Maria Chlorou

Good Practice: „Mendi“ und „Vetnet“ erproben die duale Ausbildung

Die Deutsch-Griechische Industrie-und Handelskammer hat im Rahmen der Weiterentwicklung des dualen Ausbildungssystems in Griechenland die Initiative ergriffen, die rudimentär existierenden Berufsschulen in Griechenland nach deutschem Vorbild auszubauen. Zurzeit laufen zwei Projekte, die vom BMBF gefördert werden – es handelt sich um die Projekte Mendi und VETnet.

Eine Gruppe von jungen Köchen
BildImage: Deutsch-Griechische Industrie-und Handelskammer

Griechenland-Special

eine deutsche und eine griechische Fahne

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Die Deutsch-Griechische Industrie-und Handelskammer hat im Rahmen der Weiterentwicklung des dualen Ausbildungssystems in Griechenland die Initiative ergriffen, die rudimentär existierenden Berufsschulen in Griechenland nach deutschem Vorbild auszubauen. Zurzeit laufen zwei Projekte, die vom BMBF gefördert werden – es handelt sich um die Projekte Mendi und VETnet.

Ziel dieser Pilotprojekte ist es, die duale Ausbildung nach deutschen Vorbild und Standards als eine Alternative zum bisher bevorzugten Universitätsstudium einzuführen und –langfristig- die hohe Jugendarbeitslosenquote in Griechenland zu bekämpfen.

Das Pilotprojekt Mendi (Mentoring Dual International) startete im September 2013 und hat eine dreijährige Laufzeit. In diesem Augenblick werden knapp 170 Auszubildende als Köche, Hotelfachleute und Restaurantfachleute im ersten sowie im zweiten Lehrjahr an zwei Standorten ausgebildet. Es wurden hierfür gemeinsam mit der griechischen Partnerberufsschule OAED (griechische Arbeitsagentur) zwei Pilotschulen gegründet und zwar in Athen und in Kreta. Dieses Projekt wird gemeinsam mit den Unternehmen Dekra Akademie, dem Unternehmen TUI sowie der Universität Osnabrück durchgeführt.
Das Pilotprojekt wurde bereits von der griechischen Regierung staatlich anerkannt und somit erhalten die Auszubildenden nach einer dreijährigen Ausbildung ein griechischen Zertifikat von der OAED-Berufsschule sowie ein weiteres, deutsches Zertifikat von der Deutsch-Griechischen Industrie-und Handelskammer.

Am Projekt Mendi nehmen zurzeit an die 60 Ausbildungshotels in ganz Griechenland statt. Schon nach kurzer Zeit war die Anerkennung dieses Projektes so hoch, dass mehr Ausbildungsplätze als benötigt von den griechischen Unternehmen angeboten wurden.

Die griechischen Auszubildenden hatten außerdem die Möglichkeit im Rahmen des Mobilitätsprojektes ‘Erasmus + Mobility’ ein vierwöchiges Praktikum in Hamburg zu absolvieren.

Das Projekt VETnet hingegen befasst sich mit der Einführung von technischen dualen Ausbildungsberufen, genauer mit den Berufen ‘Kraftfahrzeugmechatroniker‘ und ‚Elektroniker für Geräte und Systeme‘. An die 140 Ausbildungsplätze wurden bereits von griechischen Unternehmen angeboten - die Mehrzahl von der griechischen Eisenbahn, die sich sehr stark für dieses Projekt einsetzt. Bis heute konnte jedoch dieses Projekt nicht praktisch umgesetzt werden, da die staatliche Anerkennung noch aussteht. Grund hierfür sind die wiederholten Wahlen in Griechenland, die zur Folge haben, dass sich die zuständigen Ansprechpartner in den relevanten Ministerien ändern. Jedoch ist die Deutsch-Griechische Industrie- und Handelskammer zuversichtlich, mit der Umsetzung der dualen Ausbildung auch im technischen Bereich spätestens im kommenden Jahr beginnen zu können.

Die Industrie- und Handelskammer kann allgemein mit Hilfe ihres direkten Zugangs zu Unternehmen mit Marktkenntnissen, als Kommunikationsbrücke zwischen der Bildungsgemeinschaft und der Marktwirtschaft agieren. Anliegen der Kammer ist es, als Plattform für Unternehmen, Auszubildenden, Eltern und allgemein für alle Interessenten, die Wert auf das duale Berufsausbildungssystem legen, zu fungieren. Schulen mit hoher Bildungsqualität sind in Griechenland eine Notwendigkeit und die berufliche Bildung muss so gefördert werden, dass die Beschäftigungswirksamkeit zunimmt und sich die Wirtschaft zu der „Zeit Griechenlands nach dem Memorandum“ hin entwickelt.



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