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„Frei und gleich?” Gesellschaft und Gender in Deutschland, Frankreich und Tunesien

Veranstaltungsart:
Sonstige

Veranstaltungsort:
Seminarhaus Weissensee , Berlin, Deutschland

Veranstalter:
Interkulturelles Netzwerk e.V.

Kurzinfo:

Gendermainstreaming und die Sensibilisierung für geschlechterdiskriminierende Haltungen und Handlungen in Gesellschaft und Politik stehen im Mittelpunkt dieses Projektes. Auch in demokratischen Ländern wie Deutschland, Frankreich und Tunesien, in deren Verfassungen die Gleichstellung von Frauen und Männern ausdrücklich eingeschrieben ist, ist dieses Ziel noch lange nicht erreicht.

Gerade in jüngster Zeit ist durch die #metoo-Initiative – ausgelöst durch die Vorwürfe der sexuellen Belästigung und Vergewaltigung an den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein – wieder überdeutlich geworden, wie wichtig auch in westlichen Gesellschaften das öffentliche Gespräch über Sexismus und Geschlechterungleichheit ist. Die öffentliche Debatte ist nötig, um ein Bewusstsein auch bei nicht Betroffenen und so die Voraussetzung für Veränderungen zu schaffen. Gesetzliche Maßnahmen wie die sogenannte Frauenquote sind sehr wichtig. Sie reichen jedoch nicht aus, um gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken – hier ist besonders auch die Graswurzelarbeit der zivilgesellschaftlichen Akteur*innen gefragt.

Auch in Tunesien ist die Stellung der Frauen in der Gesellschaft schon lange eine wichtige Debatte. Bereits mit der Unabhängigkeit 1956 wurden Frauen vor dem Gesetz weitgehend gleichgestellt; Tunesien ist diesbezüglich bereits früh ein Vorreiter in der Region gewesen.

Mit der Forderung nach Demokratie und Menschenrechten geht die Forderung nach Geschlechtergerechtigkeit Hand in Hand. So hat Tunesien schließlich nach der Revolution 2010/2011 und dem gelungenem Transformationsprozesses 2014 als erstes arabisches Land die Gleichstellung von Frauen und Männern in der neuen demokratischen Verfassung festgeschrieben und sich verpflichtet, die von Frauen erlangten Rechte zu schützen und an der Verbesserung der Chancengleichheit zu arbeiten. So sind zum Beispiel im Wahlrecht Quoten für die Anzahl der Frauen unter den Kandidat*innen festgelegt worden.

Genau wie in Deutschland oder Frankreich gibt es jedoch einen sichtbaren Graben zwischen den Werten der Verfassung und den traditionellen sozialen Praktiken und Rollenbildern, die sowohl Frauen also auch Männer zu erfüllen haben. Auch wenn die Ausgangssituation und Gesellschaftsstrukturen in den Ländern der Projektpartner*innen – Tunesien, Deutschland und Frankreich – sich in vielerlei Hinsicht unterscheiden, so bedeutet dieser Graben doch gleichermaßen überall eine Herausforderung für junge Menschen.

Das vorliegende Projekt soll die Teilnehmer(inne)n für diese Problematik sensibilisieren und sie ermutigen, ihren Weg zu gehen, auch wenn dieser nicht unbedingt den Normen der Gesellschaft, in der sie aufgewachsen sind, entspricht. Der Austausch mit den Teilnehmer(inne)n aus den Partnerländern ermöglicht einen Perspektivwechsel, durch den sich die Jugendlichen auch ihres eigenen kulturellen Hintergrunds (geprägt durch Familie, Bildungssystem, Medien etc.) bewusst werden und eventuelle Ungerechtigkeiten besser wahrnehmen können. Besonderes Anliegen der Projektpartner/-innen ist es Teilnehmer(inne)n im Alter von 18 bis 27 Jahre zu erreichen und so zur oben erwähnten Graswurzelarbeit der Zivilgesellschaft beizutragen.

Der Vereinsbeitrag beträgt pro Teil 150 Euro (120 Euro für Mitglieder). Darin sind die Aufenthaltskosten (Unterbringung in Doppel und Mehrbettzimmern), Vollverpflegung (auf Sonderwünsche wird nach Möglichkeit eingegangen), sowie alle Programm- und Übersetzungskosten enthalten.

Anmeldungen sind ab sofort möglich!

Bitte überprüfen Sie den Anmeldeschluss mit dem Veranstalter.

Weitere Informationen erhalten Sie unter folgendem

Weitere Informationen zur Veranstaltung:
Informationen auf dija.de

Schlagwörter:
Deutschland, Frankreich, Gender, Tunesien

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