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Zusammenfassung aktueller Forschungsergebnisse zu sozialer Integration junger Menschen vorgelegt

Die Professorinnen Dagmar Kutsar (Sozialpolitik am Institut für Soziologie und Sozialpolitik der Universität Tartu) und Helena Helve (Jugendforschung an der Universität Tampere sowie außerordentlich an der Universität Helsinki, Abteilung Vergleichende Religion und Soziologie) haben fünf große europäische Forschungsprojekte zu sozialer Integration junger Menschen analysiert und deren Ergebnisse zusammengefasst. Unterstützt wurden sie durch die Mitglieder des Pools Europäischer Jugendforscher/-innen (PEYR), Professor Beatrix Niemeyer und Dr. Ewa Krzaklewska.

Ziel des Berichts war die Erfassung der Situation von Jugendlichen, die in der europäischen Jugendpolitik besondere Beachtung finden, wie zum Beispiel obdachlose Jugendliche, Jugendliche mit Migrationsgeschichte, ethnische Minderheiten, Jugendliche in Fürsorgeeinrichtungen etc. Die Autorinnen möchten mit ihrem Bericht

  • auf die Gründe für die prekäre Situation dieser Jugendlichen hinweisen und die politischen Aspekte benennen,
  • die Herausforderungen sichtbar machen, vor denen die Politik steht, um mehr soziale Integration und Zugänge zu Bildung und zum Arbeitsmarkt für Jugendliche zu schaffen,
  • die politischen Auswirkungen für grenzüberschreitenden Politiktransfer aufzeigen und
  • einen Beitrag zur Verbesserung der Lage dieser Jugendlichen zu leisten, indem Empfehlungen ausgesprochen werden, die auf Forschungsergebnissen basieren.

Analysiert wurden die fünf Forschungsprogramme YiPPEE: ‘Young People from a Public Care Background: pathways to education in Europe’CSEYHP‘Combating Social Exclusion among Young Homeless Populations: a comparative investigation of homeless paths among local white, local ethnic groups and migrant young men and women, and appropriate reinsertion methods’EUMARGINS: ‘On the Margins of the European Community – Young adult immigrants in seven European countries’EDUMIGROM‘Ethnic differences in education and diverging prospects for urban youth in an enlarged Europe’ und YOUNEX: ‘Youth, Unemployment, and Exclusion in Europe: A multidimensional approach to understanding the conditions and prospects for social and political integration of young unemployed’. EDUMIGROM und YOUNEX waren Projekte mit deutscher Beteiligung.

Zunächst beleuchten die Autorinnen den europäischen jugendpolitischen Hintergrund, vor dem die Projekte zu betrachten sind. In Kapitel 2 wird unter anderem auf die nationalen Jugendpolitiken der beteiligten Länder eingegangen, die zeigen: Einige der oben genannten Zielgruppen von Jugendlichen finden in der Politik keine oder wenig Beachtung. Der Bericht hebt den Bedarf an einem gemeinsamen Verständnis bezüglich dieser Zielgruppen hervor. Die analysierten Forschungsergebnisse haben außerdem gezeigt: Es gibt institutionelle Schwächen in jugendrelevanten Politikbereichen, ob das der Arbeitsmarkt ist, die Bildungs- und Einwanderungspolitik, die zu wenig genutzte Rolle der Zivilgesellschaft oder die nicht ausreichend oder gar nicht vorhandenen Verknüpfungen zwischen Sozialleistungen, Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik.

Weiterhin setzen sich die Autorinnen in Kapitel 3 mit den Nachteilen für Jugendliche auseinander, die biografisch bedingt sind, sei es durch die Herkunft aus einkommensschwachen Familien oder die fehlende Integration in die Gesellschaft.

Auf die Bedürfnisse von Jugendlichen, die sich in der so genannten Übergangsphase ihres Lebens befinden, wird in Kapitel 4 des Berichts eingegangen, mit dem Schwerpunkt auf den Bildungssystemen. Die Autorinnen halten fest: Die beruflichen Aussichten nach Ende der Schulpflicht haben ihre Wurzeln schon in der frühkindlichen Bildung. Durch die Nicht-Wahrnehmung solcher Angebote wird die soziale Spaltung im Bildungsbereich sehr früh verursacht und viele Jugendliche bleiben später auf der Strecke. Auch in Ländern mit gut entwickelten sozialen Unterstützungssystemen werden die Potentiale der Bildungs- und Fürsorgesysteme zum Abbau von Ungleichheiten nicht ausgenutzt.

Kapitel 5 konzentriert sich auf die Bedürfnisse von Jugendlichen in Bezug auf finanzielle Unabhängigkeit, zivilgesellschaftliche und politische Beteiligung und hebt das bestehende Potential der Jugendlichen als Gestalter ihres Tuns und ihrer Belastbarkeit hervor.

Abschließend bieten die Autorinnen eine Zukunftsvision zur Lösung der diversen Benachteiligungen und sozialen Ausgrenzung junger Leute: Die soziale Spaltung der Jugend könnte eingegrenzt werden, wenn die Politik bestimmte soziale, wirtschaftliche und politische Bedarfe anerkennen, der frühzeitig anzusetzenden Prävention von sozialer Ausgrenzung mehr Aufmerksamkeit schenken und institutionelle Maßnahmen zur Unterstützung von Jugendlichen auf dem Weg in die Unabhängigkeit ausarbeiten würde.

Der ausführliche Bericht (in English, pdf, 1,24 MB) zum Nachlesen hier ...

Redaktion: Susanne Klinzing

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