Christian Herrmann

5. Parlamentarischer Abend der internationalen Jugendarbeit ein voller Erfolg

Der 5. Parlamentarische Abend der internationalen Jugendarbeit fand am Abend des 7. März 2012 in der der Landesvertretung des Saarlandes in Berlin statt. Unter dem Motto „Lernen ohne Grenzen“ hatten die in der internationalen Jugendarbeit aktiven Organisationen zu Diskussionen und zum Austausch mit Bundestagsabgeordneten eingeladen. IJAB führte gemeinsam mit dem Deutsch-Französischen Jugendwerk einen Thementisch zur außerschulischen Bildung durch.

Staatssekretär Dr. Hermann Kues bei der Eröffnung des 5. Parlamentarischen Abends
Staatssekretär Dr. Hermann Kues bei der Eröffnung des 5. Parlamentarischen Abends BildImage: David Ausserhofer

Staatssekretär Dr. Hermann Kues, IJAB-Vorsitzender Lothar Harles und Lutz Stroppe, Abteilungsleiter für Kinder und Jugend im BMFSFJ
Marie-Luise Dreber, Direktorin von IJAB mit Gespräch mit Florian Bernscheider, jugendpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion

Der Abend wurde unter der Federführung des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) organisiert, darüber hinaus waren Baltic Sea, ConAct - Koordinierungszentrum deutsch-israelischer Jugendaustausch, IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland, die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, Tandem - Koordinierungszentrum für deutsch-tschechischen Jugendaustausch, Jugend für Europa - Deutsche Agentur für EU-Programm Jugend in Aktion und das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW) an der Konzeption und Durchführung beteiligt.

Rund 250 Gäste aus dem Bundestag, aus Ministerien, aus der Jugendverbandsarbeit und aus vielen unterschiedlichen Vereinen waren der Einladung der Austauschorganisationen in die Landesvertretung des Saarlandes gefolgt, der durch den Parlamentarischen Staatssekretär des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Herrn Dr. Hermann Kues mit einer inhaltlich profunden Rede eröffnet wurde, nachdem die Generalsekretäre des DFJW, Dr. Markus Ingenlath und Béatrice Angrand sowie der Bevollmächtigte des Saarlandes beim Bund, Jürgen Lennarz, ein Grußwort an die Gäste gerichtet hatten. Eine Einführung in den „Krump-Tanz“ durch die Neuköllner Jugendgruppe „Buk-Unit“, die einen deutsch-französischen Jugendaustausch im Rahmen des 25. Städtepartnerschaftsjubiläums Berlin-Paris durchführt, rundete die Eröffnung des Abends ab.

Den Mittelpunkt dieses 5. Parlamentarischen Abends stellten die Diskussionen an den vier Thementischen dar, an denen aktuelle für die internationale Jugendarbeit relevante Inhalte diskutiert wurden. Fragen zur Demokratieentwicklung in unterschiedlichen politischen Strukturen, zur Nachhaltigkeit der Bildung im internationalen Jugendaustausch, zur Rolle der außerschulischen Bildung in Zeiten der Globalisierung und zu den Zugangschancen sowie dem Bildungspotential europäischer und internationaler Jugendarbeit bildeten die Leitfragen, an denen sich die Diskussionen orientierten. 

IJAB moderierte mit dem Deutsch-Französischen Jugendwerk den gemeinsam konzipierten Thementisch „Außerschulische Bildung – schmückendes Beiwerk oder notwendiges Rüstzeug in Zeiten der Globalisierung“. Marie-Luise Dreber (IJAB) und Dr. Markus Ingenlath (DFJW) diskutierten unter reger Beteiligung des Publikums mit den Abgeordneten Florian Bernschneider (FDP), Heidrun Dittrich (Die Linke), Dr. Ernst Dieter Rossmann (SPD) und Uwe Schummer (CDU/CSU). Thematisiert wurde die Bedeutung der außerschulischen Bildung für sozial benachteiligte junge Menschen im Sinne eines ganzheitlichen Bildungsverständnisses. Kooperationen von nicht-formaler und formaler Bildung bieten im Rahmen von Ganztagsschule gute Chancen alle jungen Menschen zu erreichen – auch durch Angebote der internationalen Jugendarbeit. Dr. Ernst Dieter Rossmann wies darauf hin, dass die Ganztagsschule als breit aufgestelltes Schulangebot unvermeidlich kommen werde. Es sei für die Akteure außerschulischer Bildung gewinnbringend offen auf sie zuzugehen und sie mitzugestalten. Vor allem die Vertreter der Jugendverbände verwiesen im Gegenzug auf das Prinzip der Freiwilligkeit in der Jugendarbeit, das nur schlecht mit schulischen Strukturen vereinbar sei. Hier fehle es an geeigneten politischen Rahmenbedingungen. In diesem Zusammenhang wurde auch die finanzielle Ausstattung der Jugendarbeit angesprochen. Diese stagniere seit Jahren, bzw. sei rückläufig. Die Abgeordnete Heidrun Dittrich bekräftigte dies. „Internationaler Austausch kostet Geld, Bildung kostet Geld“ stellte sie fest. Florian Bernschneider wünschte sich möglichst konkrete Vorschläge und kreative Ideen, die er gerne bereit sei, in seiner politischen Arbeit aufzugreifen. „Mehr Geld allein“, sei für ihn jedoch keine Lösung, sinnvoller seien zum Beispiel transparentere und einer sich verändernden Jugendarbeit angepasste Förderinstrumente. Große Erwartungen wurden auch an die Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik geknüpft.
Die meisten vertretenen Abgeordneten kennen die Leistungen internationaler Jugendarbeit und außerschulischer Bildung aus eigenem Erleben und konnten ihre persönlichen Erfahrungen anschaulich schildern. Auch deswegen ist ihnen ein eigenständiges europäisches Jugendprogramm wichtig. Der Abgeordnete Uwe Schummer plädierte daher dafür, den Vorschlag der Europäischen Kommission für ein einheitliches Bildungsprogramm „Erasmus für alle“ zum Gegenstand noch stärker Absprachen zwischen Bildungs- und Jugendausschuss zu machen und gemeinsam dagegen vorzugehen.

Wichtigste Message des Abends ist, dass es sich vor allem in Krisenzeiten lohnt, in die internationale Jugendarbeit zu investieren. Der Mehrwert an persönlichen, sozialen und beruflichen Kompetenzen, den Jugendliche aus einem professionell vorbereiteten und fachlich qualifiziert begleiteten  internationalen Jugendaustausch mitnehmen, lohnt die Investition allemal.

Quelle: Deutsch-Französisches Jugendwerk (DFJW), IJAB



5. Parlamentarischer Abend im März 2012 in Berlin

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