Jill Frenz

Interkulturelle Erfahrungen sammeln: Workcamps und Freiwilligendienste mit ijgd oder Kolping

Sich im Ausland für ehrenamtliche Projekte zu engagieren verbindet Menschen. Workcamps oder Freiwilligendienste sind gute Möglichkeiten, fremde Kulturen kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen. Die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste und Kolping präsentieren ihre Arbeit auf dem 16. Kinder- und Jugendhilfetag in Düsseldorf.

Eine junge Frau steht auf einem Messestand
BildImage: Jill Frenz

In einem internationalen Workcamp treffen sich Jugendliche aus der ganzen Welt und aus verschiedensten Kulturen, um drei Wochen lang zusammen zu leben und sich für ein gemeinnütziges Projekt zu engagieren. Die Gruppen leisten freiwillige, unentgeltliche  Arbeit und organisieren Alltag und Freizeit komplett selbstständig. Ein möglicher Workcamp-Organisator sind die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste, kurz ijgd. Die ijgd arbeiten mit Partnerorganisationen aus etwa 30 Ländern weltweit im Netzwerk der „Alliance of European Voluntary Service Organisations“ zusammen – sodass es eine jährliche Auswahl aus über 2000 Projekten gibt. Wer an einem Workcamp im Ausland teilnehmen will, muss in der Regel 18 Jahre alt sein, nach oben gibt es allerdings keine offizielle Altersgrenze.

Heterogene Gruppe absolviert Freiwilligendienste

Inzwischen bietet ijgd auch Freiwilligendienste an. Die Freiwilligendienste werden von sechs Geschäftsstellen und deren Regionalbüros aus organisiert. „Die Gruppe, die sich für Freiwilligendienste interessiert und sich bei uns meldet, ist total heterogen – vom Schulabbrecher bis zum Studiumabsolventen ist alles dabei“, weiß Arno Thomas vom Bundesverein für internationale Jugendgemeinschaftsdienste und fügt hinzu: „Pädagogisch macht es das besonders interessant“.

Bildungstage zur optimalen Reflexion

Jeder Absolvent des Bundesfreiwilligendienstes nimmt außerdem an 25 zusätzlichen Bildungstagen der ijgd teil – die sich gewöhnlich in drei Blöcke gliedern und vor, während und nach dem Freiwilligendienst stattfinden. „Ich finde diese Tage enorm wichtig zur Reflexion und um möglichst viele Erkenntnisse  aus dem Freiwilligendienst mitzunehmen“, so Arno Thomas, der sich mit den Kollegen der ijgd etwas Kreatives für den Messestand ausgedacht hat: Schon von Weitem leuchten neonfarbene Post-it-Zettel, die an der Wand des Messestandes kleben und auf die Organisation aufmerksam machen.

Motto trifft den Nagel auf dem Kopf

Die Zettel sind das Ergebnis eines Brainstormings der Messe-Besucher und auf jedem von ihnen ist ein Gedanke niedergeschrieben: Spontane Gedanken, wie sich das Motto des deutschen  Kinder- und Jugendhilfetages „gemeinsam.gesellschaft.gerecht.gestalten“ mit dem ausgewählten  Motto der ijgd „Wir treffen den Nagel auf den Kopf“ verbinden lässt. Eben diesen Nagel treffen die ijgd so genau auf den Kopf, weil sich genau die vier Worte des Jugendhilfetag-Mottos auch in der Satztung des Vereins wieder finden – und um dem noch mehr Ausdruck zu verleihen, dürfen die Besucher am Messestand den Nagel sogar mal selbst auf den Kopf treffen: Mit einem Hammer schlagen sie Nägel in einen Baumstamm hinein und werden dafür anschließend mit einem Kugelschreiber in Nagelform belohnt.

Auch Kolping organisiert Workcamps und Freiwilligendienste

Am Stand der Kolping-Jugendgemeinschaftsdienste direkt nebenan geht es ebenfalls um Workcamps und Freiwilligendienste. Eva Groher, die im Rahmen ihres Studiums derzeit ein Praktikum bei der Kolping-Jugend absolviert,  berichtet den interessierten Besuchern hier von den verschiedenen Engagement-Möglichkeiten im Ausland: Von den Workcamps, bei denen Jugendliche sich in gemeinnützigen Projekten einsetzen und so neue Perspektiven erlangen können. Im Umgang und Austausch mit der Reisegruppe und den Menschen vor Ort können die Jugendlichen ihre eigenen Stärken erkunden.

Einen Beitrag zur Völkerverständigung soll der Bundesfreiwilligendienst der Kolping-Jugendgemeinschaftsdienste mit seiner internationalen und interkulturellen Jugendarbeit leisten. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen soll dadurch ein Bewusststein für soziale und gesellschaftliche Probleme entstehen. Das Leben in einer anderen Kultur regt die Teilnehmer dazu an, sich mit ihrer eigenen Lebenssituation auseinander zu setzen.

Von Teilnahme am Workcamp begeistert: „Interkulturell sehr viel gelernt“

Sie selbst habe vor ihrem Studium auch an einem Workcamp in Südafrika teilgenommen, erzählt Eva Groher mit strahlenden Augen. „Interkulturell habe ich während des Workcamps sehr viel gelernt. Wir haben einen deutschen Abend für die Afrikaner organisiert und sie haben uns ebenfalls ihre Kultur näher gebracht“, so die junge Frau, die sehr froh ist, diese wertvolle Erfahrung gemacht zu haben – und dieses Erlebnis auch anderen empfiehlt.



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