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UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder und Frauen in Kasachstan veröffentlicht

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen - UNICEF - hat im Dezember 2013 einen Bericht zur Situation der Kinder und Frauen in Kasachstan (Analysis of the situation of children and women in Kazakhstan) veröffentlicht. Dafür wurden Forschungsergebnisse und Analysen aus den Jahren 2008 bis 2013 analysiert und zahlreiche weitere Interviews mit nationalen und internationalen Gesprächspartnern aus den Arbeitsfeldern Kindeswohl und Kinderrechte geführt.

Herausgekommen ist ein 64 Seiten umfassendes Dokument, das nachvollziehen lässt, wie und unter welchen Umständen Kinder und Jugendliche in Kasachstan aufwachsen und welche Rolle dabei Mütter, Familie und Betreuungseinrichtungen haben (können).

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Mütter- und Kindersterblichkeit sind seit Mitte der Neunziger Jahre um über die Hälfte zurückgegangen. Hohe Risiken bestehen weiterhin, insbesondere um den Zeitpunkt der Geburt herum (Perinatalsterblichkeit) und in den ärmeren Bevölkerungsschichten und in ländlichen Gebieten. Ernährungsprobleme, sowohl Unterernährung als auch Übergewicht, bestehen weiterhin in einigen Landesteilen. Lungenentzündung und Durchfallerkrankungen sind immer noch einige der Hauptursachen für Kindersterblichkeit bei Kindern unter 5 Jahren.
  • Kinder in Kasachstan sind einem hohen Armutsrisiko ausgesetzt. Rund 45 % der Kinder unter 18 Jahren leben unterhalb der Armutsgrenze, 7 % sogar in extremer Armut. Meist sind es Kinder aus Großfamilien, junge Familien mit Kindern, Alleinerziehende, aus Familien, Kinder, deren Eltern(teile) behindert sind oder Kinder aus Migrantenfamilien. Am höchsten ist die Kinderarmutsrate in der Region Mangystau. Der Bereich der Sozialarbeit und der Betreuung von Familien mit Kindern entwickelt sich langsam, immer wieder gibt es finanzielle oder strukturelle Probleme.
  • Die Zahl der Kinder in Obhut-Einrichtungen oder zur Pflege ist zurückgegangen. Nichtsdestotrotz werden jährlich rund 2000 Kinder in die Obhut des Staates gegeben, weil es in den Familien Probleme gibt.
  • Immer mehr Eltern schicken ihre Kinder in den KIndergarten. In der frühkindlichen Bildung. 2010 hatte rund 82 % der Erstklässler schon vorher eine Einrichtung besucht, 2006 waren es nur 39,5 % gewesen. Das Nationale Entwicklungsprogramm für Bildung 2011-2020 strebt an, dass bis 2020 alle Kinder zwischen 3 und 6 Jahren eine Vorschuleinrichtung besuchen. Hier gibt es bis dato herbe Unterschiede zwischen Stadt und Land beziehungsweise auch zwischen arm und reich. Letzere schicken ihre Kinder in private Kindergärten, die sich die ärmeren Bevölkerungsschichten nicht leisten können. Die staatlichen Plätze in den Kindergärten reichen aber bisher nicht aus.
  • Seit Juni 2012 gibt es in Kasachstan das Komitee für Jugendpolitik und Politikmanagement, das für die Entwicklung der Jugendpolitik (siehe russische Version vom Konzept der staatlichen Jugendpolitik der Republik Kasachstan "Kasachstan 2020: Eine Straße in die Zukunft") verantwortlich ist und den Umsetzungsprozess begleiten soll. Das Komitee untersteht dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft. Im Zuge dieser Entwicklung wurden Abteilungen für Jugendpolitik in allen 16 Regionen des Landes gebildet.
  • Kasachstan hat die höchste Selbstmordrate unter Jugendlichen innerhalb der GUS-Staaten. Im Nachgang zu dem Aktionsplan der Regierung haben Jugendliche unter anderem jetzt mehr Zugang zu Beratungsangeboten in der Schule und können bei Gewalt in der Familie Hilfe in Anspruch nehmen. 80 % aller HIV-Erkrankungen sind Jugendliche zwischen 15 und 29 Jahren, unter anderem verursacht beim Drogenkonsum. Mehrere Jugendorganisationen haben eine nationale Kampagne initiiert, um junge Leute über Drogen und ihre Auswirkungen zu informieren.

Diese und weitere Ergebnisse sind nachzulesen in dem Bericht Analysis of the situation of children and women in Kazakhstan (pdf, 1,5 MB, in Englisch) auf der Website der UNICEF Kasachstan ...

Quelle: UNICEF Kasachstan, gesehen 21.1.14

Weitere Informationen zu Kasachstan

18. - 19. März 2014: 3. Deutsch-Kasachisches Jugendforum: 'Jugend- und Fachkräftebegegnungen initiieren und gestalten'. Anmeldungen sind noch bis Ende Januar 2014 möglich!

Derzeit läuft von der UNICEF Kasachstan eine Ausschreibung für einen Berater, um die Regierung bei der (Weiter)Entwicklung des Jugendgesetzes zu unterstützen, auf die man sich bis 1. Februar 20014 bewerben kann. Auskunft dazu erteilt auch Aigul Kadirova (UNICEF Kasachstan, Fon: +7 7172 322969, E-Mail: akadirova(at)unicef.org).

Redaktion: DIJA

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