zur Übersicht

UNICEF veröffentlicht Studie zu unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Nordfrankreich

Titelbild der UNICEF-Studie "Ni sains, ni saufs". Bildquelle: https://www.unicef.fr/

„Weder gesund noch wohlbehalten, eine soziologische Untersuchung über unbegleitete Kinder in der Küstenregion von Nordsee und Ärmelkanal“ lautet der Titel der Studie, die im Auftrag von UNICEF Frankreich erstellt wurde. Die Situation der unbegleiteten Minderjährigen stellt in vielerlei Hinsicht eine Verletzung der internationalen Kinderrechtskonvention dar, ist das traurige Ergebnis des UNICEF-Berichts.

Zwischen Januar und April 2016 wurden für diese Studien 61 Gruppen- und Einzelgespräche mit  unbegleiteten Minderjährigen durchgeführt an sechs verschiedenen Schauplätzen im Norden Frankreichs (Calais, Grande-Synthe, Angres, Norrent Fontes, Steenvoorde, Tatinghem, Cherbourg).

Die Gespräche waren vertraulich und fanden in der Muttersprache der jungen Menschen statt. Die Befragten waren zwischen 11 und 17 Jahren und kamen hauptsächlich aus Afghanistan, Syrien, Ägypten und 10 weiteren Ländern. Die Mehrheit der Befragten hatte die Hilfe von Schleppern in Anspruch genommen und dafür zwischen 2700€ und 10 000€ bezahlt, um nach Frankreich zu kommen. Aus den Gesprächen ging hervor, dass die Flucht extrem gefährlich war und die Erfahrung traumatisierend ist.

Auch nach ihrer Ankunft in Frankreich sind diese Kinder und Jugendlichen einer Vielzahl an Gefahren ausgesetzt, sie leben unter unmenschlichen Bedingungen und ihre körperliche und psychische Gesundheit ist beeinträchtigt. Die Hauptsorge der jungen Geflüchteten ist die Angst vor Gewaltübergriffen durch die Polizei, zivile Bürgerwehr und Schlepper.

Der Bericht schließt mit neun Vorschlägen, die UNICEF France gemeinsam mit UNICEF UK erarbeitet haben, zum Schutz der unbegleiteten Minderjährigen sowie zur Familienzusammenführung.

Weitere Informationen und den Bericht in französischer Sprache "Ni sains, ni saufs : enquête sur les mineurs non accompagnés dans le Nord de la France" finden Sie auf der Webseite von UNICEF France.

Redaktion: DIJA

Begleiten Sie uns

RSS-Feed abonnieren IJAB auf Facebook IJAB-Alumni-Gruppe auf Facebook IJAB auf Twitter IJAB auf YouTube

Newsletter