Bildung für nachhaltige Entwicklung

Jennifer Mösenfechtel

Fachtag zu BNE in der Internationalen Jugendarbeit: BNE darf und soll Spaß machen!

Im Rahmen des Innovationsforum Jugend Global veranstaltete IJAB am 28. Mai in Frankfurt einen Fachtag 'Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Internationalen Jugendarbeit'. Er gab 22 motivierten Fachkräften der internationalen Jugendarbeit einen Überblick über den aktuellen Stand der Diskussion und bot die Möglichkeit zum intensiven Austausch.

Teilnehmende beim Fachtag BNE in der Internationalen Jugendarbeit BildImage: IJAB/Mösenfechtel   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0

Die Veranstaltung war ein anerkannter Beitrag zur Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen und wurde vom Bundesjugendministerium gefördert.

Deutsch-polnisches Projekt zum Thema Nachhaltigkeit

Zur Einführung in die Thematik stellte Milena Migut das Projekt „Öko-Trendsetters“ vor - ein deutsch-polnisches Jugendprojekt zum Thema Nachhaltigkeit, das mit dem deutsch-polnischen Jugendpreis ausgezeichnet worden ist. Migut berichtete lebhaft und anschaulich, wie die Jugendlichen spielerisch an das Thema Nachhaltige Entwicklung herangeführt wurden. Anhand ihrer detaillierten Ausführungen zu Methodik und Didaktik erhielten die Teilnehmenden zahlreiche neue Ideen für ihre eigene Arbeit, die sie interessiert aufnahmen und diskutierten.

BNE in der Internationalen Jugendarbeit

Im Anschluss an Miguts Projektvorstellung gab Claudia Mierzowski (IJAB) einen umfangreichen Einblick in die Komplexität des Themenfelds BNE. Sie stellte die Herausforderungen einer BNE in der internationalen Jugendarbeit dar und gab Anregungen, wie diesen begegnet werden kann. Grundlage dafür waren die Ergebnisse der Aktivitäten der vergangenen Jahre, so unter anderem des Trainingsseminars sowie der internationalen Fachtagung „The Art of Developing Global Perspectives Together - Education for Sustainable Development in non-formal education and international youth work“, die im November 2012 stattgefunden hatte. Hier war man unter anderem zu dem Ergebnis gekommen, dass BNE Zeit für informelle Interaktion(en) und zum Handeln benötigt. Es geht darum, kritisches Denken zu fördern und – so abgedroschen es klingen mag – Jugendliche dort abzuholen, wo sie sich befinden. Wenn es den Leitungskräften gelingt, ein glaubhaftes Vorbild zu sein und den Lernprozess der Jugendlichen behutsam zu begleiten, können Jugendliche die Erfahrung machen, dass das Thema BNE jeden ganz persönlich angeht und jeder auch einen gewissen Handlungsspielraum hat. Gerade im internationalen Kontext ist es wichtig, mit der Partnerorganisation zunächst ein gemeinsames Verständnis von BNE zu schaffen, zumal der Begriff in verschiedenen Sprachen sehr unterschiedlich verwendet wird.

Das Plenum war sich einig, dass die Beschäftigung mit nachhaltiger Entwicklung vor allem auch Spaß machen darf und soll! Nur so bleibt die Motivation erhalten, sich auch weiterhin zu engagieren. In diesem Sinne nutzte man in der anschließenden Pause die angenehme Atmosphäre im grünen Innenhof des Tagungshauses zum gegenseitigen Austausch und neuen informellen Kontakten.

Kleingruppenarbeit zur Gestaltung von internationalen Begegnungen

Der Nachmittag stand im Zeichen der Kleingruppenarbeit. Thema der ersten Gruppe war die Erarbeitung von Kriterien für die nachhaltige Gestaltung von internationalen Begegnungen, während sich die zweite Arbeitsgruppe anhand einer Projektvorstellung weitere Anregungen für die methodisch-didaktische Gestaltung von internationalen Begegnungen holte. Dr. Michael Koch vom Jugendamt der Stadt Offenbach stellte dort das Projekt „Save Mother Earth“ vor, dass 2012 im Rahmen einer deutsch – indianischen Jugend(kultur)begegnung in den USA durchgeführt wurde. Bei dieser Begegnung erfuhren die Jugendlichen viel über indigene Rechte, über die Folgen des Uranabbaus in den Reservaten, über gesunde Ernährung als Krankheitsprävention und vieles mehr.

Bei der Präsentation der Kleingruppen-Ergebnisse war man sich schließlich einig, dass BNE eine Querschnittsaufgabe ist und ein Element des Selbstverständnisses der internationalen Jugendarbeit sein sollte.

Ergebnisse und Resümee

Die gemeinsam erarbeiteten Aspekte für die methodisch-didaktische Umsetzung einer BNE in der internationalen Jugendarbeit und die nachhaltige Gestaltung von internationalen Begegnungen werden nun von einer trägerübergreifenden Redaktionsgruppe geschärft und in einer Broschüre zusammengestellt. Diese soll allen Interessierten Anregungen dafür geben, wie BNE in der Praxis internationaler Jugendarbeit umgesetzt werden und so weiter in die Breite getragen werden kann. Die Teilnehmenden jedenfalls nahmen vom Fachtag einige neue Ideen mit. Wichtig war aber auch der motivierende Aspekt: So betonte ein Teilnehmer beim gemeinsamen Abschluss, dass ihn der Fachtag in seiner Arbeit bestätigt habe und er nun mit neuem Elan an die Arbeit gehe.



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