der Rechtspraxis.

Zum UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2016

Quelle: UNFPA

Redaktion: DIJA

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