Cathrin Piesche

"Erasmus für alle" soll laufende EU-Programme zusammenführen

Die Europäische Kommission hat am 23. November ihren Vorschlag für „Erasmus für alle“, das neue EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport vorgelegt. Damit würden die sieben laufenden EU-Programme zu diesen Themen zu einem einzigen zusammengeführt.

BildImage: © Eduard Härkönen / Fotolia

Mit den im neuen Programm vorgesehenen Stipendien könnten bis zu 5 Millionen Menschen – fast doppelt so viele wie bisher – einen Teil ihres Bildungswegs im Ausland absolvieren, darunter fast 3 Millionen Lernende in der Hochschul- und Berufsbildung.

Für Master-Studierende ist zudem ein neues Garantieinstrument für Studiendarlehen vorgesehen, das gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank-Gruppe eingerichtet werden soll. Das auf sieben Jahre angelegte Programm „Erasmus für alle“ mit einem Gesamtbudget von 19 Mrd. Euro soll im Jahr 2014 anlaufen.

„Investitionen in die allgemeine und berufliche Bildung sind die besten Investitionen in die Zukunft Europas. Bildungsaufenthalte in anderen Ländern verbessern die Fertigkeiten der Bürgerinnen und Bürger, tragen zu ihrer persönlichen Entwicklung bei und steigern ihre Anpassungs- und Beschäftigungsfähigkeit. Wir wollen dafür sorgen, dass mehr Menschen EU-Stipendien erhalten, um solche Möglichkeiten zu nutzen. Zugleich müssen wir mehr Mittel für qualitative Verbesserungen auf allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung bereitstellen, damit wir weltweit zur Spitzengruppe zählen und die Beschäftigung und das Wachstum steigern können“, erklärte Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend.

Hintergrund

„Erasmus für alle“ würde alle derzeitigen EU-Programme für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport auf europäischer und internationaler Ebene in sich vereinen. Laut Kommission bedeute dies, dass sieben laufende Programme durch ein einziges neues ersetzt würden, was mehr Effizienz, einfachere Antragsverfahren für Finanzhilfen und weniger Doppelarbeit und Zersplitterung mit sich bringe.

Die Kommission schlägt vor, das Programm mit einem Budget von 19 Mrd. EUR für den Zeitraum 2014-2020 auszustatten, was einem Zuwachs gegenüber dem laufenden Siebenjahreszeitraum um rund 70 % entspricht. Dieser Betrag, in dem die prognostizierte Inflation berücksichtigt ist, umfasst auch die für die internationale Zusammenarbeit vorgesehenen Ausgaben.

Im Zentrum des neuen Programms stünden laut Kommission der Mehrwert auf EU-Ebene und die systemrelevante Wirkung. Zu diesem Zweck würden drei Arten von Aktionen gefördert: Lernangebote – innerhalb und außerhalb der EU – für Einzelpersonen; institutionelle Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen, Jugendorganisationen, Unternehmen, lokalen und regionalen Behörden und Nichtregierungsorganisationen; Unterstützung von Reformen in den Mitgliedstaaten, um die Bildungs- und Berufsbildungssysteme zu modernisieren und Innovation, Unternehmergeist und Beschäftigungsfähigkeit zu fördern.

Mehr zum Thema:

>>> "Unvereinbar: Erasmus für Alle" bei Jugendpolitik in Europa

>>> Stellungnahme der Youth Intergroup des Europäischen Parlaments zum Kommissionsvorschlag "Erasmus für alle"

>>> "Youth in Action: Youth Organisations Demand a Strong Independent Programme for Youth in the post-2013 EU Budget" beim European Youth Forum

Nächste Schritte

Der Programmvorschlag wird nun vom Rat (den 27 Mitgliedstaaten) und vom Europäischen Parlament erörtert, die über den endgültigen Finanzrahmen 2014-2020 entscheiden.

Weitere Informationen (Download PDF):

Alle Informationen auch im Internet unter: ec.europa.eu/education/erasmus-for-all

[Quelle: Pressemitteilung Europäische Kommission, IP/11/1398,  23.11.2011]



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