Helena Katsiavara

Inkludierter Deutsch-griechischer Jugendaustausch: "die MASKE - η ΜΑΣΚΑ"

Inkludierter Deutsch-griechischer Jugendaustausch vom 30. August - 6. September 2015. Jugendliche im Alter von 16 bis 21 Jahren mit und ohne körperliche Behinderung nehmen an dem dreiteiligen Performance-Theaterprojektes ‚die ΜASKE - η ΜΑΣΚΑ‘ teil

eine Gruppe von Jugendlichen hat sich mit Farben bunt bemalt
BildImage: Petros Evangelinos

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Das Konzept: Masken überwinden Barrieren im Kopf

Jugendliche mit und ohne Behinderung aus München, Köln, Frankfurt, Korfu und Komotini trafen sich bei PERPATO Komotini, um durch Aktionen wie Action Painting, Theater-Performance und  erlebnisorientierte Aktivitäten eigene Grenzen kennenzulernen und Barrieren zu überwinden. Neben dem einwöchigen Workshop in der Region Rodopi, Nordgriechenland, sind zwei weitere Zusammenkünfte der deutsch-griechischen Jugendlichen in Planung für 2016 zur Zeit der Osterferien in Griechenland und 2017 in Köln. Das Projekt wird gefördert im Programm EUROPEANS FOR PEACE der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ).

Selbstbestimmtes Leben ermöglichen, Barrieren abschaffen, gleiche Rechte für alle

Fragen wie “wie würdet ihr Inklusion bildlich darstellen“ oder „wer erfährt in eurem Land Ausgrenzung und Ungleichbehandlung“ und „was können wir persönlich tun, damit sich Zustände in der Gesellschaft verändern“, waren einige der Anregungen, um die Jugendlichen zum Nachdenken und Diskutieren zu ermutigen. Schon am ersten Tag ihrer Begegnung wurden in der Natur erste Schritte der (Un)Gleichheit gemacht: Rollenspiele und Erfahrungen mit Ausgrenzung bzw. die Bedeutung der Menschenrechte schufen den Übergang zu Kreativität und eigenem Ausdruck. Ob durch improvisierte Masken aus Krepp-Papier oder Action Painting auf einer großen Leinwand, es entstanden viele gemeinsame Ideen in prozessorientiertem Geschehen. Die Jugendlichen stellten auch ihre „eigenen“ Masken aus Gips her. In verschiedenen Workshop-Einheiten lernten sie gemeinsam die Wichtigkeit von Raum und Stimme kennen, von Position und Bewegung – alleine oder in Beziehung. Gemeinsame erlebnisorientierte Aktivitäten, wie die Kanufahrt auf dem Fluss Nestos, der Besuch des Antiken Theaters in Maronia, oder Workshops im Freien rundeten das Programm ab. Alle Stationen der verschiedenen Tage wurden videoaufgezeichnet: so wurde auch die Kamera in das Geschehen integriert.
Endlich selbst auf der Bühne konnte die Gruppe sodann alle erarbeiteten kreativen Elemente nutzen, um auszuprobieren und zu inszenieren. Die gemeinsame Maske, als hinterleuchtete Leinwand dargestellt, auf welcher die Körperumrisse jedes einzelnen Jugendlichen gezeichnet waren, diese Maske wurde zum Sinnbild der Gesellschaft. Man versteckte sich hinter ihr, man spielte mit ihr, warf gemeinsame Schatten oder ließ laut Sätze durch den Raum schallen, die Botschaften der Gleichbehandlung und der Zusammengehörigkeit erhielten.

Jugendliche, die sich später über das Projekt äußerten, betonten ihre Zufriedenheit gemeinsame Erfahrungen zu machen, die das Anderssein bei einer körperlichen Behinderung in den Hintergrund stellten. Ihre Zugehörigkeit  zu einer bestimmten Kultur und der Austausch ihrer Gedanken, durch das Medium Kunst, führte ebenfalls zur Gleichstellung mit der anderen Kultur.
Die Erfahrung Probleme und Disharmonien gemeinsam zu überwältigen, indem man dem Anderen zuhört und für sich umdenkt, hat sie geprägt.
Bezugnehmend zum Thema der Begegnung „Die Maske“ haben die Jugendlichen metaphorisch gesehen, die fröhliche Maske mit nachhause nehmen können, die sich aus dem Geben und Zusammenhalten ergeben hat.
Die anfängliche Verlegenheit wich, um ihren Platz der Bestätigung zu geben, dass man Zugang zu vielen eigenen Talenten findet, die in jedem schlummern. Alle waren sich einig: Das schafft Verbundenheit.

