Kerstin Giebel

„Daten, Zahlen, Fakten. Und jetzt?“ Interpretationsworkshop zur Evaluation von Kinder- und Jugendfreizeiten und Internationalen Jugendbegegnungen

Am 7. Dezember 2017 trafen sich Vertreter/-innen von Organisationen, die internationale Jugendbegegnungen, Workcamps, Kinder- und Jugendfreizeiten oder KonfiCamps anbieten, zu diesem Fachtag, bei dem sich alles um Evaluationsergebnisse und die Möglichkeiten ihrer Verwertung drehte.

BildImage: i-eval

Wodurch zeichnen sich unsere Angebote im Vergleich zu anderen Anbietern aus? Treffen wir mit unseren Konzepten die Bedarfe und Wünsche unserer Zielgruppe? An welchen Stellschrauben können wir drehen, um unseren Teilnehmenden besser gerecht zu werden? Mit welchen Argumenten können wir belegen, dass unsere Arbeit wichtig und förderwürdig ist?

Diese und viele weitere Fragen waren Gegenstand des Interpretationsworkshops, zu dem der Forschungsschwerpunkt Non-formale Bildung und die Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend in NRW eingeladen hatten.

Besonders auch Fachkräfte, die sich mit ihren internationalen Jugendbegegnungen oder Workcamps an der Panelstudie im Rahmen der Zugangsstudie beteiligten, hatten hier die Gelegenheit, sich untereinander und mit den Verantwortlichen von i-EVAL auszutauschen.

Der Vormittag: Überblick über bestehende i-EVAL-Tools und deren Mehrwert für die Arbeitsfelder

Nach einem Einstieg, in dem Judith Dubiski und Wolfgang Ilg die Entstehungsgeschichte und Grundgedanken des Evaluations-Tools zusammenfassten und über den aktuellen Stand der Online-Plattform berichteten, wurden die vielfältigen Möglichkeiten zur Datenauswertung vorgestellt, die i-EVAL bietet. So können Träger vor Ort sowohl eine einzelne Begegnung als auch beispielsweise alle Begegnungen eines Jahres auswerten. Sie können Einsicht in ihre Ergebnisse (freiwillig) den übergeordneten Dachorganisationen oder Zentralstellen sowie dem Forschungsteam hinter i-EVAL gewähren. Zentralstellen können dann die Begegnungen, für die ihnen von den Trägern Einsicht gewährt wurde, übergreifend auswerten; ebenso können aus den Evaluationsergebnissen Erkenntnisse für die Forschung zu internationaler Jugendarbeit gewonnen werden, wie dies im Rahmen der Panelstudie der Fall ist.

Der Nachmittag: Bedarfsorientierte Workshops

Am Nachmittag standen in zwei parallel stattfindenden Workshops die spezifischen Interessen und Fragen der Teilnehmenden im Mittelpunkt. Der erste Workshop wurde von Thorsten Schlüter, Gabi Jahn und Wolfgang Ilg geleitet. Er diskutierte anhand „echter“ Daten aus dem Sommer 2017 unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten sowie Weiterentwicklungsbedarfe des Evaluationstools. In den Debatten wurde deutlich, welches Potenzial für die pädagogische Arbeit die erhobenen Daten bieten: „Wie habt ihr eure hohen Partizipationswerte erreicht? Können wir da von euch lernen?“ – solche Fragen zeigen, wie sich aus „nackten Daten“ rasch konzeptionelle Weiterentwicklungen ergeben.  

In einem zweiten Workshop, angeleitet durch Kerstin Giebel und Judith Dubiski, wurde die Evaluation mit i-EVAL in den Gesamtprozess des Qualitätsmanagements eingebettet und diskutiert, welche Funktionen Evaluation in dieser Perspektive haben kann und wo bzw. wie Evaluationsergebnisse eingesetzt werden können. Dabei ging es um folgende zentrale Fragen: Welche Motive haben Sie als  Organisation, eine Maßnahme zu evaluieren (trägerinterne und externe)? Wie fügt sich i-EVAL in mögliche Qualitätsprozesse in Ihrer Organisation ein? Welche Schlussfolgerungen können Sie aus den  Rückmeldungen der Teilnehmenden für die konzeptionelle und pädagogische Weiterentwicklung Ihrer internationalen Begegnungen und Freizeiten ziehen?

In einer abschließenden Runde zeigten sich die Teilnehmenden zufrieden mit dem Tag und beeindruckt von den Möglichkeiten, die i-EVAL bietet. Zugleich wurde der Bedarf an weiterem kollegialem Austausch und gemeinsamer Interpretation von Evaluationsdaten deutlich, welcher durch vergleichbare Veranstaltungen gedeckt werden könnte.

Im Kontext der Panelstudie, die auf einem (noch weiter im Aufbau befindlichen) stabilen Sample von Trägern der internationalen Jugendarbeit beruht, zeigt sich besonders deutlich, welchen Gewinn das Evaluationstool auf den unterschiedlichen Ebenen – vor Ort, auf Ebene der Dachorganisationen, für die Fachpolitik und den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn – bietet, zumal wenn ein offener, kollegialer und partizipativer Diskussionsprozess damit verbunden ist. Einen solchen anzuregen und über die Laufzeit der Zugangsstudie hinaus fortzuführen wird eine zentrale Aufgabe im Sinne der Nachhaltigkeit der Zugangsstudie sein. Nähere Informationen dazu unter www.zugangsstudie.de

Links zu den beiden frei zugänglichen Online-Plattformen für die eigenständige Evaluation:
www.i-eval.eu (für Jugendbegegnungen)
www.i-eval-freizeiten.de (für Kinder- und Jugendfreizeiten)

Allgemeine Informationen unter: www.freizeitenevaluation.de



Kommentare ( 0 )

Kommentare schreiben

Noch 1000 Zeichen

Begleiten Sie uns

RSS-Feed abonnieren IJAB auf Facebook IJAB-Alumni-Gruppe auf Facebook IJAB auf Twitter IJAB auf YouTube

Newsletter