Bildung für nachhaltige Entwicklung

Claudia Mierzowski

Internationale Begegnung gestaltet Zukunft

Vom 13. – 15. Oktober fand das Trainingsseminar zu Bildung für nachhaltige Entwicklung in der internationalen Jugendarbeit von IJAB in Kooperation mit dem Internationalen Haus Sonnenberg in St. Andreasberg statt. 20 Fachkräfte der internationalen Jugendarbeit haben daran teilgenommen und sich drei Tage mit Theorie und Praxis von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in internationaler Jugendarbeit beschäftigt.

BildImage: IJAB   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0

Das erste Training seiner Art
Dieses Trainingsseminar war schon etwas ganz Besonderes: Zum ersten Mal gab es für Fachkräfte der internationalen Jugendarbeit ein spezifisches Qualifizierungsangebot zu Bildung für nachhaltige Entwicklung . Ziel war es dabei,  BNE als Bildungskonzept für die Arbeit mit jungen Menschen im Rahmen von Begegnungen, Workcamps oder anderen Formaten internationaler Jugendarbeit kennenzulernen. Ein weiterer Schwerpunkt war darüber hinaus die Frage, wie BNE in der internationalen Arbeit mit jungen Menschen praktisch umgesetzt werden kann.

Neue Herausforderungen – aber auch Potenziale entdeckt
Das große Potenzial von BNE in der internationalen Jugendarbeit ist im Verlauf des Trainings deutlich geworden. BNE bringt neue Sichtweisen auf Themen ins Spiel, öffnet auch den Blick auf andere methodische Zugänge und zeichnet sich durch ihre klare Zukunfts- und Handlungsorientierung aus. Die Teilnehmenden haben aber nicht nur Klarheit über das Konzept BNE gewonnen. Vielmehr wurde auch die Anwendbarkeit in der internationalen Jugendarbeit deutlich. Doch gerade beim Transfer in die Praxis wurden auch die Schwierigkeiten deutlich. Einerseits liegt es pädagogisch nahe, BNE in die internationale Jugendarbeit zu integrieren. Gleichzeitig können aber in der Zusammenarbeit mit internationalen Partnern unterschiedliche Lebenssituationen, ein anderes Verständnis von BNE oder nachhaltiger Entwicklung sowie verschiedene Kommunikationsstile die gemeinsame Planung und Durchführung eines Projektes vor neue Herausforderungen stellen.  Dem kann beispielsweise durch eine intensive Vorbereitung sowie eine klare Kommunikation über Konzepte, Erwartungen und Abläufe entgegengewirkt werden. Doch nicht nur mit internationalen Partnern stellt sich die Frage der Zusammenarbeit. Da die Themen nachhaltiger Entwicklung oft sehr komplex sind, sollte auch hier die Kooperation mit anderen Akteuren gesucht werden.  

Ein besonderes Highlight war die Exkursion durch den Nationalpark Harz mit einem in der internationalen Jugendarbeit erfahrenen Bildungsreferenten. Für die Teilnehmenden wurde hier BNE in der Praxis erfahrbar. Die anschließende Präsentation  verdeutlichte differenziert den Prozess der Implementierung von BNE, auch anhand einiger Praxisbeispiele aus der internationalen Jugendarbeit des Nationalparks Harz.

In einer darauffolgenden Workshopeinheit hatten die Teilnehmenden dann Gelegenheit, Methoden einer BNE kennenzulernen und auszuprobieren. Diese praktischen Anregungen fanden bei den Beteiligten großen Anklang. Schade war nur, dass in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nicht noch weitere methodische Anregungen gegeben werden konnten.

Impulse setzen

Eine Frage beschäftigte die Fachkräften ganz besonders: Wie können junge Menschen zur Verhaltensänderung angeregt werden - insbesondere dann, wenn man nicht mit einer festen Gruppe arbeitet und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nach einer Begegnung nicht mehr in Kontakt ist. Erfahrungen aus den Vorträgen der Referenten und die Diskussionen im Plenum zeigen hier: BNE ist ein Prozess! Dies gilt für die Implementierungsphase für Organisation und Fachkräfte. Und eben auch für die jungen Menschen, die an einer BNE-Maßnahme teilnehmen. Wichtig ist es vor allem, im Bildungsprozess Impulse zu setzen und die Handlungsorientierung im Blick zu behalten. Darüber hinaus wurden auch Möglichkeiten diskutiert, wie Vor- und Nachbereitung gestaltet werden können, um dies zu unterstützen. Und zu guter Letzt spielt auch die „gelebte Nachhaltigkeit“ während einer Aktivität eine große Rolle.

Impulse haben in diesen drei Tagen vor allem die Fachkräfte erhalten, die am letzten Tag mit beeindruckenden Umsetzungsideen aufwarteten. Von der Idee einer Jugendbegegnung „Mit neuer Energie für‘s Klima“ bis hin zu einem Katalog mit Anregungen, wie Begegnungen nachhaltig gestaltet werden können, präsentierten die Teilnehmenden eine breite Palette.

Wunschlos glücklich sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aber nicht nach diesen drei Tagen: Sie wünschen sich mehr Angebote zu BNE in der internationalen Jugendarbeit. Anregungen dafür kamen reichlich, wie beispielsweise eine internationale Fachtagung zum Thema oder weitere spezifische Fortbildungsangebote, um die internationale Perspektive im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung intensiver bearbeiten zu können.
 



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