Elias Mastoras

Ein Fußball für blinde Kinder – ein neues Instrument für alle

Die Jugendorganisation Youthorama der Gemeinde Pylaia-Hortiati schuf erstmalig weltweit einen Blindenfußball, der auch für Kinder geeignet ist. Elias Mastoras, Präsident von Youthorama, zuständiger Koordinator für die Schiedsrichter des Internationalen Blindensportverbands weltweit – und Trainer im zweiten Deutsch-Griechischen Jugendforum – erklärt, wie der Ball für blinde Kinder als Methode für Inklusion auch im deutsch-griechischen Jugendaustausch genutzt werden kann.

Mehrere junge Menschen in Sportkleidung stehen auf einem Spielfeld.
BildImage: Youthorama


Elias Mastoras, Bild: Christian Herrmann

Elias Mastoras ist Vorsitzender der griechischen Jugendorganisation Youthorama in der Gemeinde Pylaias-Chortiati. Indem er sich die sechs Fertigkeiten eines Jugendtrainers aneignete, schaffte er eine „comfort zone“ im Bereich der non-formalen Bildung zu Themen wie Jugendpolitik, Bildungsarbeit zu Menschenrechten, Ausbildung und Qualität im Europäischen Freiwilligendienst, Programmen, in denen die non-formale Bildung auf die formale Bildung trifft, Sport und Inklusion.

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Über Youthorama

Youthorama wurde 2003 als Sport-, Kultur- und Bildungsverein gegründet und ist in der Gemeinde Pylaia-Hortiati in Thessaloniki ansässig. Der Verein veranstaltet jeden Monat offene Jugendtreffen und greift die Wünsche der Mehrheit seiner 50 jungen Mitglieder im Alter zwischen 14 und 25 Jahren zur Umsetzung verschiedener Projekte auf. Während des laufenden Jahres beteiligt sich der Verein an Erasmus+ Programmen mit Jugendaustausch und Aufbau von strategischen Partnerschaften, an Programmen der Europäischen Jugendstiftung des Europarats, um ein Pilotprojekt für Jugendliche vor Ort zu implementieren, und pflegt eine langfristige Kooperation mit der Internationalen Stiftung Save the Dream mit Sitz in Katar.

Alle gewinnen

Youthorama ist rechtmäßig zuständiger Träger für das Programm Erasmus+ Sport mit Partnern aus Italien und Spanien. Im Rahmen des Jahresaktionsplans wurde erstmalig weltweit auch ein Blindenfußball für Kinder geschaffen. Dieses Programm besteht aus drei Säulen: Erzeugung eines Bildungsinstrumentariums für Inklusion auch für allgemeinbildende Grundschulen und für Sonderschulen der Grundstufe mithilfe des neuen Balls. Parallel dazu wird die internationale Kampagne „Alle gewinnen“ implementiert mit dem Ziel zu Themen der Vielfalt und der Inklusion aller Menschen im Alltag zu sensibilisieren. Dieses Programm wird zudem auch internationalen Institutionen vorgestellt mit dem Ziel, den Ball, blinden Kindern und Schulen weltweit kostenlos zur Verfügung zu stellen. Solche Bälle wurden bereits den Schüler(inne)n der Blindenschule Thessaloniki zur Verfügung gestellt und der nächste Schritt sieht eine landesweite Verteilung der Bälle in den Schulen vor.

Der Ball in Katar

Das Programm wurde im Februar 2017 in Doha, Katar, im Rahmen der Festlichkeiten des Nationalen Sporttags vorgestellt. Die Aktion wurde unterstützt durch die internationale Stiftung Save the Dream, die eine langfristige Zusammenarbeit mit Youthorama zu Inklusions- und Sportthemen aufgebaut hat. Der Veranstaltung wohnte der ehemalige Fußballer von  Barcelona, Xavi Hernandez, bei sowie weitere berühmte Sportler/-innen, die in Katar leben.

Die Auftaktveranstaltung fand in Griechenland mit 120 jungen Teilnehmer(inne)n aus 10 Ländern des Erasmus+ Jugendprogramms der Nationalagenturen im Einkaufszentrum Mediterranen Cosmos statt. Das Publikum beteiligte sich interaktiv an den Sportspielen und die Veranstaltung wurde live im öffentlichen Fernsehen übertragen. Berichtet wurde auch in Fachsendungen wie „Sechster Sinn“ und in den Abendnachrichten landesweit.

Der Ball im deutsch-griechischen Jugendaustausch

Erste Priorität für die Trägerorganisation ist mit Unterstützung internationaler Stiftungen, die Entwicklung eines Bildungsinstruments für öffentliche Schulen. Mit dem Ball für Alle als Konzept – als Produkt speziell für blinde Kinder entwickelt – wendet sich Youthorama auch an deutsche Einrichtungen, die diese Initiative junger Leute in Griechenland bzw. Deutschland fördern möchten. Ziel ist die Inklusion aller Jugendlichen in die Formate und Methoden der formalen und der non-formalen Bildung und dabei auch den neuen Ball kostenlos allen blinden Kindern, aber auch den Grundschulen in beiden Ländern, zur Verfügung zu stellen. Der Träger erhofft sich durch diesen Beitrag weitere Einrichtungen zu sensibilisieren, die die Visionen von Youthorama für die Jugend teilen. Die bezweckte Resonanz beschränkt sich nicht nur auf die blinden Schüler/-innen des Landes, sondern bezieht auch alle öffentlichen Schulen mit ein. Es wurden bereits Schüler/-innen in zehn öffentlichen Schulen der Grundstufe im Umgang mit dem Ball trainiert und das Projekt wird über das gesamte Jahr fortgesetzt.

