Bildung für nachhaltige Entwicklung

Verena Münsberg

2. Zukunftskongress: Nachhaltigkeit als Leitmotiv

Unter dem Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ lud IJAB zum 2. Zukunftskongress „Jugend global 2020“ nach Bonn ein. Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten am 26. und 27. April Strategien und Handlungsoptionen für die internationale Jugendarbeit.

BildImage: Henning Rohm   Lizenz:

Die Vereinten Nationen haben für die Jahre 2005 bis 2014 die Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) ausgerufen. Ziel ist es, die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung weltweit in den nationalen Bildungssystemen zu verankern. Die Menschen sollen in die Lage versetzt werden, ökologische, ökonomische und soziale Entwicklungen und Interdependenzen zu erkennen und darauf basierend Entscheidungen zu treffen. Bildungsbereichsübergreifend sind dabei Angebote der formalen, non-formalen und informellen Bildung gleichermaßen gefragt.

"Internationale Jugendarbeit kann einen wichtigen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung leisten", betonte IJAB-Direktorin Marie-Luise Dreber in ihrer Begrüßung. "Insbesondere im Bereich des nichtformalen und informellen Lernens vermittelt sie jungen Menschen Gestaltungskompetenz, um Wissen über nachhaltige Entwicklung anzuwenden und zum Maßstab des eigenen Handelns zu machen."

Lutz Stroppe, Leiter der Abteilung Kinder und Jugend im Bundesjugendministerium, betonte, es sei das erklärte Ziel der Bundesregierung, Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Bildungsbereichen zu verankern. "Besonders für unsere Jugend sind die bestmögliche Bildung und die Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung zentrale Zukunftsfragen. Wir müssen deshalb die Bedeutung der non-formalen Bildung durch internationale Jugendarbeit offensiv in die aktuelle Bildungsdebatte einbringen und besonders auch Angebote schaffen, die noch stärker auch Jugendliche aus bildungsferneren Sozialmilieus erreichen." Internationale Jugendarbeit könne so eine Chancengesellschaft für Jugendliche in Deutschland mit gestalten.

Auch Prof. Gerhard de Haan, Leiter des Nationalkomitees der UN-Dekade in Deutschland unterstrich die Bedeutung internationaler Jugendarbeit. "Nachhaltige Entwicklung lässt sich nicht allein durch politische Prozesse oder „top-down-Ansätze“ gestalten. Jeder Mensch muss lernen, wie er oder sie eine Zukunft im Sinne der nachhaltigen Entwicklung für sich und gemeinsam mit anderen gestalten kann", führte er in seinem Impulsreferat aus.

Wie eine solche „bottom-up-Strategie“ aussehen kann, erläuterte Julia Rawlins, Head World Europe Programme, British Council, anhand der Programme "Global Changemakers" und "International Climate Champions". In weltweiten Netzwerken engagieren sich junge Leute zwischen 11 und 35 Jahren, um in ihrem lokalen Umfeld positive Veränderungen zu erzielen. Rund 1.500 Climate Champions in fast 30 Ländern umfasst das Netzwerk mittlerweile. Das British Council stellt dabei Trainingsmöglichkeiten für Projektarbeit und Kommunikation zur Verfügung.

Blick in das AuditoriumDie Erarbeitung von Perspektiven und konkreten Strategien für die künftige internationale Jugendarbeit und Jugendpolitik im Kontext von „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) stand anschließend im Zentrum von sechs Fachforen. Die Themen waren "Internationale digitale Jugendbildung", "Bildungsgerechtigkeit und Partizipation", "Leben, Lernen und Arbeiten in internationalen wirtschaftlichen Zusammenhängen" sowie "Verzahnung von non-formaler und formaler Bildung", "Globales Lernen" und "Gesundes Aufwachsen". Die Debatte in den Foren wie auch die abschließende Podiumsdiskussion machten deutlich, dass in der internationalen Jugendarbeit Nachhaltigkeit zwar vielfach als Leitprinzip schon verankert, häufig aber in der Wahrnehmung der Akteure noch nicht präsent ist.

"Die Zielvorgabe der nachhaltigen Entwicklung ist eine Antwort auf vitale Zukunftsfragen unserer globalen Gesellschaft. In der 'Bildung für nachhaltige Entwicklung' geht es nun nicht darum, neue theoretische Konzepte zu vermitteln, sondern um Orientierung an der Lebenswirklichkeit", fasste Lothar Harles, Vorsitzender des IJAB zusammen. Gerade darum sei die internationale Jugendarbeit besonders gefordert. "Internationale Jugendarbeit schafft hier erlebbare Zugänge und adressiert Zielgruppen, die über formale Bildung oftmals nicht erreicht werden."

Die Ergebnisse des Kongresses wurden anschließend im Rahmen eines Empfangs in den Kontext der aktuellen jugendpolitischen Entwicklungen auf europäischer Ebene gestellt. Florencia van Houdt von der Generaldirektion für Bildung und Kultur der EU-Kommission und Dr. Ralf-René Weingärtner, Direktor Jugend und Sport des Europarates, erläuterten hierbei Schwerpunkte und den neuen Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa.

Die Beiträge, Impulsreferate und andere Dokumente sind mittlerweile online verfügbar unter www.jugend-global-2020.de/content2/dokumentation.html



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