Martina Nixdorf-Pohl

Fachkongress zur Kooperation von Jugendbildung und Schule

Der Fachkongress „Gemeinsam bilden. Kooperationsmodelle von Jugendbildung und Schule“ bot die Gelegenheit, Projekterfahrungen, die neuesten Erkenntnisse und Praxismodelle kennenzulernen und gemeinsam Qualitätsvoraussetzungen und -kriterien für eine verbesserte Zusammenarbeit von Außerschulischer Jugendbildung und Schule zu diskutieren.

Der Kongress fand am 24. März 2011 in Berlin statt. Er zeigte: Außerschulische Jugendbildung ist ein unverzichtbarer Teil der Bildung in Deutschland, hat ein eigenes Profil und eigene Qualitäten einzubringen und erweitert und verbessert damit die Bildungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen.

Bildungschancen für alle Kinder und Jugendliche zu schaffen, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, ist das Ziel der Kinder- und Jugendarbeit. Mit zielgruppengerechten Angeboten nicht-formaler und informeller Bildung leistet sie einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und zur kulturellen, politischen, sportlichen, ökologischen, sozialen und interkulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen. Ihre Angebote wecken und unterstützen soziales und politisches Engagement und vermitteln notwendige Gestaltungskompetenzen für gesellschaftliche Teilhabe.

Diese Angebote macht die Außerschulische Jugendbildung auch in Kooperation mit Schulen. Kooperationen von Außerschulischer Jugendbildung und Schule stärken Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung - unabhängig von ihrer Herkunft und ihrer sozialen Situation - und leisten einen direkten Beitrag zur Bildungschancengleichheit.

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) hatte in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), dem Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI), ARBEIT UND LEBEN/VHS und IJAB- Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland  e.V. zum ersten gemeinsamen Fachaustausch auf Bundesebene aufgerufen. IJAB ist Träger des Modellprojektes „Interkulturelles Lernfeld Schule (IKUS), das im Oktober 2009 als letztes Projekt der Bündelmaßnahme startete. 220 Teilnehmer/-innen aus  Praxis, Verwaltung, Politik und Kultur waren dem Aufruf gefolgt, sich mit Modellen gemeinsamer Bildungsverantwortung von Jugendbildung und Schule auseinanderzusetzen.  An der Gemeinschaftsinitiative „Gemeinsam geht’s besser“ beteiligte Forscher zeichneten in Impulsreferaten ihre Visionen von einer gelingenden Zusammenarbeit und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen. Prof. Fuchs, Ehrenvorsitzender der BKJ, stellte das von der BKJ seit vielen Jahren verfolgten Modell der Kulturschule vor, Prof. Thimmel (FH Köln) betonte den eigenständigen Bildungsauftrag der Jugendbildung gegenüber der Schule und Prof. Stolz (DJI) unterstrich die gemeinsam getragene Forderung der gerechten Teilhabe von Jugendlichen an Bildung, Kultur und Politik. Die zentrale These von Prof. Thomas (Universität Regensburg) lautet: „Schule ist bisher nicht als interkulturelles Erfahrungs-, Lern- und Handlungsfeld verstanden worden. Das muss sich ändern. Internationale Jugendarbeit ist ein kompetenter Partner, um Schulen auf diesem Weg zu begleiten.“

Für die Schaffung eines gemeinsamen strategischen Dachs plädierte Wilhelm Röhrig vom BMFSFJ und auch dafür,  die Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule im Kinder- und Jugendhilfeplan zu verankern. Jugendträger und Forschung können starke Partner auf diesem Weg sein.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass die Zusammenarbeit von Schule und außerschulischer Bildung eine Aufgabe und ein Erfordernis der Zukunft ist. Dabei gehen die Beteiligten von einem erweiterten Bildungsverständnis aus, dem eine ganzheitliche Betrachtung zugrundeliegt, non-formales und informelles Lernen ebenso einschließt wie die Notwendigkeit lebenslangen Lernens.



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