Lea Bussenius

Für 9 Monate nach Rumänien: Erfahrungsbericht vom Europäischen Freiwilligendienst

Internationale Jugendarbeit und Austausch innerhalb Europas sind auch dieses Jahr ein Schwerpunkt auf dem Kinder- und Jugendhilfetag. Der „Markplatz Europa“ ist ein zentraler Ort dafür. Was haben junge Menschen von den Angeboten, die sich dort präsentieren? Natascha, die einen Europäischen Freiwilligendienst in Rumänien geleistet hat, erklärt es.

eine junge Frau lächelt
BildImage: Christian Herrmann

Das Programm Erasmus+ JUGEND in Aktion umfasst den Teil „wo es nicht um Studium oder Schule geht“, erklärt mir Frank Peil von JUGEND für Europa. Egal ob als Gruppe oder als Einzelner, jeder kann an einem Europa Austausch teilnehmen. Natascha (25 Jahre alt) hat an einem solchen europäischen Freiwilligendienst (EFD) teilgenommen. Nach der Schule stand für sie fest, dass sie gerne ins Ausland möchte und sie ist auf die Entsendeorganisation Via e.V. in Lüneburg aufmerksam geworden. Der Verein für internationalen und interkulturellen Austausch ist eine Entsendeorganisation für den EFD und führt pädagogische Begleitseminare für internationale Freiwillige durch. Aus der EFD-Datenbank hat sich Natascha den integrativen Kindergarten Casa Minunata in Oradea (Rumänien), unmittelbar an der ungarischen Grenze, ausgewählt. Unterkunft, Finanzierung und Anreise wurden über das Programm Erasmus+ JUGEND in Aktion gewährleistet, sodass Natascha ohne große Aufwand für 9 Monate nach Rumänien reisen konnte.

„Stadt und Land konnte ich durch die jugendliche Brille kennenlernen“

Ihre Aufgaben in dem Kindergarten bestanden hauptsächlich aus Basteln, Malen und Spielen mit den Kindern. Sie erinnert sich zurück, dass sie auch einen spielerischen Deutschkurs mit den Kleinen umgesetzt hat. Dadurch lernten die Kinder Schritt für Schritt einzelne deutsche Wörter, sodass sie bei der Weihnachtsaufführung in der Lage waren „Morgen kommt der Nikolaus“ zu performen. Nachdem sie einen Intensivsprachkurs absolviert hatte, beschloss sie zusätzlich einmal in der Woche das Autisten-Zentrum „Asociatia SOS Autism Bihol“ zu besuchen. Dort setzte sie nicht nur pädagogische Aufgabenfelder um, sondern assistierte auch der Physiotherapeutin. Zudem gab es Seminare für alle Freiwilligen, um schnell Kontakte knüpfen zu können. Die lokalen Freiwilligen zeigten den Anderen alles. Natascha bewertet das positiv und erzählt mir, dass sie dadurch „Stadt und Land durch die jugendliche Brille kennenlernen konnte“.

Internationale Eindrücke

Untergebracht wurde Natascha in einer Wohngemeinschaft mit anderen internationalen Freiwilligen. „Dadurch habe ich nicht nur Rumänien als neues Land kennengelernt, sondern verschiedene Eindrücke aus europäischen Ländern mitgenommen“, erzählt sie mir. Durch Unternehmungen wie gemeinsames Kochen, konnte man die Anderen an seiner Kultur teilhaben lassen und eventuelle Vorurteile wurden schnell aus der Welt geräumt. Ein besonders einprägendes Erlebnis hatte sie während eines Ausflugs in die Karpaten. Den Weg durch das steinige Hochgebirge mit dem traumhaften Ausblick assoziierte sie mit dem Weg des EFD. Zusammen mit allen Freiwilligen zeichnete sie nach dem Spaziergang die Entwicklung des Freiwilligendienstes auf. „Es gibt immer steinige Zeiten, in denen es nicht so gut läuft oder man Heimweh hat“, sagt sie, „aber nach jedem Tief kommt bekanntlich ein Hoch“.

„Meine Begeisterung gebe ich gerne an Gleichaltrige weiter“

Nach ihrem Rumänien-Aufenthalt sei ihre Reiselust noch nicht gesättigt gewesen, erklärt sie mir. Deswegen hätte sie sich dazu entschieden in Dänemark zu studieren, um noch weitere Teile Europas erkunden zu können. Seit ihrem Freiwilligendienst ist sie ehrenamtlich bei den EuroPeers tätig, was sie „immer wieder als eine große Bereicherung“ sieht. Denn dort trifft sie auf Leute, die dasselbe erlebt haben und mit denen sie gemeinsam in Erinnerungen schwelgen kann. In dem Rückkehrerprojekt hat sie zudem die Möglichkeit ihre Begeisterung an Gleichaltrige weiterzugeben. Die EuroPeers bieten z. B. Workshops in Schulen an und mittlerweile führt sie als Junior-Teamer auch neue EuroPeers ins Netzwerk ein.



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