Der Ball in den Medien

Stratos Chatziapostolidis, Paraolympionike mit der Nationalmannschaft Griechenlands im Blindenfußball bei der Olympiade in Athen 2004 und Botschafter des Fußballs für blinde Kinder, erklärte gegenüber dem öffentlichen griechischen Fernsehen (ERT): „Es handelt sich um eine einzigartige Chance, Kindern den Blindenfußball nahe zu bringen, denn sie können den Ball hören und somit ohne Furcht damit spielen. Wichtig dabei ist, dass dank dieses neuen Inklusionsinstruments blinde Kinder gemeinsam mit gleichaltrigen Kindern ohne Sehstörungen spielen können. Der Ball ist sicher, da er nicht schwer ist bzw. keine Angst vor Körperkontakt bereitet.“ Die gesamte Präsentation im öffentlichen griechischen Fernsehen findet man unter webtv.ert.gr/ert3/06mai2017-ekti-esthisi-o-arithmos-112-ke-bales-gia-tifla-pedia/. In der gleichen Sendung äußerte sich auch der zweite Botschafter des Blindenfußballs, der Bürgermeister von Pylaia-Hortiati Ignatios Kaitetzidis, der die Bedeutung dieses innovativen Instruments hinsichtlich einer erfolgreichen Inklusion ins Spiel für alle Kinder, ob blind oder nicht, betonte und erklärte, dass dies der Grund sei, weshalb seine landesweite kostenlose Verteilung durch Organisationen und Stiftungen unterstützt werden müsse.

Der Ball beim zweiten Deutsch-Griechischen Jugendforum

Dieses Projekt wurde auch im Rahmen des  zweiten Deutsch-Griechischen Jugendforums in Thessaloniki vorgestellt mit dem Ziel, Partner und Förderprogramme für diese Initiative zu finden. Der Präsident der Jugendorganisation Youthorama war Teil des Trainerteams, das für die Umsetzung des Programms des Forums zuständig war, und am Forum nahm auch ein Mitglied von Youthorama teil: Die 22-jährige Teilnehmerin Areti Vasmatzoglou kommentierte das Forum in den Social Media: „Das zweite Deutsch-Griechische Jugendforum, das vom 5.-8. März 2017 in Thessaloniki stattfand, bezweckte eine Vernetzung von Jugendarbeitern aus beiden Ländern, um mögliche Kooperationen anzubahnen, Jugendprojekte vorzustellen und Gute Praktiken auszutauschen (…). Das Forum fokussierte das Thema soziale Inklusion und wie Internationale Jugendarbeit zur Inklusion beitragen kann. Die Teilnehmer/-innen tauschten sich aus über Themen wie: Inklusion von Geflüchteten/ Migrant(inn)en und ihren Nachfahren, Intoleranz, Fremdenhass und Rassismus und teilten Ansichten und Erfahrungen zu Jugendaustausch, Jugendarbeitslosigkeit, Jugendbeteiligung und Berufliche Bildung. Youthorama beteiligte sich aktiv am Forum und vereinbarte die Umsetzung eines trilateralen Projekts mit Thessaloniki, Athen und Deutschland zum Thema Jugendliche mit Behinderung.”

Der Ball in Deutschland

Der einzige auch für Kinder geeignete Blindenfußball sollte ursprünglich im Rahmen der Blindenfußball-Europameisterschaft in Berlin vom 17.-27.8.2017 mit parallelen Events vorgestellt werden. Wir hofften, dass bis dahin einen deutschen Partner gefunden hätten, der unsere Vision teilt, den Ball blinden Kindern und Jugendlichen im Jugendaustausch zur Verfügung zu stellen. Die ersten Eindrücke von der kostenlosen Verteilung des Balls an Schüler und Schülerinnen der Blindengrundschule Thessaloniki waren einzigartig. Die Koordinatorin des Programms Erasmus+ Sport berichtete, dass 15 Schüler/-innen jeweils einen Ball als ein Instrument für Selbstständigkeit in der Schule und in ihrem Alltag erhalten haben. Geplant ist ein Workshop für Kinder mit dem Paraolympioniken im Blindenfußball, um die Nutzbarkeit des neuen Fußballs optimal zu erweitern. Die Schüler/-innen werden die Gelegenheit haben, im Rahmen dieses Zusammentreffens Erfahrungen auszutauschen. Ziel ist es, den Ball bis September 2017 kostenlos an alle Kinder in Griechenland zu verteilen. Die Veranstaltung in der Blindengrundschule von Thessaloniki besuchte der Präsident und Leiter des Zentrums für Bildung und Rehabilitation Blinder Κ.Ε.Α.Τ.

Weitere Informationen auf der zweisprachigen Webseite der Trägerorganisation www.youthorama.gr sowie auf der zweisprachigen Webseite des Trainers und des Leiters des Vereins „Youthorama“, Elias Mastoras www.e-mastoras.eu.



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