Christian Herrmann

„Jugendpolitik können wir nur mit euch gemeinsam machen“

In Berlin startete am 7. Mai der J7 Summit. Jugendliche aus aller Welt diskutieren die Themen des G7-Gipfels und formulieren ihre Erwartungen an die Entscheidungen der Staatschefs der großen Industrienationen in einem Positionspapier. Mit dem ersten Tag sind die Jugendlichen zufrieden.

Gruppenbild vor dem Brandenburger Tor
BildImage: Christian Herrmann   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0

Großer Bahnhof für die Teilnehmer/-innen des J7 Summits im Bundesjugendministerium: Presse und Fernsehen sind gekommen und drängen sich im Eingangsbereich. Marie-Luise Dreber, Direktorin von IJAB begrüßt jeden einzelnen Jugendlichen per Handschlag und ein sichtlich gut gelaunter Thomas Thomer, Unterabteilungsleiter im Bundesjugendministerium, eröffnet das Frühstücksbüffet. „Ich war beim Auswahlverfahren für das deutsche Team dabei“, sagt er, „ich weiß deshalb, wie engagiert ihr seid. Beim G7-Gipfel wird über eure Zukunft entschieden. Erhebt deswegen eure Stimme, so laut ihr könnt!“

Eine Woche lang werden die Jugendlichen in Berlin bleiben. Sie kommen aus den Mitgliedsstaaten der G7-Länder, aus weiteren Ländern der Europäischen Union und aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Gemeinsam werden sie die Themen diskutieren, die die Staatschefs der G7 Anfang Juni in Elmau bei München auf der Tagesordnung haben. Sie werden ein gemeinsames Positionspapier zu den Gipfelthemen vorlegen und ein weiteres Thema ihrer Wahl auf die Agenda der Politik setzen. Der J7 Summit geht auf eine Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel zurück, die einen Konsultationsprozess mit der Zivilgesellschaft im Vorfeld des G7-Gipfels in Gang gesetzt hat – ein Teil davon ist der Jugendgipfel, eine Veranstaltung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und UNICEF in Kooperation mit IJAB.

In ihrem Grußwort macht die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesjugendministerium, Caren Marks deutlich, dass sie die Belange der Jugendlichen ernst nimmt:
„Es ist an der Zeit, Politik gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen zu machen. Mit dem J7-Gipfel geben wir Jugendlichen eine internationales Forum, um Wünsche, Ziele, Hoffnungen und Ansprüche an die G7-Vertreter weiterzugeben.“

Das findet auch Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. Er sieht die Chance Kinderrechte in praktische Politik zu wenden und Jugendlichen Gehör in der internationalen Politik zu verschaffen. „Was Jugendliche leisten können, das haben wir zuletzt im Libanon gesehen“, erinnert Schneider. „Zu den 4 Millionen Einwohnern des Landes sind eine Million Flüchtlinge aus Syrien gekommen. Natürlich schafft das Konflikte, auch gewaltsame. Aber es sind die jungen Leute, die die Brücken zwischen den Menschen bauen.

Wohin gehen Touristinnen und Touristen, wenn sie nach Berlin kommen, als erstes?“ fragt Staatssekretärin Marks die Jugendlichen. Zum Brandenburger Tor natürlich! Für die Summit-Teilnehmer/-innen ist es die erste Gelegenheit, eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt zu sehen. Zahlreiche Gruppenbilder und Selfies entstehen – darunter auch ein großes Gruppenfoto mit einer lachenden Staatsekretärin in der Mitte. Inzwischen haben sich die Grenzen der Länderdelegationen längst aufgelöst. Man steht in gemischten Gruppen beieinander, redet, lernt sich kennen. Bevor es ins Tagungshotel nach Kleinmachnow geht, gibt es noch eine landestypische Bratwurst zur Stärkung.

In Kleinmachnow beginnt der Ernst des J7 Summits. Nicola Sommer, Referatsleiterin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, erinnert nochmal an den gesamten Rahmen des Konsultationsprozesses und die Chancen, die sich daraus ergeben, dann geht es los mit einem Simmulationsspiel. „Stellt euch vor, ihr seid die Staatschefs der G7 und könnt 23 Milliarden Dollar für die Themen des G7-Gipfels ausgeben“ fordert Moderator Jasson Jakovidis die Jugendlichen auf.  Die großen Oberthemen kennen natürlich alle längst. Der Schutz der Meere, Gesundheit, eine faire Weltwirtschaft und die Stärkung der Rechte von Frauen und Mädchen gehören dazu. Wie soll man die Gelder nun gewichten und verteilen? Und was kann man in einem solchen Rollenspiel über die Funktionsweise eines Gipfels lernen? Die Arbeit hat begonnen – zunächst spielerisch.

Was denken die Jugendlichen über den ersten Tag des J7 Summit? Beim deutschen Team ist man zufrieden. Yolanda, Sang-Jin, Martin, Lilian-June, Jessica und David freuen sich darauf mit den anderen Teilnehmer(inne)n diskutieren zu können. Wenn etwas Konkretes dabei herauskäme, etwas zum Anfassen, das Wirklichkeit geworden ist, das wäre schön, finden sie. Und es soll nicht nach dem Summit zu Ende sein, wünschen sie sich. Ein Netzwerk könnte doch entstehen, in dem man weiterarbeiten könnte. Ob sie sich von der Politik ernstgenommen fühlen? „Ja, absolut“, meint Martin, „das ist nicht einfach nur eine Werbemaßnahme“. „Toll, dass das ermöglicht wird“, findet Yolanda. Und dann geht es an die Arbeit.

Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0


Start des J7 Summit, Berlin, 07.05.2015

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