„die MASKE - η ΜΑΣΚΑ“ ist ein Projekt in Zusammenarbeit von POP Initiativgruppe Griechische Kultur in Deutschland e.V. angegliedert an die VDGG, PERPATO Verein für Menschen mit körperlichen Einschränkungen und Freunde Komotini, Arbeitsgemeinschaft für Internationale Jugendprojekte Unna e.V. (AGIP) und Wilde Rose e.V. Interkulturelles Jugendnetzwerk im Bund Deutscher PfadfinderInnen.

die MASKE // η ΜΑΣΚΑ
Projektleitung: Helena Katsiavara, Anja Hack
Künstlerische Mitarbeit, Choreographie & Fotografie: Foteini Papadopoulou, Apostolos Tzoumalakis, Petros Evangelinos
Weitere Informationen: www.maske-jugendtheater.net
und www.facebook.com/maske.theater

Über die POP

Die Initiativgruppe griechische Kultur in der BRD e.V., nach ihrer griechischen Bezeichnung kurz POP genannt, wurde 1983 gemeinsam von Deutschen und Griechen gegründet. Der Verein gibt sich die Aufgabe, ein besseres gegenseitiges Verständnis zu fördern, einen Dialog zwischen Deutschen und Griechen zu unterstützen und zeitgenössische griechische Kultur zu vermitteln. Zudem auch die Achtung des klassischen Griechentums weiter zu pflegen.

Der Einbruch der Finanzkrise in Europa und den dazukommenden bekannten deutsch- griechischen politischen Differenzen sowie der Generationswechsel innerhalb des Vorstandes der POP veränderten auch deren Selbstverständnis. Zudem wird von der derzeitigen Bundesregierung die Gründung eines deutsch- griechischen Jugendwerkes angestrebt. Die Initiative dazu ging von der Vereinigung der deutsch-griechischen Gesellschaften (VDGG) unter der Leitung von Frau Sigrid Skarpelis-Sperk aus, die als ehemaliges Bundestagsmitglied  mit dazu beitrug, dass die Absichtsbekundung zur Gründung eines unabhängigen deutsch-griechischen Jugendwerks im Koalitionsvertrag der derzeitigen großen Koalition ihren Platz fand.

Die POP unterstützt die Gründung eines solchen Jugendwerkes, nach dem Vorbild des deutsch-französischen und deutsch-polnischen Jugendwerks. Dadurch ergeben sich aber auch für die POP neue Herausforderungen.

Im Januar diesen Jahres wurde ein neuer Vorstand mit Johanna Alisch als Jugendbeauftragte gewählt, um vermehrt Jugendliche oder jüngere Menschen anzusprechen. Für die VDGG nahm ein Vorstandsmitglied der POP, an der im Juni 2015 statt gefundenen deutschen Delegationsreise nach Griechenland, teil. Die Delegationsreise wurde von der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesjugendministerium Caren Marks begleitet.

POP hat ihren Sitz in Köln und ist seit September auch Partnerschaftsverein der  Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Köln und Thessaloniki. Dieser Aspekt gibt dem Verein zusätzliche Motivation sich mit Jugendarbeit zu beschäftigen und Kulturaustausch von Jugendlichen zu untermauern, die auch da Thessaloniki - Jugendhauptstadt 2014 war.
In der Zielsetzung ist ein Pilotprojekt mit bikulturellen Jugendlichen entstanden in der  Zusammenarbeit mit der Melanchthon Akademie in Köln, mit dem Titel „Zwei Kulturen in deiner Brust“. Das Projekt soll als Jugendaustauschprojekt mit Thessaloniki ausgebaut werden.

Zur weiteren Planung gehört der Besuch der Jugendtanzgruppe MELOS in Thessaloniki. Weitere Kunst- und Kulturprojekte Projekte sind in Planung, wie zum Beispiel eine musikalische Jugendbegegnung.



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